Sicherheitsgefahr: Angreifer können Daten auf Galaxy-Smartphones löschen
Mit einem in einer Webseite eingebetteten USSD-Code können alle Daten unter anderem auf einem Galaxy S3 von Samsung komplett gelöscht werden. Es erfolgt keine Rückfrage und der Nutzer ist machtlos, nachdem das Kommando auf dem Smartphone ausgeführt wurde. Auf der achten Ekoparty-Sicherheitskonferenz(öffnet im neuen Fenster) in Buenos Aires hat Ravi Borgaonkar das demonstriert(öffnet im neuen Fenster) . Borgaonkar arbeitet als Sicherheitsforscher bei der TU Berlin.
USSD-Code ist ein Bestandteil des GSM-Protokolls und steht für Unstructured Supplementary Service Data. Darüber lassen sich Befehle über das Tastenfeld des Telefons ausführen. Nun entdeckte Borgaonkar, dass es für Android-Smartphones von Samsung den USSD-Code *2767*3855# gibt, mit dem sich das Mobiltelefon in den Werkszustand bringen lässt. Dabei werden alle Daten auf dem Mobiltelefon gelöscht.
Sobald der USSD-Code an die Telefon-App weitergegeben wurde, hat der Nutzer keine Chance, diesen Vorgang abzubrechen. Angreifer könnten den USSD-Code etwa in Webseiten einbinden, und wenn eine solche Webseite vom Besitzer eines Galaxy-Smartphones aufgerufen wird, werden ohne weitere Rückfrage alle Daten auf dem Gerät gelöscht.
Galaxy-Tablets mit Mobilfunkmodem möglicherweise auch betroffen
Als weitere Angriffsmöglichkeit ist WAP-Push möglich, indem jemand eine speziell präparierte SMS an ein Galaxy-Smartphone sendet. In den Einstellungen der Nachrichtenanwendung kann der WAP-Push deaktiviert werden, um eine solche Attacke abzuwehren. Nach Recherchen von Slashgear(öffnet im neuen Fenster) funktioniert der USSD-Code außer auf dem Galaxy S3 auch auf den Samsung-Modellen Galaxy S2, Galaxy Beam, Galaxy S Advance und Galaxy Ace. Es ist davon auszugehen, dass noch weitere Galaxy-Modelle davon betroffen sind. Auch Tablets mit integriertem Mobilfunkmodem könnten davon betroffen sein.
Mit dem erwarteten Update auf Android 4.1 alias Jelly Bean soll dieser Fehler auf dem Galaxy S3 beseitigt werden. Die Ursache des Fehlers liegt aber wohl nicht im Android-Code, sondern in Samsungs Bedienoberfläche Touchwiz. Eine offizielle Stellungnahme dazu gibt es von Samsung noch nicht.
Nachtrag vom 26. September 2012, 11:53 Uhr
Der Entwickler Jörg Voss hat die kostenlose Android-App NoTelURL im Play Store veröffentlicht, mit der sich Nutzer vor solchen USSD-Attacken schützen können. Nähere Infos dazu liefert der dazugehörige Artikel auf Golem.de .
- Anzeige Hier geht es zum Samsung Galaxy S25 bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



