Sicherheit: Überwachungswerkzeug wird zum Trojaner

Eine funktionsreiche Verwaltungssoftware wird von Hackern genutzt und ist jetzt von verschiedenen Herstellern als gefährlicher Trojaner eingestuft worden. Sie soll nicht nur unter Windows, sondern auch unter Mac OS X, Linux und Solaris funktionieren.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Trojaner Wirenet im Disassembler
Der Trojaner Wirenet im Disassembler (Bild: Dr. Web)

Gegenwärtig warnt der Antivirensoftwarehersteller Dr. Web vor dem Trojaner Wirenet. Dieser soll auf Linux- und Mac-OS-X-Rechnern unter anderem Passwörter aus Browsern auslesen und einen Keylogger installieren. Die Daten sollen an einen C&C-Server in Polen übertragen werden. Allerdings handelt es sich offensichtlich um eine Administrations- und Überwachungssoftware, die von Hackern missbraucht wird.

Stellenmarkt
  1. Projektleitung / Geschäftsprozessmanager/-in (m/w/d)
    Bezirksamt Neukölln von Berlin, Berlin
  2. Mitarbeiter IT-Management (m/w/d)
    Volksbank Herford-Mindener Land eG, Herford
Detailsuche

Wie The H berichtet, heißt die ursprüngliche Software Netwire und wird von dem Unternehmen World Wired Labs entwickelt. Die Software wird für Linux, Mac OS X, aber auch für Windows und Solaris angeboten. Der Anbieter wirbt damit, dass die Netwire-Software von Anitvirensoftware nicht entdeckt werden kann. Die Software soll für die Administration, aber auch für Eltern zur Überwachung ihrer Kinder geeignet sein, schreibt World Wired Labs.

Durch die Firewall

Für Hacker ist die Software deshalb interessant, weil sie per Reverse Proxy Firewalls umgehen kann, schreibt The H. Außerdem soll sie nicht nur Browserpasswörter auslesen, sondern auch Screenshots machen können. Es sollen weiterhin Erweiterungen in der Entwicklung sein, die Truecrypt-Passwörter auslesen oder Unterhaltungen in Instant-Messaging-Applikationen mitschneiden können. Der Keylogger lasse sich auch ohne Administratorrechte installieren und nutzen.

Das Unternehmen sei offensichtlich nicht darüber glücklich, dass seine Software missbraucht werde, schreibt The H. Denn bei der Installation müssen Nutzer zustimmen, Netwire nicht unerlaubt auf fremden Rechnern zu installieren oder anderweitig illegal zu nutzen.

Als Trojaner eingestuft

Golem Karrierewelt
  1. First Response auf Security Incidents: Ein-Tages-Workshop
    14.11.2022, Virtuell
  2. DP-203 Data Engineering on Microsoft Azure: virtueller Vier-Tage-Workshop
    12.-15.09.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Dass Hacker die Software selbst nutzen und Erweiterungen schreiben, wie die Überwachungssoftware vor Antivirensoftware versteckt werden kann, hat nun einige Sicherheitsunternehmen auf den Plan gerufen, die Netwire als Trojaner einzustufen, darunter auch das Sicherheitsunternehmen Dr. Web. Dort wird Netwire als Trojaner unter dem Namen Backdoor.Wirenet.1 gelistet. Dr. Web verspricht, seine Software könne den Trojaner aufspüren und unschädlich machen. Das gleiche Unternehmen hatte im April 2012 auf den Flashback-Trojaner hingewiesen, der zahlreiche Apple-Rechner infizierte.

Bei dem Trojaner soll es sich um eine ausführbare Datei handeln, die sich im Home-Verzeichnis einen Nutzers installiert. Sie gibt sich den Namen "WIFIADAPT". Die Daten, die der Trojaner sammelt, sollen mit AES verschlüsselt an die IP-Adresse 212.7.208.65 weitergegeben werden, die in Warschau in Polen registriert ist.

Fragwürdige Gegenmaßnahmen

Nach eigenen Angaben untersuchen die Entwickler bei Dr. Web noch, wie sich der Trojaner verbreitet. Außerdem macht das Sicherheitsunternehmen keine Angaben dazu, wie verbreitet der Trojaner ist. Mit ihrer Software seien Anwender aber geschützt, schreibt Dr. Web auf seiner Webseite.

Nutzer weisen darauf hin, dass die IP-Adresse zunächst in der Firewall der Systeme geblockt werden kann. Außerdem können Anwender eine gleichnamige Datei oder ein Verzeichnis erstellen, um die Installation der Software zu verhindern. Ob diese einfachen Maßnahmen reichen, um sich dauerhaft gegen den Trojaner zu wehren, ist allerdings fraglich.

Immerhin steht fest, dass die Datei ausgeführt werden muss, damit sich der Trojaner installiert. Und es handelt sich nicht um eine Java-basierte Anwendung.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
James Webb Space Telescope
Das Weltraumteleskop wird mit Javascript betrieben

Die in der Raumfahrt verwendete Software ist manchmal kurios. Im Fall des JWST wird das ISIM mit Javascript kontrolliert und betrieben.

James Webb Space Telescope: Das Weltraumteleskop wird mit Javascript betrieben
Artikel
  1. Betrug: Wenn die Phishing-Mail wirklich von Paypal kommt
    Betrug
    Wenn die Phishing-Mail wirklich von Paypal kommt

    Die E-Mail stammt von Paypals Servern und weist auf eine unter Paypal.com einsehbare Transaktion hin. Doch hinter E-Mail und Hotline stecken Betrüger.

  2. ADAC-Test: Elektroautos als Zugmaschinen - was bringt's?
    ADAC-Test
    Elektroautos als Zugmaschinen - was bringt's?

    Der ADAC hat den Stromverbrauch von Elektroautos mit Anhängern und Fahrradgepäckträgern gemessen. Gute Noten gibt es dabei keine.

  3. Botnetz: Google blockiert Rekord-DDoS-Angriff
    Botnetz
    Google blockiert Rekord-DDoS-Angriff

    Für einen Kunden konnte Google den größten HTTPS-basierten DDoS-Angriff mit 46 Millionen Anfragen pro Sekunde abwehren.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindStar (MSI RTX 3090 Gaming 1.269€, Seagate Festplatte ext. 18 TB 295€) • PS5-Deals (Uncharted Legacy of Thieves 15,38€, Horzizon FW 39,99€) • HP HyperX Gaming-Maus -51% • Alternate (Kingston Fury DDR5-6000 32GB 219,90€ statt 246€) • Samsung Galaxy S22+ 5G 128 GB 839,99€ [Werbung]
    •  /