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Sicherheitsbranche: Claude Code Security lässt Aktienkurse abstürzen

Anthropic Claude scannt jetzt Code auf Sicherheitslücken – und treibt die Aktien großer Cybersecurity-Unternehmen auf Talfahrt.
/ Andreas Donath
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Der Aktienmarkt ist wegen KI in Aufregung. (Bild: Pexels)
Der Aktienmarkt ist wegen KI in Aufregung. Bild: Pexels

Am Freitag haben die Börsenmärkte prompt auf die Ankündigung von Anthropic reagiert, seinem KI-Modellpark Claude eine sicherheitsorientierte Funktion hinzuzufügen(öffnet im neuen Fenster) .

Das Tool soll Codebasen auf Schwachstellen durchsuchen und gezielte Patches zur menschlichen Prüfung vorschlagen. Obwohl das Feature derzeit nur in einer eingeschränkten Forschungsvorschau verfügbar ist, ließ die Reaktion nicht lange auf sich warten: Die Aktie von Crowdstrike verlor rund 8 Prozent, Cloudflare fiel um 8,1 Prozent, Okta brach um 9,2 Prozent ein, Sailpoint verlor 9,4 Prozent.

Der Softwaresektor unter Dauerdruck

Der Ausverkauf ist kein Einzelereignis. Der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF(öffnet im neuen Fenster) verlor in diesem Jahr bereits mehr als 23 Prozent. Dennis Dick, Chefhändler bei Triple D Trading, beschrieb gegenüber Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) den Einbruch bei Cybersecurity-Aktien als "Mini-Flash-Crash durch eine Schlagzeile" – getrieben von einer Marktstimmung, die auf KI-Disruptionsnarrative zunehmend reflexartig reagiere.

Vibe Coding als Wachstumskiller?

Im Hintergrund schwelt eine größere Frage: Die wachsende Fähigkeit von KI-Modellen, funktionalen Code zu schreiben – auch als Vibe Coding bekannt – lässt Investoren befürchten, dass Unternehmen künftig eigene Softwarelösungen bauen, anstatt etablierte Produkte zu kaufen. Das sorgt für einen Ausverkauf der möglicherweise betroffenen Unternehmen an der Börse und greift eine mögliche Entwicklung auf, die Nachfrage, Preissetzungsmacht und Margen im gesamten Softwaresektor belasten kann.

Langfristig optimistisch, kurzfristig volatil

Jefferies-Analyst Joseph Gallo zeigte sich vorsichtig zuversichtlich: KI könnte die Cybersecurity-Branche langfristig sogar stärken, nicht schwächen. Gleichzeitig räumte er ein, dass schlagzeilengetriebener Verkaufsdruck in nächster Zeit anhalten dürfte. Denn Anthropic dürfte erst der Anfang sein – weitere KI-Anbieter würden folgen und zunehmend um dieselben Themen konkurrieren.

Ob das Produkt von Anthropic tatsächlich eine Hilfe ist, wird erst ein Test zeigen können.

Anfang Februar 2026 offenbarte sich schon einmal ein ähnliches Problem. Damals stellte Anthropic das Plug-in Legal für Claude Cowork vor , das Firmen, die Software für Juristen als Abo verkaufen, angeblich massiv schaden könnte. Die Tools automatisieren Aufgaben, für die Unternehmen bisher spezialisierte Softwarelizenzen benötigten. Softwareaktien stürzten ab, weil Händler befürchteten, dass Firmen künftig mit weniger Lizenzen auskommen.


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