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Iran-Konflikt: Telekommunikationsdaten zeigen Handyortung von US-Soldaten

Telekommunikationsdaten belegen wiederholte Versuche, US-Militärangehörige im Golf per Handyortung aufzuspüren – auch schon vor dem Iran-Krieg.
/ Andreas Donath
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US-Soldat mit Smartphone (Bild: Pexels)
US-Soldat mit Smartphone Bild: Pexels / CC0 1.0

Mobilfunknetze im gesamten Nahen Osten sind während des jüngsten Konflikts mit dem Iran wiederholt Ziel von Versuchen gewesen, den Standort von US-Soldaten und Vertragspartnern zu bestimmen. Das geht aus Telekommunikationsdaten hervor, die der Financial Times vorliegen(öffnet im neuen Fenster).

Die vom Forschungsprojekt Mobile Surveillance Monitor dokumentierten Ortungsversuche begannen bereits vor den amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran Ende Februar 2026. Sie setzten sich in den ersten Kriegstagen fort, als Teheran mit Raketen und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in der Region reagierte.

Abgeordnete in Washington sind besorgt, dass Lücken in Roaming-Systemen und in der Werbetechnologie von Smartphones den Aufenthaltsort von US-Personal während der Kampfhandlungen offengelegt haben könnten.

Wie US-Personal ins Visier geriet

Die Daten zeigen, dass regionale Netzbetreiber wiederholt sogenannte SS7-Anfragen blockierten. Solche Anfragen können den ungefähren Standort eines Telefons offenlegen, das außerhalb seines Heimatlandes im Roaming ist. Zwei Sicherheitsforscher, die das Material prüften, sprachen von einem koordinierten Vorgehen statt vereinzelter Testversuche.

Experten vermuten, dass der Iran oder verbündete Gruppen Roaming-Vereinbarungen mit lokalen Anbietern ausnutzten, um US-Personal zu lokalisieren. Ein US-Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte, erklärte, iranisch gesteuerte Akteure hätten womöglich auch kommerzielle Werbedaten missbraucht, um Handyinformationen in Kurdistan zu verfolgen.

Iranische und verbündete Kräfte griffen während des Krieges mehrere Hotels im Irak und in Bahrain an, darunter Unterkünfte, in denen US-Personal untergebracht war. Dabei wurden einige Soldaten verletzt.

Reaktionen aus Politik und Militär

Das US-Zentralkommando teilte dem Kongress im April mit, es habe mehrere Meldungen über Versuche erhalten, kommerzielle Standortdaten gegen Streitkräfte in der Region zu missbrauchen. Wie diese Fälle aufgeklärt wurden, blieb offen.

Senator Ron Wyden, der das Thema bereits mehreren Regierungen vorgetragen hatte, erklärte, der Vorfall wäre der erste bestätigte Fall, in dem ein Gegner während aktiver Kampfhandlungen kommerzielle Standortdaten gegen US-Personal eingesetzt habe.

Die technische Schwachstelle SS7

SS7(öffnet im neuen Fenster), das alte Signalisierungsprotokoll, auf dem globale Telefonnetze aufbauen, ermöglicht es Netzbetreibern und anderen Akteuren mit Systemzugang, Geräte im Auslandsroaming zu orten. Iranische Netzbetreiber unterhalten Roaming-Vereinbarungen im gesamten Golf, was ihnen einen technischen Zugang verschafft, um solche Anfragen über die eigenen Landesgrenzen hinaus zu versenden.


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