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Wie kann man sich schützen?

Golem.de: Wie können sich Betroffene vor diesen Gefahren schützen?

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Brack: Einerseits ist die normale Vorsicht angebracht. Wer zum Schutz einen Zaun baut, sollte vielleicht auch einmal in den Himmel schauen. Gefährlich ist es, sich durch Zäune und Zugangskontrollen am Boden in falscher Sicherheit zu wiegen. Andererseits schützen auch Vorsichtsmaßnahmen wie ein Schutz gegen Einsicht von außen, wenn man ein Meeting hat, auf dem etwa interne Geschäftszahlen oder andere klassifizierte Informationen präsentiert werden. Darüber hinaus ist es sehr schwierig, sich als Privater gegen solche Bedrohungen zu wehren, denn eine Drohne kann sehr hoch fliegen, ist daher fast unsichtbar und kaum zu hören.

Golem.de: Wie sieht es mit aktiven Abwehrmaßnahmen aus?

Brack: Es gibt zwar Drohenerkennungslösungen, aber bei der aktiven Abwehr ist das Problem, dass die effektivste Lösung - das Jamming - für Privatpersonen gar nicht erlaubt ist. Ich denke, das wird sich in den nächsten Jahren auch nicht ändern. Dass man einfach mal schnell einen Jammer [Störsender, Anm. d. Red.] aufstellt und damit alle Frequenzen stört, das gibt es leider nur im Actionfilm. In Wirklichkeit ist die Technik absolut verboten und darf nur von Polizei und Militär eingesetzt werden. Die Polizei wiederum setzt das nur bei großen Events wie zum Beispiel dem World Economic Forum ein, wo sie etwas schützen muss. Für Private gibt es fast keine aktiven Abwehrmöglichkeiten. Zumindest in der Schweiz geht beispielsweise Herunterschießen gar nicht. Schon die Drohne mit dem Gartenschlauch abzuspritzen oder mit Steinen danach zu werfen, ist rechtlich problematisch. Man kann eine Drohne natürlich melden, wenn man den Piloten identifiziert hat, aber ansonsten ist es sehr schwierig, sich aktiv zu wehren. Da hinkt das Gesetz der Technik weit hinterher.

Golem.de: Was müsste der Gesetzgeber tun, um die Situation zu verbessern?

Brack: Ich denke, es werden bereits sehr viele Schritte unternommen, um die Öffentlichkeit zu schützen, zum Beispiel durch Gewichtsbeschränkungen, so typischerweise um die 250 Gramm. Also was gilt noch als Spielzeugdrohne, die man ja gerne mit seinen Kindern fliegen möchte, und was nicht. Außerdem darf man über eine bestimmte Höhe nicht aufsteigen und es gibt Apps, die einem anzeigen, ob zum Beispiel ein Flughafen in der Nähe ist. Es wird schon viel unternommen, einige Länder sind sehr streng, da gibt es komplette Flugverbote oder man muss sich lizenzieren oder die Drohne registrieren. Beides wird sicherlich irgendwann flächendeckend eingeführt, damit der Drohneneinsatz auch versicherungstechnisch geklärt ist. Das Problem ist natürlich: Gesetze haben noch nie Kriminelle von ihrem Tun abgehalten. Daher muss ich mir als Unternehmen oder als Anbieter kritischer Infrastrukturen überlegen, wie man sich darüber hinaus noch gegen dedizierte und gegebenenfalls verheerenden Drohnenangriffe schützen muss.

Golem.de: Wäre es nicht sinnvoll, hier das Jamming zu erlauben?

