Abo
  • Services:

Sicherheitslücke: D-Link bestätigt Backdoor im Router DIR-100

In der in Deutschland verkauften Revision A des Routers DIR-100 gibt es eine gefährliche Hintertür. Damit können Angreifer auf einfache Weise auf die Konfiguration des Geräts zugreifen und den Internetanschluss für eigene Zwecke missbrauchen.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Router DIR-100 von D-Link weist in Revision A eine gefährliche Sicherheitslücke auf.
Der Router DIR-100 von D-Link weist in Revision A eine gefährliche Sicherheitslücke auf. (Bild: D-Link)

Bestimmte Routermodelle des Herstellers D-Link besitzen eine trivial ausnutzbare Hintertür zum Zugriff auf die Konfiguration des Geräts. Betroffen ist auch das einfache Gerät DIR-100 in Revision A, ein Router ohne WLAN, der so auch in Deutschland verkauft wurde. Dies bestätigte D-Link Golem.de auf Anfrage. Die aktuell auf dem Markt befindliche Revision D des Geräts soll die Lücke nicht aufweisen.

Stellenmarkt
  1. über experteer GmbH, Süddeutschland
  2. BIOSCIENTIA Institut für Medizinische Diagnostik GmbH, Ingelheim am Rhein

Entdeckt wurde der Fehler durch das Projekt DEV/TTYS0, das eine ausführliche Analyse dazu erstellt hat. Der Kern der Lücke ist eine Hintertür, die Zugriff auf die Einstellungen der Router ermöglicht - auch wenn der Anwender dafür einen Benutzernamen und Passwort gesetzt hat. Durch die Backdoor wird diese Abfrage schlicht umgangen.

Dafür sind keine Hackertools oder Ähnliches nötig, es reicht, in den Einstellungen eines Browsers den User-Agent des Programms auf die Zeichenkette "xmlset_roodkcableoj28840ybtide" zu setzen. Dass es sich um eine klassische Backdoor handelt, zeigt sich schon, wenn die Buchstaben rückwärts gelesen und mit Leerzeichen versehen werden, dann ergibt sich: "edit 04882 by joel backdoor". Offenbar hat sich dort ein Programmierer namens Joel verewigt.

Wie die Analyse der Firmware von TTYS0 auch zeigt, ist die Backdoor ein Trick, um einige Funktionen des Routers einfacher nutzbar zu machen. Über einen Zugriff mit dem genannten User-Agent werden beispielsweise Dyn-DNS-Dienste freigeschaltet, ohne dass der Nutzer sein Passwort eingeben müsste. Dem Anschein nach wurde hier also der Komfort über die Sicherheit gestellt.

Angriff auch per Internet möglich

Mit der Backdoor hat jeder Angreifer im lokalen Netz Zugriff auf alle Funktionen des Routers. Wenn die Konfiguration über den WAN-Port aktiviert ist, gilt das auch für Angriffe über das Internet. TTYS0 fand über den Dienst Shodan, der offene Netzwerkgeräte finden kann, Tausende betroffener Geräte.

Die hohe Anzahl resultiert daraus, dass neben dem DIR-100 auch die Modelle DI-524, DI-524UP, DI-604S, DI-604UP, DI-604+ sowie die bauähnlichen Geräte von Drittherstellern TM-G5240, BRL-04UR und BRL-04CW betroffen sein sollen. Wie D-Link Golem.de sagte, wurden diese Modelle aber nicht in Deutschland, Österreich und der Schweiz angeboten. Das laut Nutzerkommentaren bei TTYS0 ebenfalls betroffene Modell DIR-615, das auch von einigen Providern an Nutzer vertrieben wurde, weist D-Link zufolge den Fehler nicht auf.

Wer also insbesondere einen DIR-100 in Revision A benutzt, sollte vor allem die Konfiguration über das Internet tunlichst ausschalten. Das schützt allerdings noch nicht gegen Angriffe aus dem lokalen Netz, das kann erst eine neue Firmware leisten. D-Link prüft den Sachverhalt derzeit noch und will zunächst über einen Media Alert weitere Redaktionen in Kenntnis setzen. Auf der Sicherheitsseite von D-Link ist die Backdoor noch nicht verzeichnet. Wie eine für die Kunden praktikable Lösung des Problems aussehen soll, hat das Unternehmen noch nicht bekanntgegeben.

Nachtrag vom 15. Oktober 2013, 18:10 Uhr

Nicht nur der DIR-100 in Revision A, sondern auch der DI-524UP ist von der Lücke betroffen, wie D-Link jetzt mitteilte. Für beide Router will das Unternehmen im November 2013 eine neue Firmware veröffentlichen, welche das Problem behebt. Hintergründe finden sich in einer aktuellen Meldung.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-68%) 8,99€
  2. 8,49€
  3. 14,99€
  4. 1,29€

EvilSheep 15. Okt 2013

... ist doch ganz einfach. Nichts mehr von der Firma kaufen und auf Schadensersatz...


Folgen Sie uns
       


Thinkpad X1 Carbon Gen6 - Test

Wir testen das Thinkpad X1 Carbon Gen6, das neues Business-Ultrabook von Lenovo. Erstmals verbaut der chinesische Hersteller ein HDR-Display und einen neuen Docking-Anschluss für die Ultra Docking Station.

Thinkpad X1 Carbon Gen6 - Test Video aufrufen
Nissan Leaf: Wer braucht schon ein Bremspedal?
Nissan Leaf
Wer braucht schon ein Bremspedal?

Wie fährt sich das meistverkaufte Elektroauto? Nissan hat vor wenigen Monaten eine überarbeitete Version des Leaf auf den Markt gebracht. Wir haben es gefahren und festgestellt, dass das Auto fast ohne Bremse auskommt.
Ein Erfahrungsbericht von Werner Pluta

  1. e-NV200 Nissan packt 40-kWh-Akku in Elektro-Van
  2. Reborn Light Nissan-Autoakkus speisen Straßenlaternen
  3. Elektroauto Nissan will den IMx in Serie bauen

Black-Hoodie-Training: Einmal nicht Alien sein, das ist toll!
Black-Hoodie-Training
"Einmal nicht Alien sein, das ist toll!"

Um mehr Kolleginnen im IT-Security-Umfeld zu bekommen, hat die Hackerin Marion Marschalek ein Reverse-Engineering-Training nur für Frauen konzipiert. Die Veranstaltung platzt inzwischen aus allen Nähten.
Von Hauke Gierow

  1. Ryzenfall CTS Labs rechtfertigt sich für seine Disclosure-Strategie
  2. Starcraft Remastered Warum Blizzard einen Buffer Overflow emuliert

Xbox Adaptive Controller ausprobiert: 19 x Klinke, 1 x Controller, 0 x Probleme
Xbox Adaptive Controller ausprobiert
19 x Klinke, 1 x Controller, 0 x Probleme

Microsoft steigt in den Markt der zugänglichen Geräte ein. Der Xbox Adaptive Controller ermöglicht es Menschen mit temporärer oder dauerhafter Bewegungseinschränkung zu spielen, ohne enorm viel Geld auszugeben. Wir haben es auf dem Microsoft Campus in Redmond ausprobiert.
Von Andreas Sebayang

  1. Firmware Xbox One erhält Option für 120-Hz-Bildfrequenz
  2. AMD Freesync Xbox One erhält variable Bildraten
  3. Xbox One Streamer können Gamepad mit Spieler teilen

    •  /