Abo
  • Services:

Sicherheitslücke: Wordpress-Sicherheitslücke ermöglicht Änderung von Inhalten

In Wordpress wurde eine Sicherheitslücke entdeckt, mit der ein Angreifer nach Belieben Inhalte ändern kann. Betroffen sind die Versionen 4.7.0 und 4.7.1. Dank der automatischen Update-Funktion von Wordpress sind die meisten Nutzer bereits geschützt.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Dank automatischer Updates ist Wordpress eines der sichersten Content-Management-Systeme.
Dank automatischer Updates ist Wordpress eines der sichersten Content-Management-Systeme. (Bild: Wordpress)

Die Firma Sucuri hat im Blog-System Wordpress eine schwerwiegende Sicherheitslücke entdeckt. Ein Fehler bei der Filterung der Eingabedaten einer REST-API ermöglicht es, unauthentifiziert Artikel zu ändern. Wordpress hat das Update bereits vor einer Woche verteilt, die Details zur Lücke wurden aber bisher zurückgehalten.

Fehlerhafte Filterung in der REST-API

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Ludwigsburg
  2. niiio finance group AG, Dresden, Frankfurt am Main, Görlitz

Die REST-API wurde in Wordpress 4.7.0 hinzugefügt. An die API wird ein Parameter mit einer ID übergeben, mit der man einen bestimmten Artikel auswählen kann. Diese ID kann entweder als Teil des Pfades oder als GET- oder POST-Variable übergeben werden. Der Pfad wird mittels eines regulären Ausdrucks ausgewertet und nur Zahlenwerte werden akzeptiert, als Variable kann man aber auch Buchstaben übergeben und somit ungültige Werte wie 1234hello.

Der Code von Wordpress prüft nun, ob der Nutzer für diese ID eine Zugriffsberechtigung hat, zeigt hier jedoch ein ungewöhnliches Verhalten: Existiert ein Artikel nicht, dann nimmt der Code an, dass der Nutzer die Berechtigung hat, diesen zu bearbeiten. Auch bei einer ungültigen ID wie 1234hello würde der Check nicht fehlschlagen. Das würde allein noch kein Problem darstellen.

Doch anschließend wird der ID-Parameter in einen Integer-Wert umgewandelt. Aus 1234hello würde damit 1234. Damit kann ein Angreifer die Filterung nun umgehen: Er gibt als Variable einen Parameter an, der eine gültige Artikel-ID mit einigen angehängten Buchstaben enthält. Dieser umgeht zunächst den Check und wird anschließend in eine Integer-Variable umgewandelt. Die Buchstaben werden entfernt und es bleibt eine gültige Artikel-ID.

Damit kann der Angreifer nun nach Belieben Inhalte von Wordpress-Blogs ändern. Je nach installierten Plugins könnte es auch zu einer noch schwerwiegenderen Lücke kommen: Manche Plugins verarbeiten die Inhalte von Posts in einer Weise, die anschließend eine Codeausführung ermöglicht.

Informationen wurden verzögert herausgegeben

Wordpress hat bereits vor einer Woche, am 26. Januar 2017, das Update 4.7.2 veröffentlicht. Neben dieser schwerwiegenden Lücke behebt es noch drei weitere, weniger kritische Sicherheitslücken. Doch die Informationen zur schwersten Lücke wurden zunächst zurückgehalten, um möglichst vielen Nutzern die Chance zum Update zu geben. Eine Vorgehensweise, die Vor- und Nachteile hat: Einigen Angreifern könnte es gelungen sein, anhand des Patches die Funktionsweise der Sicherheitslücke herauszufinden, Nutzer wiederum könnten das Update nicht sofort eingespielt haben, da es scheinbar nur unkritische Sicherheitslücken behebt. Andererseits dürften nun wohl viele Installationen bereits geschützt sein.

Wordpress hat bereits vor dem Update mit verschiedenen Herstellern von Web Application Firewalls und von Content-Delivery-Netzwerken wie Cloudflare Kontakt aufgenommen, so dass diese Filterregeln für diese Sicherheitslücke implementieren. Auch Sucuri selbst, die Firma, die die Lücke entdeckt hat, verkauft Web Application Firewalls und filtert entsprechende Angriffsversuche.