Brack: Ich denke nicht, denn das ist viel zu gefährlich. Wir haben Szenarien entwickelt, in denen zum Beispiel in einem Fußballstadion das Wi-Fi oder 5G gejammt werden, aber auf diese Netze sind ja auch Notfallorganisationen wie Sanitäter oder Polizei angewiesen. Was ich mir dagegen gut vorstellen könnte, und daran arbeiten wir gerade zusammen mit der Schweizer Polizei und dem Militär, wäre die Einführung von lizenzierten Jammern in einer Public-Private-Partnership. Ich könnte mir ein gemeinsames digitales Lagebild vorstellen, das eine Drohnenpräsenz in forensischer Qualität aufzeichnet und diese Information live mit der Polizei teilt. So könnte man sagen, liebe Polizei, hier ist der Beweis, die Drohne ist dort, könnt ihr uns helfen. Dann könnte die Polizei den Knopf zum Jamming drücken. Denn für diese Art von Bedrohungen braucht es definitiv Lösungen, ohne Jamming generell zu erlauben.

Ein ähnliches Problem besteht mit Rettungshelikoptern. Wenn jemand eine Drohne an einem Ort legal fliegen lässt, zum Beispiel auf einem Feld, und zu diesem Zeitpunkt auf einer nahegelegenen Straße ein Unfall passiert. Dann kommt der Rettungshelikopter, um die Verletzten ins Spital zu bringen. Wenn dann dort eine Drohne herumfliegt - und wir hatten in der Schweiz mehrere solcher Fälle -, darf der Rettungshelikopter nicht abfliegen. Die Polizei musste erst um mehrere Häuser herumrennen und versuchen, den Drohnenpiloten zu identifizieren, der einfach zu einem digitalen Gaffer geworden ist.

Golem.de: Wie reagieren neue Kunden und Betroffene auf Ihre Warnungen?

Brack: Ich habe jetzt viel mit großen Events zu tun, wie die Jugendolympiade 2020 und verschiedene Musik- und Filmfestivals. Viele von denen sind gewohnt, Risikoanalysen über Flucht- und Zutrittswege und Gefahrenszenarien zu machen. Aber die spezifische Gefahr durch Drohnen sind ganz neu.

Golem.de: Wie werden sich Drohnen in den kommenden fünf Jahren technologisch entwickeln?

Brack: Drohnen werden sicher viel autonomer werden. Es gibt ja heute bereits spezialisierte Drohnen für die Fotografie, die einem automatisch folgen, zum Beispiel wenn man Mountainbike fährt. In Zukunft werden Drohnen automatisch Anweisungen wie "fliege mit der Wärmbildkamera um mein Haus" ausführen. Auch für die Verteilung von Medikamenten in schwer zugänglichen Regionen oder sogar das Abwerfen eines Rettungsrings in Seenot sind kommende Anwendungsfälle.

Diese Automatisierung kann auf der anderen Seite auch die Risiken minimieren, denn in solchen Fällen ist vorprogrammiert, was eine Drohne darf und was nicht. Auch technologisch wird es noch Veränderungen geben. Die Motoren werden effizienter, die Flugdauer länger und auch beim Leichtbau und vielleicht bei der Solartechnologie wird es Entwicklungen geben. Aber es gibt natürlich auch eine physikalisch bedingte Effizienzgrenze bei dem, was eine Drohne kann. In manchen Szenarien wie etwa bei einem Langdistanz- oder Schwerlastflug ist es oft einfacher, einen klassischen Helikopter einzusetzen.

Golem.de: Herr Brack, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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 Sicherheit: Welche Gefahren durch Drohnen drohen
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serra.avatar 08. Dez 2018

***************************** Du bist das beste Beispiel für einen der überhaupt nicht...

Onkel Ho 07. Dez 2018

Das Problem ist halt, dass dir die Teile suggerieren, dass sie absolut idotensicher sind...

pointX 06. Dez 2018

Wieviel der dort aufgelisteteten Risiken haben nichts mit einer Drohne zu tun, sondern...

CaTiO 06. Dez 2018

Der "Drohnenführerschein" für Privat (Ein Kenntnisnachweis, der seit 01. Oktober 2017 für...


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