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Sicherheit: eCall soll Motorradfahrern das Leben retten

Innerhalb der EU kommen jedes Jahr rund 5.000 Motorradfahrer ums Leben. Ab 2013 sollen Biker durch eCall schneller ärztlich versorgt werden. Ein Motorradhelm-Hersteller will das GPS -gestützte automatische Notrufsystem der EU in seine Helme integrieren.
/ Steve Haak
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Sensoren kontrollieren die Fahrbedingungen. (Bild: Schuberth.com)
Sensoren kontrollieren die Fahrbedingungen. Bild: Schuberth.com

Motorradfahrer gehören zu den gefährdetsten Teilnehmern im Straßenverkehr. Jedes Jahr kommen EU-weit rund 5.000 Biker ums Leben(öffnet im neuen Fenster) – bei rund 31.000 Verkehrstoten im Jahr 2011(öffnet im neuen Fenster) . Der Anteil der Motorradfahrer(öffnet im neuen Fenster) auf den Straßen Europas beträgt dagegen nur etwa 2 Prozent.

Die Anzahl der Verkehrstoten unter den Motorradfahrern könnte das automatische Notrufsystem eCall(öffnet im neuen Fenster) (emergency call) verringern, das der Motorradhelmhersteller Schuberth(öffnet im neuen Fenster) in seine Helme integrieren will. RiderEcall(öffnet im neuen Fenster) soll Anfang 2013 auf den Markt kommen.

Das System besteht aus einer Motorrad- und einer Helmeinheit, die beide über Funk miteinander verbunden sind und das von der EU ins Leben gerufene eCall-System nutzen. Grundsätzliche sei RiderEcall mit allen Helmtypen und Motorrädern kompatibel. Auch ein Nachrüsten sei kein Problem.

GPS-Daten werden per SMS an die Notrufzentrale übermittelt

"Fünf Sensoren kontrollieren ständig die Fahrbedingungen, so dass zum Beispiel bei einem Sturz die Rettungskette automatisch in Gang gesetzt wird" , schreibt der Hersteller. Das System verfügt beispielsweise über einen Neigungssensor, der einen Alarm auslöst, sobald ein bestimmter Neigungswinkel der Maschine unterschritten wird. Ein anderer Sensor misst die Beschleunigung des Fahrzeugs. Reißt die Verbindung zwischen Helm- und Motorradeinheit ab, löst ein weiterer Sensor aus. Einer der Sensoren befindet sich am Helm und wird bei Erschütterungen angesprochen.

Ein durch einen oder mehrere Sensoren ausgelöster Notruf wird per SMS mit den GPS-Daten des Fahrzeugs an eine Notrufzentrale weitergeleitet. Außerdem wird eine Sprechverbindung zum Motorradfahrer aufgebaut, der sich dazu in einem Radius von drei Metern um sein Fahrzeug befinden muss. "Ist der Fahrer weiter davon entfernt oder nicht ansprechbar, werden umgehend die lokalen Rettungskräfte alarmiert" , verspricht Schuberth.

An der Rettungskette beteiligt sind mehrere Unternehmen. In der eCall-Notrufzentrale sitzen beispielsweise Mitarbeiter von Bosch Sicherheitssysteme(öffnet im neuen Fenster) . Die in mehreren Sprachen ausgebildeten Mitarbeiter des Unternehmens können den Rettungskräften auch im Ausland Informationen über den Motorradfahrer übermitteln. Zum Beispiel, ob der Verunfallte ansprechbar ist, und wenn ja, welche Verletzungen der Fahrer möglicherweise selbst an sich festgestellt hat.

Die Todesrate könnte sinken

Florian Schueler vom Institut für Rechtsmedizin an der Uni Freiburg: "Nach über 30-jähriger Erfahrung auf dem Feld der Unfallforschung kann ich sagen, dass das eCall-System für Motorradfahrer entscheidend zur Beschleunigung der Rettungskette beiträgt." Es helfe, die Folgenschwere der Verletzungen bei Motorradunfällen zu mindern oder einen tödlichen Ausgang zu vermeiden.

Das sieht auch die Telekom so. In deren Mobilfunknetzen werden vorerst in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Notsignale übertragen. Bei eCall setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben auf die Machine-to-Machine-Kommunikation(öffnet im neuen Fenster) (M2M).

Geht es nach der EU-Kommission, sollen ab 2015 alle neuen Pkws und Kleinlaster mit eCall ausgestattet werden. Sie hatte beschlossen , dass E-Call dann in den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie in Kroatien, Island, Norwegen und der Schweiz zur Verfügung stehen soll.

EU weist Datenschutzbedenken zurück

Das System solle keinesfalls verwendet werden, um die Position und Bewegungsdaten von Personen zu überwachen, falls kein Unfall vorliegt, teilte die EU-Kommission mit , nachdem Datenschützer das System kritisiert hatten(öffnet im neuen Fenster) .

Als erster Fahrzeughersteller verbaut Mercedes(öffnet im neuen Fenster) seit Sommer dieses Jahres eCall-Systeme in seinen Neufahrzeugen. Käufer anderer Marken müssen sich noch gedulden. Als Nächstes plane Ford(öffnet im neuen Fenster) die Integration des Systems, das auch von der Björn Steiger Stiftung(öffnet im neuen Fenster) unterstützt wird, die die Infrastruktur zur Verwaltung des Systems betreibt.


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