Sicherheit geht vor: BVG startet autonome Busse "auf Grundschulniveau"

Nach einem halbjährigen Testbetrieb fahren autonome Busse nun regelmäßig über den Campus der Charité in Berlin. Der Start wird vom tödlichen Uber-Unfall überschattet.

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Der autonome Bus der BVG
Der autonome Bus der BVG (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Auf zwei Geländen des Berliner Universitätsklinikums Charité sind ab sofort vier autonome elektrische Busse im Regelbetrieb unterwegs. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) starteten das vom Bundesumweltministerium geförderte Projekt Stimulate Probefahrt mit Navya-Kleinbus auf dem Gelände der Charité in Berlin am Montag im Beisein von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller und der neuen Bundesumweltministerin Svenja Schulze (beide SPD). Die Regierung wolle erproben, wie weit Menschen Elektromobilität akzeptieren wollten, sagte Schulze. Die BVG dämpfte die Erwartungen an das Projekt. Das autonome Fahren stecke noch in den Kinderschuhen und sei derzeit auf "Grundschulniveau", sagte Vorstandsmitglied Henrik Haenecke.

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Das Projekt war im August 2017 präsentiert worden. Nun sind die Busse auf drei Strecken im Einsatz: ein Rundkurs auf dem Campus Mitte von 1,2 km Länge sowie zwei weitere Rundkurse auf dem Campus Virchow-Klinikum in Wedding (0,8 und 1,5 km). Während auf dem Campus Mitte zwei Modelle des Herstellers Easy Mile fahren, sind am Virchow-Klinikum zwei Busse von Navya unterwegs, allerdings erst von Mitte April 2018 an. Beide Hersteller kommen aus Frankreich, wobei der deutsche Zulieferer Continental und Siemens/Alstom inzwischen an Easy Mile beteiligt sind.

Gut eine Woche nach dem tödlichen Unfall mit einem selbstfahrenden Testauto des US-Fahrdienstes Uber spielte das Thema Sicherheit eine große Rolle bei der Präsentation. "Das, was wir hier tun, ist etwas ganz, ganz anderes. Wir erproben in sehr langsamen Schritten, wir erproben in völlig anderen Geschwindigkeiten", sagte Umweltministerin Schulze. Man wolle wissen, "wie das so funktionieren kann, dass es sicher ist". Das sei die "oberste Priorität". Das Umweltministerium fördert das 4,1 Millionen Euro teure Projekt mit 3,2 Millionen Euro.

Sicherheit als "oberste Priorität"

Die Sicherheitsvorkehrungen sind in der Tat recht hoch. Anders als noch im vergangenen August angekündigt, sind die Fahrzeuge nicht einmal mehr mit 20 Kilometer pro Stunde unterwegs, sondern nur noch mit 12 km/h Höchstgeschwindigkeit. Bis zum Ende dieses Jahres ist zudem noch eine "Begleitperson" mit an Bord. Diese kann nicht nur eingreifen, wenn das Fahrzeug wegen eines unbekannten Hindernisses nicht mehr weiterfahren kann. Bislang ist vorgesehen, dass die Begleitperson bei jeder Kreuzung oder vor jeder Schranke die Weiterfahrt bestätigt. Die Busse halten dabei nicht bei Bedarf, sondern lassen die Fahrgäste an den vorgesehenen sieben bis neun Haltestellen ein- und aussteigen. Der automatisierte Betrieb startet dann Anfang 2019.

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BVG-Chefin Sigrid Nikutta sieht "ganz viele Einsatzmöglichkeiten" für die autonome Technik in Berlin. Beispielsweise als autonomer Shuttlebus, der sich per Handy bestellen lässt, wenn nachts beispielsweise kein fahrplanmäßiger Bus mehr unterwegs ist. "Das ist die ideale Ergänzung der Mobilitätskette, so wie wir sie uns vorstellen", sagte Nikutta. Angst um ihre Arbeitsplätze müssten sich die Busfahrer der BVG jedoch nicht machen. "Die Komplexität der Berliner Innenstadt wird noch sehr, sehr, sehr, sehr lange menschliche Fahrer brauchen, anders ist das gar nicht darzustellen", sagte die BVG-Vorstandsvorsitzende.

Nachtrag vom 26. März 2018, 16:03 Uhr

Bei einer ersten Probefahrt zeigte sich, dass der EZ10 von Easy Mile noch nicht die ganze Strecke selbstständig bewältigen konnte. In einer Kurve stoppte das Fahrzeug abrupt und fuhr nicht mehr weiter. Erst eine Art Neustart durch die Begleitperson brachte den Bus wieder zum Fahren.

Der Bus verfügt über acht Laserscanner der Hersteller Velodyne und Sick. Vier davon sind an den unteren Fahrzeugecken angebracht. Sie sehen etwa 30 m und sollen vor allem verhindern, dass es zu Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern kommt. Die zwei Sick-Laserscanner auf dem Dach verfügen über eine Reichweite von 200 m und dienen der Orientierung. Dazu nutzt der EV10 zudem eine GPS-Ortung sowie Sensoren zur Messung von Entfernungen (Odometrie) und Lage (Gyroskopie). Die Strecke vor Aufnahme des Regelbetriebs wurde ausführlich vermessen.

Der Bus verfügt über eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit einer Kapazität von 30 kWh. Dies soll auch im Winter eine ausreichende Betriebsdauer von bis zu 14 Stunden am Tag garantieren. Derzeit ist der Bus allerdings nur zwischen 9 und 16 Uhr im Einsatz.

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schily 27. Mär 2018

Ersatztätigkeiten für was? Charité Mitte und Virchow Wedding sind Privatgelände mit...

mainframe 27. Mär 2018

Alleine ein Radweg kostet ab 200.000¤ pro km wenn er neben einer Landstraße neu entsteht...

Schrödinger's... 27. Mär 2018

Als jemand der kein Berliner ist, kann ich dir sagen, dass eure BVG-Werbesprüche euer...

whitbread 26. Mär 2018

Vielleicht können ein paar Oberschüler den Bussen Nachhilfe geben und sich damit ein...



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