Abo
  • IT-Karriere:

Sicherheitslücke: Fehlerhaft konfiguriertes Git-Verzeichnis bei Redcoon

Was haben der Online-Händler Redcoon und die Volksverschlüsselung gemeinsam? Ein unsicher konfiguriertes Git-Repository. Immer wieder machen Webseitenbetreiber denselben Fehler.

Artikel von veröffentlicht am
Die Webseite von Redcoon
Die Webseite von Redcoon (Bild: Screenshot Golem.de)

Immer wieder werden Webseiten entdeckt, die durch eine fehlerhafte Konfiguration des Versionsverwaltungssystems Git vertrauliche Daten preisgeben. Aktuell sind der Onlinehändler Redcoon und die Webseite des Volksverschlüsselungsprojektes des Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) betroffen. Das Problem mit den fehlerhaften Konfigurationen ist seit längerem bekannt, bereits aus dem Jahr 2008 gibt es entsprechende Berichte, damals noch mit der Versionsverwaltung SVN. Viele Webseitenbetreiber machen den Fehler aber immer noch.

Stellenmarkt
  1. Impactory GmbH, Darmstadt (Home-Office)
  2. DATAGROUP Köln GmbH, Köln

Wird ein Git-Repository zur Verwaltung von Webseiten eingesetzt, gibt es ein Unterverzeichnis mit dem Namen .git, in dem sich Metadaten und Änderungen des Repositorys in codierter Form befinden. Über das Problem hatte der Sicherheitsexperte Jamie Brown zuletzt im Jahr 2015 berichtet.

Auf das Problem bei dem Onlinehändler Redcoon wies uns der Golem.de-Leser Alexander Schneider hin. Er hatte in den Dateien mehrere API-Tokens von Google, Facebook und der Deutschen Post entdeckt, außerdem Hinweise auf "Payment Transaction Logs". Nach einem Hinweis an die Pressestelle des zu Media Markt und Saturn gehörenden Unternehmens wurde die Schwachstelle behoben, die Daten sind somit nicht mehr einsehbar.

Im aktuellen Fall wurden offenbar keine Kundendaten veröffentlicht, allerdings einige Tokens für Facebook und Google-Konten, die während der Einrichtung der Webseite verwendet wurden. Es dürfte sich dabei um Testaccounts von Redcoon handeln. Auch der Ordner Payment Transaction Logs enthielt keine kritischen Daten, sondern Beispieldaten für die Einrichtung der Webseite. Selbst wenn in diesem Fall also offenbar kein Schaden für Nutzer entstanden ist, sollten Webseitenbetreiber darauf achten, ihre Seiten richtig zu konfigurieren, vor allem, wenn diese professionell betrieben werden.

Ein Unternehmenssprecher teilte auf Anfrage mit: "Wir haben das entsprechende Verzeichnis umgehend gelöscht, auch wenn zu keiner Zeit Zugriff auf personenbezogene Daten, Zahlungsdaten oder sonstige vertrauliche Informationen bestand. In dem Verzeichnis befanden sich lediglich Beispieldateien für das von uns verwendete Shopsystem sowie Zugangsdaten zu Testsystemen und Diensten, die keine personenbezogenen Daten verwenden oder übermitteln."

Auch Volksverschlüsselung betroffen

Ein ähnliches Problem hatte das Volksverschlüsselungsprojekt des Fraunhofer Instituts für Sichere Informationstechnologie vor einigen Wochen, wie der Hacker und Golem.de-Autor Hanno Böck entdeckte. Die Webseite der Volksverschlüsselung wurde ebenfalls in Git entwickelt, dort konnten wir unter anderem ein Datenbankpasswort extrahieren. Dieses Passwort lautete "safran" und entspricht damit nicht gängigen Tipps für sichere Passwörter. Die Betreiber haben nach einem Hinweis von Golem.de reagiert. Mittlerweile wurde das Passwort geändert und die Konfiguration angepasst. Fraunhofer wies daraufhin, dass die Datenbank mit dem unsicheren Passwort nicht zur Verwaltung von Kundendaten eingesetzt wurde.