Auto-Updates schützen

Wordpress hat seit Version 3.7 eine automatische Update-Funktion, die in allen aktuellen Versionen standardmäßig aktiviert ist. Alle Nutzer, die dieses Auto-Update nutzen, sind somit bereits geschützt und müssen sich keine Sorgen machen. Einige Nutzer deaktivieren dieses Auto-Update jedoch. Diese sollten sich jetzt schleunigst um ein manuelles Update kümmern - und danach am besten das Auto-Update wieder aktivieren. Wer das Update nicht einspielt, wird vermutlich in Kürze Spam- und Malware-Links in seinen Blogposts finden.

Das Auto-Update von Wordpress dürfte dafür sorgen, dass die Lücke deutlich weniger Auswirkungen hat als vergleichbare Lücken in Konkurrenzprodukten. Bei schwerwiegenden Sicherheitslücken in Content-Management-Systemen dauert es oftmals nur wenige Stunden, bis Angreifer versuchen, diese massenhaft auszunutzen.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. mit Gutschein: HARDWARE50 (nur für Neukunden, Warenwert 104 - 1.000 Euro)
  2. ab 119,98€ (Release 04.10.)
  3. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

red-dot 13. Feb 2017

Aus aktuellem Grund haben wir einen Artikel verfasst, der sich damit beschäftigt die...

christoferw 10. Feb 2017

Wer es nicht selbst lösen will kann hier auch via Festpreis WordPress Reparieren lassen...

crazypsycho 04. Feb 2017

Mehrsprachigkeit ist wirklich nicht ganz optimal. Aber WPML ist zumindest brauchbar. Und...

crazypsycho 02. Feb 2017

Wenn du das Auto-Update nicht aktivierst, dann kommt da eher was. Schon etwas fahrlässig.


Folgen Sie uns
       


Dragon Quest 11 - Test

Der 11. der Teil der Dragon-Quest-Reihe bleibt bei den Wurzeln der über 30 Jahre alten Serie und macht damit fast alles richtig.

Dragon Quest 11 - Test Video aufrufen
Athlon 200GE im Test: Celeron und Pentium abgehängt
Athlon 200GE im Test
Celeron und Pentium abgehängt

Mit dem Athlon 200GE belebt AMD den alten CPU-Markennamen wieder: Der Chip gefällt durch seine Zen-Kerne und die integrierte Vega-Grafikeinheit, die Intel-Konkurrenz hat dem derzeit preislich wenig entgegenzusetzen.
Ein Test von Marc Sauter

  1. AMD Threadripper erhalten dynamischen NUMA-Modus
  2. HP Elitedesk 705 Workstation Edition Minitower mit AMD-CPU startet bei 680 Euro
  3. Ryzen 5 2600H und Ryzen 7 2800H 45-Watt-CPUs mit Vega-Grafik für Laptops sind da

Apple Watch im Test: Auch ohne EKG die beste Smartwatch
Apple Watch im Test
Auch ohne EKG die beste Smartwatch

Apples vierte Watch verändert das Display-Design leicht - zum Wohle des Nutzers. Die Uhr bietet immer noch mit die beste Smartwatch-Erfahrung, auch wenn eine der neuen Funktionen in Deutschland noch nicht funktioniert.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Smartwatch Apple Watch Series 4 mit EKG und Sturzerkennung
  2. Smartwatch Apple Watch Series 4 nur mit sechs Modellen
  3. Handelskrieg Apple Watch und anderen Gadgets drohen Strafzölle

Probefahrt mit Tesla Model 3: Wie auf Schienen übers Golden Gate
Probefahrt mit Tesla Model 3
Wie auf Schienen übers Golden Gate

Die Produktion des Tesla Model 3 für den europäischen Markt wird gerade vorbereitet. Golem.de hat einen Tag in und um San Francisco getestet, was Käufer von dem Elektroauto erwarten können.
Ein Erfahrungsbericht von Friedhelm Greis

  1. 1.000 Autos pro Tag Tesla baut das hunderttausendste Model 3
  2. Goodwood Festival of Speed Tesla bringt Model 3 erstmals offiziell nach Europa
  3. Elektroauto Produktionsziel des Tesla Model 3 erreicht

    •  /