Abo
  • Services:

CCC gegen staatliches Hacking

Gefährlich sei ebenfalls die Tatsache, dass Ermittler sich häufig hinter vertrauenswürdigen Institutionen versteckten, um Schadcode an Nutzer zu verteilen. Das untergrabe das Vertrauen in die missbrauchten Institutionen wie das Rote Kreuz. Bedenklich sei zudem, dass das Hacking von Verdächtigen wegen der geringen Kosten schnell zum Mittel erster Wahl werde. So war es dem FBI gelungen, mit einem einzigen Durchsuchungsbeschluss 8.000 Rechner in 120 Ländern zu hacken, wie der Journalist Joseph Cox vor einem Monat berichtet hatte. Für Soghoian muss ein solches Hacking jedoch so teuer wie möglich sein. So wie beispielsweise für den Zugriff auf ein iPhone, für den das FBI mehr als eine Million Dollar bezahlt haben soll.

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Waiblingen
  2. MorphoSys AG, Planegg

Ein weiterer Grund gegen staatliches Hacking sei die Internationalisierung der Strafverfolgung. So darf seit Anfang dieses Monats jeder Amtsrichter in den USA dem FBI und anderen Bundesbehörden mit einem einzigen Durchsuchungsbeschluss erlauben, beliebig viele Computer in beliebigen Jurisdiktionen zu durchsuchen. Zu guter Letzt verstärke das staatliche Hacking die digitale Spaltung. Schließlich seien Nutzer teurer iPhones weniger gefährdet als Besitzer günstiger Android-Geräte.

Gesetzliches Verbot gefordert

Auf dem 33C3 waren sich die Hacker jedoch nicht einig darüber, wie weit die Ermittler gehen dürften. Nach dem Vortrag von Cox sagten laut Zeit Online mehrere der Anwesenden, wenn das der einzige Weg sei, Täter zu finden, die Kinder missbrauchen oder Bilder davon verbreiten, dann könnten sie damit leben. Auch Cox habe gesagt: "Ich glaube, es ist nicht grundsätzlich falsch, dass Polizisten die Computer von Verdächtigen hacken. Aber sie müssen sich dabei an Recht und Gesetz halten."

Für Soghoian liegt darin jedoch das Problem. Schließlich gebe es in den USA gar keine Debatte über das Thema. Das von ihm geforderte gesetzliche Verbot scheint jedoch derzeit außer Reichweite. Auch der Chaos Computer Club (CCC) lehnt das gezielte Hacken von Geräten ab. Stattdessen sollten die Behörden besser mit den Mitteln arbeiten, die sie schon haben, sagt CCC-Sprecher Linus Neumann Zeit Online und fügte hinzu: "Es wird uns immer wieder erzählt, die Ermittler hätten technische Defizite, weil Täter verschlüsselt kommuniziert haben. Aber dann stellt sich heraus, jemand wie der Attentäter Anis Amri war längst aktenkundig." Immer wieder würden Politiker und Polizei solche Vorfälle nutzen, um neue Überwachungsmöglichkeiten zu fordern, die in den jeweiligen Fällen gar nicht geholfen hätten.

Firefox und Linux sicherer machen

Auf dem Kongress mussten sich die Hacker aber auch Kritik gefallen lassen. Nach Ansicht Soghoins müssten die Entwickler endlich die Sicherheit von Firefox verbessern, der in dieser Hinsicht deutlich hinter dem Chrome-Browser liege. Schließlich basiere auch der Tor-Browser auf Firefox. Auch Linux sei nicht sicherer als Windows, sagte Soghoian und verwies auf die Debatte um den Linux-Kernel aus dem vergangenen Jahr. Der Kampf zwischen der Sicherheit des einzelnen und der Sicherheit des Staates geht wohl noch lange weiter.

 Sicherheitsdebatte: Wie soll der Staat Terroristen hacken?
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie
  2. 16,99€
  3. 3,49€
  4. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie

DrWatson 01. Jan 2017

Ja. Zum Beispiel das hier: Gibt es keine Belege für. Falsch. In Kanada hat man die...

M.P. 01. Jan 2017

Naja, wenn man die Sicht auf religiös motiviertes Töten von Menschen fokussiert, kann man...

MarioWario 31. Dez 2016

Es muß jeder selbst wissen wie er/sie Artikel verzapft, aber Kinderkrimineller wäre die...

Niaxa 31. Dez 2016

Es geht nicht darum Grenzen zu schaffen, weil man diese gar nicht schaffen kann. Es geht...

Lagganmhouillin 31. Dez 2016

Den Satz verstehe ich auch nicht ganz, aber mit der Sicherheit der Geräte hat das...


Folgen Sie uns
       


Sony E3 2018 Pressekonferenz - Live (techn. Probleme)

Sony hatte während der Übertragung der Pressekonferenz der E3 2018 massive technische Probleme. Abseits davon waren die gezeigten Spiele aber sehr gut. Trotzdem empfehlen wir, den Abschnitt nach The Last of Us bis zu Ghost of Tsushima zu überspringen. (Minute 40-50)

Sony E3 2018 Pressekonferenz - Live (techn. Probleme) Video aufrufen
Mars: Die Staubstürme des roten Planeten
Mars
Die Staubstürme des roten Planeten

Der Mars-Rover Opportunity ist nicht die erste Mission, die unter Staubstürmen leidet. Aber zumindest sind sie inzwischen viel besser verstanden als in der Frühzeit der Marsforschung.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Nasa Dunkle Nacht im Staubsturm auf dem Mars
  2. Mars Insight Ein Marslander ist nicht genug

Alte gegen neue Model M: Wenn die Knickfedern wohlig klackern
Alte gegen neue Model M
Wenn die Knickfedern wohlig klackern

Seit 1999 gibt es keine Model-M-Tastaturen mit IBM-Logo mehr - das bedeutet aber nicht, dass man keine neuen Keyboards mit dem legendären Tippgefühl bekommt: Unicomp baut die Geräte weiterhin. Wir haben eines der neuen Modelle mit einer Model M von 1992 verglichen.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Kailh KS-Switch im Test Die bessere Alternative zu Cherrys MX Blue
  2. Apple-Patent Krümel sollen Macbook-Tastatur nicht mehr stören
  3. Tastaturen Matias bringt Alternative zum Apple Wired Keyboard

Elektroautos: Ladesäulen und die Tücken des Eichrechts
Elektroautos
Ladesäulen und die Tücken des Eichrechts

Wenn Betreiber von Ladestationen das Wort "eichrechtskonform" hören, stöhnen sie genervt auf. Doch demnächst soll es mehr Lösungen geben, die die Elektromobilität mit dem strengen deutschen Eichrecht in Einklang bringen. Davon profitieren Anbieter und Fahrer gleichermaßen.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Himo Xiaomis E-Bike mit 12-Zoll-Rädern kostet rund 230 Euro
  2. WE Solutions Günstige Elektroautos aus dem 3D-Drucker
  3. Ladesäulen Chademo drängt auf 400-kW-Ladeprotokoll für E-Autos

    •  /