Abo
  • IT-Karriere:

Sicherheit: "Mit Linux Mint würde ich kein Onlinebanking machen"

Der Ubuntu-Entwickler Oliver Grawert hat einen Streit um die Sicherheit der Ubuntu-basierten Distribution Linux Mint ausgelöst. Sicherheitskritische Updates werden nur zu spät oder gar nicht übernommen. Das Linux-Mint-Team reagiert prompt: Grawert habe keine Ahnung von der Distribution.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Update Manager in Linux Mint
Der Update Manager in Linux Mint (Bild: Screenshot Clement Lefebvre/Linux Mint)

In einer Diskussion um ein neues Ubuntu-Derivat hat sich der Canonical-Entwickler missbilligend zur Updatepolitik von Linux Mint geäußert: Sicherheitskritische Pakete werden von der Ubuntu-basierten Linux-Distribution unzureichend oder gar nicht aktualisiert. Er würde daher davon abraten, mit Linux Mint Onlinebanking zu machen, schreibt der Ubuntu-Entwickler Oliver Grawert. Linux-Mint-Initiator Clement Lefebvre wirft Grawert seinerseits Ahnungslosigkeit vor. Anwender könnten selbst bestimmen, welche Software in Linux Mint aktualisiert werden könne.

Stellenmarkt
  1. ManpowerGroup Deutschland GmbH & Co. KG, Kiel
  2. GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH, München

Grawerts Kommentar fiel in einer Diskussion auf Ubuntus Entwickler-Mailingliste über eine mögliche neue Ubuntu-Variante mit dem Mate-Desktop. Mate wird als Fork von Gnome 2 entwickelt, dessen Pakete weder in den offiziellen Softwarequellen von Ubuntu noch in denen von Debian bereitgestellt werden, aus denen auch etliche Ubuntu-Pakete stammen. Grawert nannte aber nicht die Pakete des Mate-Desktops als mögliche Unsicherheitsquelle, sondern listete den Grafikserver X.org, den Linux-Kernel, den Browser Firefox sowie den Bootloader und weitere Softwarepakete auf, die in Linux Mint nicht zwingend aktualisiert werden. Er zitiert dabei aus der Datei Mintupdate-Rules, die vor Updates zahlreicher Softwarepakete warnen.

Mehrstufige Updates

Tatsächlich dient Mintupdate-Rules als Vorlage für den Mint-eigenen Update Manager, der Aktualisierungen in fünf Stufen einteilt. Diese Stufen weisen auf mögliche Instabilitäten des Betriebssystems hin, die nach einem Update auftreten, etwa wenn die von Nvidia bereitgestellten proprietären Treiber nicht mit einer neueren Version des Linux-Kernels funktionieren.

Diese Vorgehensweise sei bereits 2007 vom Linux-Mint-Team beschlossen worden, um Anwender vor einem nicht mehr funktionierenden System zu bewahren, schreibt Lefebvre in seiner Replik auf die Vorwürfe. In der Vergangenheit habe es bei Ubuntu immer wieder Regressionen bei Aktualisierungen gegeben.

Der Browser Firefox werde in Linux Mint ohnehin standard- und regelmäßig aktualisiert. Lediglich in der Linux Mint Debian Edition (LMDE) sei Firefox bis vor kurzem noch nicht schnell genug aktualisiert worden. Lefebvre vermutet, dass sich Grawert in seinem Posting darauf bezog. Dort sei das Browserupdate aber inzwischen automatisiert worden. Daher werden auch hier Aktualisierungen schneller ausgeliefert.

