Sicherheit: Gerätehersteller haben Zugriff auf Facebook-Daten

Schwere Vorwürfe gegen Facebook. Das soziale Netzwerk soll über 60 Herstellern von Smartphones und Tablets umfangreichen Zugriff auf Facebook-Daten gewährt haben - ohne Zustimmung der Nutzer. Facebook hält den Datenaustausch für rechtskonform.

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Facebook soll Daten ohne Zustimmung der Nutzer weitergegeben haben.
Facebook soll Daten ohne Zustimmung der Nutzer weitergegeben haben. (Bild: Juan Mabromata/AFP/Getty Images)

Nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica gibt es neue Vorwürfe gegen Facebook. Diesmal geht es darum, dass das soziale Netzwerk mehr als 60 Geräteherstellern Zugriff auf Nutzerdaten gewährt habe, berichtet die New York Times. Dabei sollen die Gerätehersteller auch Zugriff auf die Daten der Freunde eines Facebook-Nutzers und bei Bedarf noch die Daten von deren Freunden erhalten.

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2007 hatte Facebook die Device-Integrated-API veröffentlicht und im Zuge dessen mit mehr als 60 Geräteherstellern eine Vereinbarung getroffen, dass diese auf die Facebook-Daten zugreifen können. Diese API war aus einer Zeit, als Facebook noch darum kämpfte, auch auf mobilen Geräten genutzt zu werden. Zu dieser Zeit waren noch keine Apps üblich, wie sie heute bekannt sind. Mit dieser API sollten Gerätehersteller ihren Kunden die Möglichkeit geben, Facebook auf ihrem mobilen Gerät zu verwenden.

Diese API wurde unter anderem von Amazon, Apple, Blackberry, Microsoft und Samsung verwendet. Die New York Times bat die Unternehmen um Stellungnahmen. Amazon und Samsung verweigerten einen Kommentar und Apple sagte, dass dieser Datenzugriff seit September 2017 nicht mehr verwendet werde. Blackberry und Microsoft versprechen, keine Nutzerdaten auf ihren Servern zu speichern. Hierbei geht es um die Blackberry-Smartphones, die noch mit dem Blackberry-Betriebssystem laufen. Die neueren Blackberry-Smartphones mit Android sollen davon nicht betroffen sein. Facebook hat bereits bestätigt, dass manche Hersteller die Nutzerdaten auf eigenen Servern gespeichert haben.

Persönliche Daten von knapp 300.000 Nutzern

Die New York Times ging der Sache nach und hat ein Blackberry-Smartphone von 2013 eingerichtet. Nachdem die Nutzerdaten für ein Facebook-Konto im Blackberry Hub eingegeben wurden, wurden alle Daten auf das Gerät geladen. Der Hub dient dazu, alle Daten aus sozialen Netzwerken, E-Mails und SMS an einem zentralen Ort zu sammeln. Darüber hinaus wurden aber auch die Nutzerdaten von Freunden geladen. Aber damit nicht genug, auch die persönlichen Daten von Freunden dieser Freunde wurden auf das Blackberry-Smartphone gespielt.

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Zunächst gelangten so die Facebook-Daten von 556 Kontakten auf das Smartphone, am Ende hatte er Zugriff auf die Nutzerdaten von 294.258 Facebook-Anwendern. Die New York Times betont, dass diese Daten auch dann weitergegeben wurden, wenn die betreffenden Personen einer Weiterleitung ihrer Daten ausdrücklich nicht zugestimmt haben.

Facebook widerspricht dem Bericht

Seit 2015 haben Facebook-Kunden die Möglichkeit, der Datenweitergabe an Dritte zu widersprechen. Dieser Widerspruch gelte aber nach Facebooks Ansicht nicht für Device-Integrated-APIs. Denn das soziale Netzwerk sieht Kunden dieser API als Service Provider und diese seien keine dritten Parteien. Damit gelten nach Ansicht von Facebook auch nicht die 2012 ergangenen Regeln der US-Handelsaufsicht FTC, wonach sich Facebook verpflichtet, die Datenschutzeinstellungen der Kunden bezüglich der Datenweitergabe an Dritte zu berücksichtigen. Diese Auffassung teilt die FTC nicht und eine Datenweitergabe über die API sei damit nicht erlaubt.

Facebook widerspricht dieser Darstellung und versichert, dass die Nutzerdaten von Freunden nur dann weitergegeben wurden, wenn dieser Datenweitergabe zugestimmt wurde. Nach Aussagen von Facebook sollen bisher 22 der oben genannten Partnerschaften beendet worden sein. Nähere Details gibt Facebook dazu nicht. Damit ist offen, welche Partnerschaften nun nicht mehr bestehen und welche fortgeführt werden.

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