Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Sicherheit: Fehler im Debugger macht Android-Systeme angreifbar

Über eine Schwachstelle in Android können Unbefugte Zugriff auf Daten auf dem Gerät erhalten. Die meisten verwendeten Android-Geräte weisen den Fehler weiterhin auf, obwohl Google schon vor Monaten darauf hingewiesen wurde.
/ Ingo Pakalski
54 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Schwachstelle im Android-Debugger gefunden (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)
Schwachstelle im Android-Debugger gefunden Bild: Justin Sullivan/Getty Images

Die Sicherheitsexperten von Trend Micro haben im Debugger von Android eine neue Schwachstelle entdeckt. Der Fehler in Debuggered wurde mit Android 4.0 alias Ice Cream Sandwich eingeführt und ist auch noch in Android 5.x alias Lollipop enthalten. Somit hat die Mehrzahl der verwendeten Geräte die Schwachstelle, denn aktuell läuft auf 94,1 Prozent der Android-Geräte(öffnet im neuen Fenster) eine der betroffenen Versionen.

Unbefugte erhalten Zugriff auf vertrauliche Daten

Nach Angaben von Trend Micro(öffnet im neuen Fenster) kann das Sicherheitsloch in Debuggered für eine Denial-of-Service-Attacke missbraucht werden. Das führt dann zu einem Absturz des Debuggers, Unbefugte erhalten somit Zugriff auf den Inhalt des Hauptspeichers des Geräts. In den Dump- und Log-Dateien ist dann der Speicherinhalt einsehbar, so dass vertrauliche Daten in unbefugte Hände gelangen können.

Das Ausführen von Schadcode ist mit Hilfe der Schwachstelle nicht direkt möglich. Allerdings wäre es denkbar, dass Angreifer die Schwachstelle zusammen mit einer anderen offenen Android-Sicherheitslücke ausnutzen und so auch Schadcode ausführen können. Damit ein Angreifer damit Erfolg hat, müsste er das Opfer dazu verleiten, eine entsprechend präparierte App zu installieren.

Google wurde Ende April informiert

Laut Trend Micro wurde Google am 27. April 2015 auf den Fehler hingewiesen. Einen Tag später wurde das Sicherheitsrisiko von Google als gering eingestuft. Dann dauerte es bis zum 15. Mai 2015, bis der Fehler im Android Open Source Project (AOSP) korrigiert wurde.

In Googles Android-Versionen befindet sich der Fehler auch zwei Monate später weiterhin. Lediglich in der in Entwicklung befindlichen Version Android M soll er bereits korrigiert worden sein. Derzeit ist nicht bekannt, ob die Schwachstelle auch aus älteren Android-Versionen entfernt wird.


Relevante Themen