• IT-Karriere:
  • Services:

Sicherheit: eCall soll Motorradfahrern das Leben retten

Innerhalb der EU kommen jedes Jahr rund 5.000 Motorradfahrer ums Leben. Ab 2013 sollen Biker durch eCall schneller ärztlich versorgt werden. Ein Motorradhelm-Hersteller will das GPS-gestützte automatische Notrufsystem der EU in seine Helme integrieren.

Artikel veröffentlicht am ,
Sensoren kontrollieren die Fahrbedingungen.
Sensoren kontrollieren die Fahrbedingungen. (Bild: Schuberth.com)

Motorradfahrer gehören zu den gefährdetsten Teilnehmern im Straßenverkehr. Jedes Jahr kommen EU-weit rund 5.000 Biker ums Leben - bei rund 31.000 Verkehrstoten im Jahr 2011. Der Anteil der Motorradfahrer auf den Straßen Europas beträgt dagegen nur etwa 2 Prozent.

Stellenmarkt
  1. PSI Software AG Geschäftsbereich PSI Energie EE, Aschaffenburg
  2. Lösch und Partner GmbH Projektmanagement & IT-Consulting, München

Die Anzahl der Verkehrstoten unter den Motorradfahrern könnte das automatische Notrufsystem eCall (emergency call) verringern, das der Motorradhelmhersteller Schuberth in seine Helme integrieren will. RiderEcall soll Anfang 2013 auf den Markt kommen.

Das System besteht aus einer Motorrad- und einer Helmeinheit, die beide über Funk miteinander verbunden sind und das von der EU ins Leben gerufene eCall-System nutzen. Grundsätzliche sei RiderEcall mit allen Helmtypen und Motorrädern kompatibel. Auch ein Nachrüsten sei kein Problem.

GPS-Daten werden per SMS an die Notrufzentrale übermittelt

"Fünf Sensoren kontrollieren ständig die Fahrbedingungen, so dass zum Beispiel bei einem Sturz die Rettungskette automatisch in Gang gesetzt wird", schreibt der Hersteller. Das System verfügt beispielsweise über einen Neigungssensor, der einen Alarm auslöst, sobald ein bestimmter Neigungswinkel der Maschine unterschritten wird. Ein anderer Sensor misst die Beschleunigung des Fahrzeugs. Reißt die Verbindung zwischen Helm- und Motorradeinheit ab, löst ein weiterer Sensor aus. Einer der Sensoren befindet sich am Helm und wird bei Erschütterungen angesprochen.

Ein durch einen oder mehrere Sensoren ausgelöster Notruf wird per SMS mit den GPS-Daten des Fahrzeugs an eine Notrufzentrale weitergeleitet. Außerdem wird eine Sprechverbindung zum Motorradfahrer aufgebaut, der sich dazu in einem Radius von drei Metern um sein Fahrzeug befinden muss. "Ist der Fahrer weiter davon entfernt oder nicht ansprechbar, werden umgehend die lokalen Rettungskräfte alarmiert", verspricht Schuberth.

  • Der Kommunikationsweg beim Auslösen eines oder mehrerer Sensoren am Helm oder am Fahrzeug (Quelle: Björn Steiger Stiftung)
  • Ein Sensor wird am Helm angebracht. (Quelle: Schuberth.com)
  • Der andere Sensor befindet sich am Lenkrad des Motorrads.  (Quelle: Schuberth.com)
Der Kommunikationsweg beim Auslösen eines oder mehrerer Sensoren am Helm oder am Fahrzeug (Quelle: Björn Steiger Stiftung)

An der Rettungskette beteiligt sind mehrere Unternehmen. In der eCall-Notrufzentrale sitzen beispielsweise Mitarbeiter von Bosch Sicherheitssysteme. Die in mehreren Sprachen ausgebildeten Mitarbeiter des Unternehmens können den Rettungskräften auch im Ausland Informationen über den Motorradfahrer übermitteln. Zum Beispiel, ob der Verunfallte ansprechbar ist, und wenn ja, welche Verletzungen der Fahrer möglicherweise selbst an sich festgestellt hat.

Die Todesrate könnte sinken

Florian Schueler vom Institut für Rechtsmedizin an der Uni Freiburg: "Nach über 30-jähriger Erfahrung auf dem Feld der Unfallforschung kann ich sagen, dass das eCall-System für Motorradfahrer entscheidend zur Beschleunigung der Rettungskette beiträgt." Es helfe, die Folgenschwere der Verletzungen bei Motorradunfällen zu mindern oder einen tödlichen Ausgang zu vermeiden.

