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Sicherheitslücken: Zwei Fehler hebeln TPM-Schutz aus

Eine weitverbreitete TPM-2.0-Implementierung hat Schwachstellen. Angreifer könnten Secure Boot aushebeln und Man-in-the-middle-Angriffe ausführen.
/ Johannes Hiltscher
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Eine Reihe von TPM 2.0 lassen sich durch zwei Lücken öffnen. (Bild: Alexlion, Pixabay)
Eine Reihe von TPM 2.0 lassen sich durch zwei Lücken öffnen. Bild: Alexlion, Pixabay / Pixabay-Lizenz

Die Trusted Computing Group (TCG) definiert nicht nur den Standard für Trusted Platform Modules (TPM). Sie stellt auch herstellerunabhängigen Code für zentrale Funktionalitäten bereit. Diesen verwenden AMD und Intel in vielen ihrer Prozessoren, zwei Intel-Entwickler haben darin jetzt allerdings zwei schwerwiegende Schwachstellen gefunden.

Die mit einem CVSS-Score von 8,5 schwerwiegendere Schwachstelle ist als CVE-2026-6726(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht: Sie ermöglicht Angreifern, eigene Schlüssel vom TPM zertifizieren zu lassen. Dieser könne, so die Fehlerbeschreibung der TCG(öffnet im neuen Fenster), anschließend genutzt werden, um auf der Chain of Trust des TPM aufbauende Funktionen wie Device Onboarding (Integration in Unternehmensnetze), Secure Boot oder Remote Attestation auszuhebeln.

Damit ließe sich etwa ein manipuliertes Betriebssystemabbild unterschieben oder die Integritätsprüfung in Unternehmensnetzen austricksen. Die größte Gefahr dieser Schwachstelle ist somit, dass Unternehmen manipulierte Geräte untergeschoben werden können. Grund für die Lücke ist, wie die TCG schreibt(öffnet im neuen Fenster), ein Use-After-Free-Fehler. Dieser ermöglicht, eine neu erzeugte Hash-Sequenz als ein zuvor geladenes, gültiges externes Element auszugeben.

Zweite Lücke ermöglicht Entschlüsselung von Daten

Bei der zweiten Schwachstelle, CVE-2026-6727(öffnet im neuen Fenster), handelt es sich um einen Seitenkanalangriff auf die RSA-Verschlüsselung. Sie wird mit einem CVSS-Score von 8,3 bewertet.

Die Lücke ermöglicht einem Angreifer, durch wiederholte Versuche mit einem im TPM gespeicherten Schlüssel verschlüsselte Daten zu entschlüsseln. Damit ließen sich laut Beschreibung der TCG (PDF)(öffnet im neuen Fenster) etwa Bescheinigungen (Attestations) manipulieren, importierte Schlüssel erlangen oder sogenannte Salted Sessions manipulieren. Bei diesen haben sich TPM und ein Kommunikationspartner auf einen gemeinsamen Sitzungsschlüssel verständigt.

Beide Sicherheitslücken erfordern allerdings privilegierten Zugriff, lediglich Administratoren können die TPM-Funktionalität nutzen. Betroffen sind alle TCG-Implementierungen des TPM 2.0 bis einschließlich Version v184.

AMD und Intel stellen korrigierte Firmware bereit

AMD und Intel veröffentlichten bereits Security Advisories und verteilten korrigierten Code an Hersteller. Dieser sollte zeitnah in BIOS-Updates verfügbar sein. AMD listet(öffnet im neuen Fenster) alle Ryzen-Prozessoren ab der Zen2-Generation als betroffen, bei den Epycs hingegen nur die 4000er-Serien für den Sockel AM5 mit Zen4- und Zen5-Kernen (Epyc 4004 und Epyc 4005 sowie die Embedded-Varianten).

Bei Intel gibt es nicht nur Unterschiede zwischen Desktop- und Server-CPUs, sondern auch bezüglich der beiden Lücken. Von CVE-2026-6726 sind Prozessoren(öffnet im neuen Fenster) bis zu den Core Ultra 2 (Lunar Lake) und Xeons bis zur 5. Generation (Emerald Rapids) betroffen. CVE-2026-6727 hingegen sieht Intel(öffnet im neuen Fenster) lediglich bei älteren Prozessoren bis zur Skylake- und Kaby-Lake-Generation (8. Generation Core, 9. Generation Core-X) und zur 3. Xeon-SP-Generation (Ice Lake) betroffen.

Um CVE-2026-6727 zu vermeiden, wurden zudem bereits Updates für Windows 10 und 11 sowie Windows Server ab 2019(öffnet im neuen Fenster) und die Linux-Bibliothek libtpms veröffentlicht. Der Seitenkanalangriff kann leicht vermieden werden, indem andere Funktionen mit konstanter Laufzeit verwendet werden. Libtpms nutzt dafür etwa OpenSSL, was laut Commit-Log(öffnet im neuen Fenster) der Standardfall ist und deaktiviert werden müsste – hier sollte ein Angriff also auch ohne Update in den meisten Fällen ausgeschlossen sein.


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