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Sicherheit: Schwachstellen in US-Kraftwerken aufgedeckt

Drei US-Sicherheitsexperten haben Schwachstellen in den Systemen von Versorgungsunternehmen in Kanada und den USA aufgedeckt. Dadurch könnten Steuerungsrechner lahmgelegt oder sogar übernommen werden.
/ Werner Pluta
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Umspannwerk: Programmcode auf einen Rechner schleusen und ausführen (Bild: John Moore/Getty Images News)
Umspannwerk: Programmcode auf einen Rechner schleusen und ausführen Bild: John Moore/Getty Images News

Sicherheitsexperten haben Schwachstellen in den Systemen von Versorgungsunternehmen in Nordamerika gefunden. Über diese Sicherheitslücken könnten Angreifer die Steuerungsrechner von Wasserwerken, Umspannstationen oder Kraftwerken außer Funktion setzen oder die Kontrolle übernehmen.

Adam Crain, Chris Sistrunk und Adam Todorski haben die sogenannten Scada-Systeme (Supervisory Control and Data Acquisition(öffnet im neuen Fenster)) auf Schwachstellen untersucht. Scada-Systeme werden zur Steuerung von Anlagen eingesetzt.

Schwachstellen in Implementierung

Die drei Experten haben in den Produkten von 20 Anbietern mehr als 25 Sicherheitslücken gefunden. Die Systeme nutzen DNP3, ein Protokoll für serielle Kommunikation, das in den meisten Anlagen des Stromnetzes in Kanada und den USA im Einsatz ist. Das Protokoll selbst sei jedoch nicht das Problem. Die Schwachstellen entstünden bei der Implementierung, sagte Crain dem US-Technologiemagazin Wired(öffnet im neuen Fenster).

Davon gebe es genug: Sie hätten in fast jeder Implementierung des Protokolls eine Schwachstelle gefunden, sagte Sistrunk. "Manche waren schlimmer als andere." Die meisten ermöglichten es Angreifern, Kontrollserver in Endlosschleifen zu versetzen, wodurch sie nicht mehr auf Befehle reagieren. Das Bedienpersonal könne dann eine Anlage nicht mehr überwachen oder steuern. Über einige Sicherheitslücken sei es aber möglich, Programmcode auf einen Rechner zu schleusen und auszuführen.

IP-basierte Kommunikation

Die Sicherheitsexperten konzentrierten sich auf die IP-basierte Kommunikation der Versorgungsanlagen, da sie diese als das größere Risiko betrachteten, sagte Crain. Entsprechend seien sie zwar auch mit Firewalls abgesichert. Es gebe aber eine Reihe von Möglichkeiten, die von ihnen untersuchten Systeme anzugreifen. Die Versorger müssten sich deshalb um diese Schwachstellen kümmern. Experten warnen immer wieder vor unsicheren Scada-Systemen.

Crain, Sistrunk und Todorski haben das Industrial Control Systems Cyber Emergency Response Team (ICS-Cert) über die Schwachstellen informiert. Die für die Sicherheit von Industrieanlagen zuständige Stelle beim US-Heimatschutzministerium hilft ihnen, die Anbieter zu unterrichten. Auf der Seite von Crains Unternehmen Automatak(öffnet im neuen Fenster) gibt es zudem Anweisungen des ICS-Cert zum Umgang mit Schwachstellen(öffnet im neuen Fenster).


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