Slashes ermöglichen Datenextraktion

Mit diesem Trick, den Venis "Ex File Tration" nennt, lassen sich mittels einer lokalen Flash-Datei Daten aus einem System herausschleusen. Als Venis dieses Problem an das Google-Security-Team meldete, fragte ihn Google-Mitarbeiter Chris Evans, ob es auch möglich sei, diese Methode von einer Webseite aus auszunutzen. Evans verwies dabei auf einen möglichen Angriffsvektor hierfür: Links haben ein Attribut "download" mit einem optionalen Dateinamen, mit dem man den Browser anweisen kann, Dateien direkt herunterzuladen. Den Klick auf den Link kann man mittels Javascript simulieren. Damit gelang es Venis nun auch, diesen Exploit direkt von einer bösartigen Webseite aus auszuführen.

Stellenmarkt
  1. Leiter (m/w/d) IT
    FRÄNKISCHE Rohrwerke Gebr. Kirchner GmbH & Co. KG, Königsberg
  2. Product Owner - Media Solutions (m/f/d)
    Cataneo GmbH, München
Detailsuche

Mittels dieser Download-Links schaffte er es außerdem, Daten von externen Webseiten herunterzuladen und anschließend mit den oben beschriebenen Tricks an eine bösartige Webseite weiterzuleiten. Damit lässt sich dann beispielsweise der Inhalt einer Gmail-Mailbox zunächst lokal als Datei abspeichern und anschließend mittels des Flash-Sandbox-Tricks aus dem System herausschleusen.

Durch die Ausnutzung sogenannter Data-URLs konnte Venis es vermeiden, den Exploit über verschiedene Dateien zu verteilen. Mit diesen URLs der Form data:text/plain;charset=utf-8;base64,YWxlcnQoMSk= lassen sich in Webseiten Daten einbinden, die direkt in der URL codiert sind, sich aber wie eine Datei verhalten. Wie sich herausstellte, läuft ein Flash-Script, das als Data-URL codiert ist, im lokalen Kontext und kann auf das Dateisystem zugreifen.

Data-URLs sind nützlich für Angreifer

Doch die Data-URLs erwiesen sich noch in einem weiteren Fall als nützlich für Angreifer. Wenn man einen Iframe mittels einer Data-URL benutzte und darin wiederum ein Flash-Applet, ebenfalls als Data-URL, dann war die Sandbox-Funktionalität von Flash verwirrt. Das entsprechende Flash-Applet wurde im lokalen Kontext ausgeführt, erhielt also wieder Zugriff auf alle lokalen Dateien.

Golem Akademie
  1. Penetration Testing Fundamentals
    23.-24. September 2021, online
  2. Webentwicklung mit React and Typescript
    20.-24. September 2021, online
  3. Microsoft 365 Security Workshop
    27.-29. Oktober 2021, Online
Weitere IT-Trainings

Dabei fand Venis gleich noch eine weitere Möglichkeit, Daten aus dem lokalen Kontext ins Netz zu senden: Fehlerhafte HTTP-URLs, in denen nur ein Slash genutzt wurde, zum Beispiel http:/www.google.com, korrigiert Chrome automatisch. Vom Flash-Plugin werden solche URLs jedoch als lokale Dateien behandelt.

Venis' Schlussfolgerung: Mehr Menschen sollten versuchen, mit etwas Kreativität nach ähnlichen Sicherheitslücken in Browsern zu suchen. "Ich bin überzeugt, dass jeder mit grundsätzlichen technischen Kenntnissen über den Web-Stack Sicherheitslücken wie diese finden könnte", schreibt Venis in einem Whitepaper, in dem er die Details zu allen Sicherheitslücken erläutert hat.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Sicherheitslücken: Fehler in der Browser-Logik
  1.  
  2. 1
  3. 2


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
DSGVO
Amazon bekommt 746 Millionen Euro Datenschutz-Strafe

Die Strafe gegen Amazon ist die wohl größte jemals von einer europäischen Datenschutzbehörde verhängte Summe. Die Kläger freuen sich.

DSGVO: Amazon bekommt 746 Millionen Euro Datenschutz-Strafe
Artikel
  1. Blue Origin: Bezos-Beschwerde zu Mondlandefähre abgelehnt
    Blue Origin
    Bezos-Beschwerde zu Mondlandefähre abgelehnt

    Damit Blue Origin doch noch den Auftrag für eine Mondlandefähre bekommt, hat Jeff Bezos Geld geboten und sich offiziell beschwert. Es half nichts.

  2. Black Widow: Scarlett Johansson verklagt Disney
    Black Widow
    Scarlett Johansson verklagt Disney

    Scarlett Johansson hat wegen des Veröffentlichungsmodells von Black Widow Klage eingereicht. Disney nennt das Verhalten "herzlos".

  3. VW ID.4 im Test: Schön brav
    VW ID.4 im Test
    Schön brav

    Eine Rakete ist der ID.4 nicht. Dafür bietet das neue E-Auto von VW viel Platz, hält Spur und Geschwindigkeit - und einmal geht es sogar sportlich in die Kurve.
    Ein Test von Werner Pluta

gaym0r 31. Mai 2015

Nach Satzzeichen folgt ein Leerzeichen.

shyps 31. Mai 2015

ich meine damit letztlich den komfort. es geht den entwicklern u.a. darum, teile der ui...

BLi8819 30. Mai 2015

Weil es noch nicht genug Browser gibt, die meist noch mehr Sicherheitslücken mit bringen...

cephei 29. Mai 2015

Das ist mir ohne Scheiss!! heute passier mit youtube.com 1 . JS Alert Message 2. Get new...

Milber 29. Mai 2015

Kleiner Tipp: Wer zu blöd ist für Rechtschreibregeln sollte niemandem Tipps geben.



Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Viewsonic XG270QG (WQHD, 165 Hz) 549,99€ • Mega-Marken-Sparen bei MediaMarkt (u. a. Razer) • Saturn: 1 Produkt zahlen, 2 erhalten • Gigabyte X570 AORUS Master 278,98€ + 30€ Cashback • Alternate (u. a. AKRacing Core EX-Wide SE 248,99€) • MMOGA (u. a. Fallout 4 GOTY 9,99€) [Werbung]
    •  /