Sicherheitsgründe: Ukraine schränkt Nutzung von Telegram ein

Der Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine hat entschieden, dass die Telegram-Nachrichten-App auf offiziellen Geräten nicht mehr verwendet werden darf. Das ist eine Reaktion auf Bedenken hinsichtlich einer möglichen russischen Überwachung von Nachrichten und Nutzern auf der Plattform.
Die Beschränkungen gelten für Regierungsbeamte, Militärangehörige und systemrelevante Arbeitskräfte, die offizielle Geräte verwenden. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass private Telefone von diesem Verbot nicht betroffen sind, wie Andriy Kovalenko, Leiter des Zentrums für Desinformationsbekämpfung des Sicherheitsrates, klarstellte.
Die Entscheidung wurde durch Informationen veranlasst, die Kyrylo Budanov, Leiter des militärischen Geheimdienstes der Ukraine, dem Rat vorlegte. Laut Budanov sind russische Geheimdienste in der Lage, auf Telegram-Nachrichten zuzugreifen, auch auf gelöschte, sowie auf die persönlichen Daten der Nutzer. Von unabhängiger Seite ist dies nicht bestätigt worden.
Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 ist Telegram eine wichtige Informationsquelle. Die App ist in beiden Ländern weit verbreitet: Schätzungsweise 75 Prozent der Ukrainer nutzen sie zur Kommunikation und 72 Prozent betrachten sie als wichtige Informationsquelle.
Budanov betonte, dass es bei diesem Thema nicht um die Meinungsfreiheit, sondern vielmehr um die nationale Sicherheit gehe.
Als Reaktion auf das Verbot gab Telegram eine Erklärung ab, in der jegliche Weitergabe von Benutzerdaten oder Nachrichteninhalten an ein Land, einschließlich Russland, bestritten wurde. Das Unternehmen behauptet, dass gelöschte Nachrichten dauerhaft gelöscht werden und technisch nicht wiederherstellbar sind.
Telegram ging auch auf Fälle von sogenannten „durchgesickerten Nachrichten" ein und führte diese auf kompromittierte Geräte durch Beschlagnahme oder Malware zurück anstatt auf eine Sicherheitslücke in seinem System.