Das sieht auch die Telekom so. In deren Mobilfunknetzen werden vorerst in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Notsignale übertragen. Bei eCall setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben auf die Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M).

Geht es nach der EU-Kommission, sollen ab 2015 alle neuen Pkws und Kleinlaster mit eCall ausgestattet werden. Sie hatte beschlossen, dass E-Call dann in den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie in Kroatien, Island, Norwegen und der Schweiz zur Verfügung stehen soll.

EU weist Datenschutzbedenken zurück

Das System solle keinesfalls verwendet werden, um die Position und Bewegungsdaten von Personen zu überwachen, falls kein Unfall vorliegt, teilte die EU-Kommission mit, nachdem Datenschützer das System kritisiert hatten.

Als erster Fahrzeughersteller verbaut Mercedes seit Sommer dieses Jahres eCall-Systeme in seinen Neufahrzeugen. Käufer anderer Marken müssen sich noch gedulden. Als Nächstes plane Ford die Integration des Systems, das auch von der Björn Steiger Stiftung unterstützt wird, die die Infrastruktur zur Verwaltung des Systems betreibt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Watch Dogs 2 für 11€, Overlord 2 für 1,99€, Track Mania 2: Valley für 8,99€)
  2. 22,99€ (Bestpreis!)
  3. (u. a. Sandisk Extreme Portable SSD 2TB für 248,99€, Sandisk Extreme Pro PCIe-SSD 1TB für 124...
  4. (u. a. Samsung 970 Evo Plus PCIe-SSD 500GB für 79,99€, Samsung 860 Evo SATA-SSD 500GB für 54...

__destruct() 22. Jan 2013

Die Beschleunigung, die die richtig schnell beschleunigenden Autos haben, ist bei...

Anonymer Nutzer 02. Okt 2012

Die meisten Situationen die ich erlebt habe waren: - LKW übersieht einfach das Moped bei...

__destruct() 02. Okt 2012

Aber es kommt eben sehr oft vor, dass Autofahrer nicht bemerken, dass Motorradfahrer in...

cry88 01. Okt 2012

ich bezweifel das es beim motoradfahren oft passiert das man sich 1-5x hintereinander...


Folgen Sie uns
       


Microsoft Flight Simulator - Test

Hardwarehungriger Höhenflug: Der neue FluSi sieht fantastisch aus und spielt sich auch so.

Microsoft Flight Simulator - Test Video aufrufen
5G: Nokias und Ericssons enge Bindungen zu Chinas Führung
5G
Nokias und Ericssons enge Bindungen zu Chinas Führung

Nokia und Ericsson betreiben viel Forschung und Entwicklung zu 5G in China. Ein enger Partner Ericssons liefert an das chinesische Militär.
Eine Recherche von Achim Sawall

  1. Quartalsbericht Ericsson mit Topergebnis durch 5G in China
  2. Cradlepoint Ericsson gibt 1,1 Milliarden Dollar für Routerhersteller aus
  3. Neben Huawei Telekom wählt Ericsson als zweiten 5G-Ausrüster

Pinephone im Test: Das etwas pineliche Linux-Phone für Bastler
Pinephone im Test
Das etwas pineliche Linux-Phone für Bastler

Mit dem Pinephone gibt es endlich wieder ein richtiges Linux-Telefon, samt freier Treiber und ohne Android. Das Projekt scheitert aber leider noch an der Realität.
Ein Test von Sebastian Grüner

  1. Linux Mehr Multi-Touch-Support in Elementary OS 6
  2. Kernel Die Neuerungen im kommenden Linux 5.9
  3. VA-API Firefox bringt Linux-Hardwarebeschleunigung auch für X11

Energiewende: Wie die Begrünung der Stahlindustrie scheiterte
Energiewende
Wie die Begrünung der Stahlindustrie scheiterte

Vor einem Jahrzehnt suchte die europäische Stahlindustrie nach Technologien, um ihren hohen Kohlendioxid-Ausstoß zu reduzieren, doch umgesetzt wurde fast nichts.
Eine Recherche von Hanno Böck

  1. Wetter Warum die Klimakrise so deprimierend ist

    •  /