Sicherheit: Keylogger verwandelt Linux-Server in Spam-Schleuder

Noch sind über das Rootkit SSHD-Spam-Exploit nicht viele Details bekannt, fest steht aber, dass es sich um ein Linux-Rootkit handelt, das sich auf Servern einnistet und von dort aus Spam verbreitet. In einem Thread auf webhostingtalk.com(öffnet im neuen Fenster) sammeln sich Berichte über das Rootkit.
Rootkit als Bibliothek
Die Malware installiert sich als Libkeyutils.so.1.9 mit Root-Rechten. Betroffen sind bisher mutmaßlich Server, auf denen Red-Hat-basierte Linux-Systeme wie CentOS oder Cloudlinux(öffnet im neuen Fenster) laufen. Betroffen sind Meldungen zufolge aber auch Archlinux oder Debian. Der Aufruf rpm -qf /lib64/libkeyutils.so.1.9 wird mit der Meldung "file /lib64/libkeyutils.so.1.9 is not owned by any package" quittiert. Betroffen sind auch 32-Bit-Systeme. Dort nistet sich das Rootkit im Verzeichnis /lib ein. Außerdem kann die Locate-Datenbank Updatedb mit su -c "updatedb" && locate libkeyutils.so.1.9 befragt werden. Es gibt auch Hinweise, dass die Datei abweichende Nummerierungen trägt, etwa libkeyutils.so.1.2 .
Ersten Meldungen zufolge lässt sich die Malware löschen. Mit ldconfig können die installierten Bibliotheken in ld.so.cache aktualisiert werden. Inzwischen gibt es aber Hinweise, dass die Angreifer auch nach dem Löschen der Datei Zugriff auf den Server haben. Andere Anwender haben inzwischen den SSH-Port ganz abgeschaltet oder IP-Adressen mit Iptables geblockt, die in der Rootkit-Datei eingebettet sind.
Eingebettete IP-Adressen
Eine erste Analyse des Rootkits(öffnet im neuen Fenster) offenbart eine IP-Adresse, die vermeintlich zu einem Server in Moskau gehörte. Die IP-Adresse lässt sich mit den Befehlen ./audit libkeyutils.so.1.9 output und strings output |grep -Eo '[0-9]{1,3}\.[0-9]{1,3}\.[0-9]{1,3}\.[0-9]{1,3}' auslesen.
Das Rootkit spioniert auch Passwörter auf dem betroffenen System aus und überträgt SSH-Schlüssel sowie die Passwortdatei /etc/shadow an den Server über eine SSH-Verbindung. Daher der Name " SSHD-Spam-Exploit".
Verbreitung unklar
Wie sich das Rootkit verbreitet, ist noch unklar. Zunächst berichteten Anwender über lokale Angriffe mit einem Keylogger(öffnet im neuen Fenster) , der die Login-Daten über eine geöffnete Administrationsshell eines Client-Rechners ausliest und über den Port 53/UDP auf einen Server eines Angreifers überträgt. Inzwischen gibt es aber auch Berichte über einen Angriff aus der Ferne, etwa über eine Schwachstelle im Mailserver Exim(öffnet im neuen Fenster) oder eine noch nicht gepatchte Ptrace-Schwachstelle im Linux-Kernel(öffnet im neuen Fenster) bis Version 3.7.5. Eine Infektion über den Linux-Kernel schließen die meisten Betroffenen aber aus. Zumindest der Grad der Verbreitung deutet aber auf externe Angriffe hin.
Für Cloudlinux gibt es einen Patch(öffnet im neuen Fenster) , der allerdings lediglich die Bibliotheksdatei löscht.