Updates nach Wahl

Im Update Manager könne der Anwender selbst bestimmen, welche Aktualisierungen er auch direkt von Ubuntu übernehmen könne. Die Stufen 1 bis 3 weisen Updates als unbedenklich aus. Firefox sei bei Linux Mint in Stufe 2 eingeordnet. Aktualisierungen in Stufen 4 und 5 können laut Linux Mint zu einem instabilen System führen, die Begründungen dafür sind in der Datei Mintupdate-Rules. Daher seien diese Stufen standardmäßig deaktiviert. Sie können vom Anwender dennoch jederzeit eingeschaltet werden, schreibt Lefebvre. Ohnehin sei die Diskussion aufgeblasen worden. Er habe den Eindruck, dass bei Canonical kaum einer genau wisse, welche Pakete Linux Mint von Ubuntu beziehe. Das gehe auch aus seiner Korrespondenz mit Canonicals Rechtsabteilung hervor, mit der er gegenwärtig über die Lizenzierung von Ubuntu-Paketen diskutiere. Seit Mint 9 im Jahr 2010 erschien, melde sich der User Agent der Linux-Distribution ohnehin als "Ubuntu".

Er möchte sich lieber um die Fehlersuche in Linux Mint 16 RC1 kümmern, statt sich um die mangelnden Kenntnisse Canonicals und aufgeblähten Meldungen aus der Presse zu kümmern, schließt Lefebvre seinen Blogpost.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-75%) 3,75€
  2. 50,99€
  3. 2,99€
  4. 3,74€

jack_torrance 10. Feb 2014

Ich habe vieles (lange) ausprobiert, bei mir gilt (mitunter wegen dem genialen...

tibrob 20. Nov 2013

Mir persönlich gefällt Unity, da ich damit nahezu alles vollständig und komfortabel mit...

Citrixx 20. Nov 2013

Ja, das steht aber alles auch in dem Wikipedia-Artikel, den ich extra im ersten Posting...

EvilSheep 20. Nov 2013

Peinlich wenn Ubuntu schon zu solchenMethoden greifen muss. Sie scheinen wohl zu merken...

su 20. Nov 2013

Quark, verklagt wird Canonical nur, wenn sie u.U. keine Lizenzgebühren für die...


Folgen Sie uns
       


Noctuas passiver CPU-Kühler (Computex 2019)

Noctua zeigt den ersten passiven CPU-Kühler, welcher sogar einen achtkernigen Core i9-9900K auf Temperatur halten kann.

Noctuas passiver CPU-Kühler (Computex 2019) Video aufrufen
Ursula von der Leyen: Von Zensursula zur EU-Kommissionspräsidentin
Ursula von der Leyen
Von "Zensursula" zur EU-Kommissionspräsidentin

Nach der "Rede ihres Lebens" hat das Europäische Parlament am Dienstagabend Ursula von der Leyen an die Spitze der EU-Kommission gewählt. Die Christdemokratin will sich in ihrem neuen Amt binnen 100 Tagen für einen Ethik-Rahmen für KI und ambitioniertere Klimaziele stark machen. Den Planeten retten, lautet ihr ganz großer Vorsatz.
Ein Bericht von Justus Staufburg

  1. Adsense for Search Neue Milliardenstrafe gegen Google in der EU

Ricoh GR III im Test: Kompaktkamera mit Riesensensor, aber ohne Zoom
Ricoh GR III im Test
Kompaktkamera mit Riesensensor, aber ohne Zoom

Kann das gutgehen? Ricoh hat mit der GR III eine Kompaktkamera im Sortiment, die mit einem APS-C-Sensor ausgerüstet ist, rund 900 Euro kostet und keinen Zoom bietet. Wir haben die Kamera ausprobiert.
Ein Test von Andreas Donath

  1. Theta Z1 Ricoh stellt 360-Grad-Panoramakamera mit Profifunktionen vor
  2. Ricoh GR III Eine halbe Sekunde Belichtungszeit ohne Stativ

Projektorkauf: Lumen, ANSI und mehr
Projektorkauf
Lumen, ANSI und mehr

Gerade bei Projektoren werden auf Plattformen verschiedener Onlinehändler kuriose Angaben zur Helligkeit beziehungsweise Leuchtstärke gemacht - sofern diese überhaupt angegeben werden. Wir bringen etwas Licht ins Dunkel und beschäftigen uns mit Einheiten rund um das Thema Helligkeit.
Von Mike Wobker


      •  /