Ob eine Seite verwundbar ist oder nicht, kann relativ einfach geprüft werden: Wenn bei einer Webseite der Pfad http://www.beispiel.de/.git/config abrufbar ist, kann ein Angreifer Daten herunterladen. Wenn dann auf dem Server auch noch das Directory-Listing aktiv ist, ist das sehr einfach. Aber selbst bei deaktiviertem Directory-Listing können mit Hilfe von Tools des Projektes Internetwache.org Dateien heruntergeladen werden. Ein ähnliches Werkzeug für SVN hat Hanno Böck entwickelt.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Logitech G502 Proteus Spectrum für 39€ und Nokia 3.2 DS 16 GB für 84,99€ - Bestpreise!)
  2. 179€ (Bestpreis - nach 40€ Direktabzug)
  3. 35€ (Bestpreis!)
  4. 199€ + Versand

__destruct() 14. Mai 2017

Danke!

__destruct() 13. Mai 2017

Das beantwortest du dir gleich selbst: Einfach in das Device File schreiben. Weil ich...

ecv 13. Mai 2017

Die sind auf dem Server, aber nicht im Internet. Ich hab den Ordner public mit einer...

Apfelbrot 12. Mai 2017

Da viele Firmen auf Testsystemen mit einer Kopie der Originaldatenbank arbeiten glaube...

tingelchen 12. Mai 2017

An dieser Stelle sehe ich da kein Problem. Mittels Rewrite Rules und Routing kann man die...


Folgen Sie uns
       


VW-Elektroautos aus Zwickau - Bericht

Der Volkswagen-Konzern will ab 2020 in Zwickau nur noch Elektroautos bauen - wir haben uns die Umstellung angesehen.

VW-Elektroautos aus Zwickau - Bericht Video aufrufen
IT-Sicherheit: Auch kleine Netze brauchen eine Firewall
IT-Sicherheit
Auch kleine Netze brauchen eine Firewall

Unternehmen mit kleinem Geldbeutel verzichten häufig auf eine Firewall. Das sollten sie aber nicht tun, wenn ihnen die Sicherheit ihres Netzwerks wichtig ist.
Von Götz Güttich

  1. Anzeige Wo Daten wirklich sicher liegen
  2. Erasure Coding Das Ende von Raid kommt durch Mathematik
  3. Endpoint Security IT-Sicherheit ist ein Cocktail mit vielen Zutaten

Gemini Man: Überflüssiges Klonexperiment
Gemini Man
Überflüssiges Klonexperiment

Am 3. Oktober kommt mit Gemini Man ein ambitioniertes Projekt in die deutschen Kinos: Mit HFR-Projektion in 60 Bildern pro Sekunde und Will Smith, der gegen sein digital verjüngtes Ebenbild kämpft, betreibt der Actionfilm technisch viel Aufwand. Das Seherlebnis ist jedoch bestenfalls komisch.
Von Daniel Pook

  1. Filmkritik Apollo 11 Echte Mondlandung als packende Kinozeitreise

Linux-Kernel: Selbst Google ist unfähig, Android zu pflegen
Linux-Kernel
Selbst Google ist unfähig, Android zu pflegen

Bisher gilt Google als positive Ausnahme von der schlechten Update-Politik im Android-Ökosystem. Doch eine aktuelle Sicherheitslücke zeigt, dass auch Google die Updates nicht im Griff hat. Das ist selbst verschuldet und könnte vermieden werden.
Ein IMHO von Sebastian Grüner

  1. Kernel Linux bekommt Unterstützung für USB 4
  2. Kernel Vorschau auf Linux 5.4 bringt viele Security-Funktionen
  3. Linux Lockdown-Patches im Kernel aufgenommen

    •  /