Sicherheitsforscher: Roboter-Hack - ein Wort genügt zur Übernahme

Auf der Geekcon, einem Cybersecurity-Wettbewerb in Shanghai, haben die Forscher Qu Shipei und Xu Zikai vom Sicherheitsteam Darknavy eine Schwachstelle bei Robotern vorgeführt, wie die South China Morning Post berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Mit nur einem gesprochenen Wort konnten sie einen in China hergestellten humanoiden Roboter im Wert von rund 100.000 Yuan (etwa 12.000 Euro) kompromittieren. Die Lücke liege im KI-basierten System des Roboters. Die Forscher konnten nach eigenen Angaben(öffnet im neuen Fenster) damit ein Rooting erzielen.
Besonders bemerkenswert: Der gehackte Roboter fungierte als "digitales Trojanisches Pferd" . Über Nahfeldkommunikation infizierte er einen weiteren, vom Netz getrennten Roboter – und das in weniger als drei Minuten. Während der Livedemonstration ging der kompromittierte Roboter auf eine Attrappe zu, hob seinen mechanischen Arm und schlug die Puppe zu Boden, wie Yicai Global berichtet.(öffnet im neuen Fenster)
Offlineschutz bietet keine Sicherheit mehr
Die Demonstration zeigt, dass eine vermeintlich physische Isolation keinen ausreichenden Schutz vor Cyberangriffen bietet. Schwachstellen könnten sich auch ohne Internetverbindung über Roboternetzwerke hinweg ausbreiten, wenn dennoch Kommunikationsmöglichkeiten wie bei dem NFC-Angriff bestünden.
Von der Haushaltshilfe zur Gefahr
Derzeit werden humanoide Roboter vor allem im Bereich Unterhaltung, Empfangsdienste und im Bildungsbereich eingesetzt. Doch der Forscher Qu warnt: Der Einsatz in sensibleren Bereichen könnte die Risiken ungepatchter Sicherheitslücken drastisch erhöhen.
Roboter, die für Inspektionsaufgaben, militärische Zwecke, medizinische Versorgung oder Altenpflege eingesetzt werden, könnten zur ernsten Bedrohung werden, falls sie kompromittiert würden. Ein Haushaltsroboter mit Sicherheitslücken könnte vom hilfreichen Assistenten zum Überwachungsgerät oder gar zur physischen Gefahr für die Bewohner werden.
Auch in anderen Bereichen sehen die Forscher erhebliche Risiken: Autonome Fahrzeuge mit gehackten Systemen würden mehr als nur Unfallgefahr bedeuten. Industrieroboter unter böswilliger Kontrolle könnten Fertigungsprozesse stören und wirtschaftliche Schäden sowie Verletzungen verursachen.
Hersteller müssen handeln
Qu betont, dass Roboterhersteller bereits während der Produktentwicklung Schwachstellen suchen sollten, um grundlegende Sicherheitsprobleme zu identifizieren und zu beheben. Er empfehle den Aufbau interner Sicherheitsteams oder die Zusammenarbeit mit externen Spezialisten für Penetrationstests.