Sicherheit: Zweifel an Gefahr der Backdoor in Samsungs Galaxy-Geräten
Die gestern bekanntgewordene Backdoor in Samsungs Galaxy-Geräten könnte sich als weniger dramatisch herausstellen, als es die Macher von Replicant dargestellt hatten. Es gibt den Vorwurf, dass ein Angriff mit einer aktuellen Firmware nicht mehr möglich sei, das Sicherheitsrisiko also längst beseitigt ist. Außerdem gibt es Zweifel daran, dass ein Angreifer tatsächlich an relevante Daten gelangen würde, selbst wenn der Gerätebesitzer eine veraltete Firmware verwendet.
Bei den Machern von Xdadevelopers(öffnet im neuen Fenster) hat sich ein renommierter Sicherheitsexperte gemeldet, der darum bat, anonym zu bleiben. Laut seiner Analyse stellt die Backdoor in einigen Galaxy-Geräten keine Gefahr mehr dar, weil diese nur dann gefährlich ist, wenn auf dem Gerät eine Reihe von Sicherheitseinstellungen außer Kraft gesetzt wurde.
Backdoor mit aktueller Firmware unwirksam
Selbst dann soll sich die Backdoor nur für Angriffe nutzen lassen, wenn das betreffende Galaxy-Gerät mit einer veralteten Firmware läuft. Denn laut dem Experten wird eine Attacke verhindert, wenn die Geräte mit einer aktuellen Firmware versehen sind. Bereits mit der Bekanntmachung der Backdoor fiel auf, dass sie für kein aktuelles Galaxy-Modell bestätigt wurde. Lediglich die Samsung-Smartphones Galaxy S3, Galaxy S2, Galaxy S, Galaxy Note 2, Galaxy Note, Galaxy Nexus und Nexus S sowie die Tablet-Modelle Galaxy Tab 2 7.0 und Galaxy Tab 2 10.1 waren betroffen.
Ars Technica(öffnet im neuen Fenster) sprach mit dem Sicherheitsspezialisten Dan Rosenberg über die Backdoor. Dabei äußerte Rosenberg ebenfalls Zweifel daran, dass davon eine reale Gefahr ausgeht. Bislang sei kein Beweis erbracht, dass in der Praxis eine Attacke über die Backdoor möglich ist.
Backdoor kann nur auf ausgewählten Speicherbereich zugreifen
Außderdem kritisiert Rosenberg, dass bei der Backdoor-Bekanntgabe nicht darauf eingegangen wurde, dass darüber nur ein Zugriff auf die Speicherbereiche möglich ist, die im Zusammenspiel mit dem Modem stehen. Zudem kann auf alle Bereiche auf der Speicherkarte zugegriffen werden. Das könnte im Zusammenspiel mit der Android-Version von Whatsapp zum Problem werden.
Die Backdoor wurde von Paul Kocialkowski vom Replicant-Team bekanntgemacht. Laut seiner Auskunft können darüber beliebige Daten auf dem Smartphone oder Tablet ausgelesen werden. Weil sich Daten auch verändern lassen, ließe sich Schadsoftware auf das Gerät spielen.
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