Sicherheit: Browser versagen bei der Abwehr von Schadsoftware

Alle modernen Browser haben bei der Abwehr von Schadsoftware versagt, ergibt eine aktuelle Fraunhofer-Studie. Eigentlich sollen Mechanismen in modernen Browsern verhindern, dass sich Webseiten öffnen lassen, über die Schadsoftware verteilt wird.

Artikel veröffentlicht am ,
Schadsoftware-Abwehr in Browsern versagt
Schadsoftware-Abwehr in Browsern versagt (Bild: Golem.de)

Das Fraunhofer SIT hat untersucht, wie gut der in Browsern enthaltene Schadsoftware-Schutz funktioniert. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nicht ein einziger Browser erkennt auch nur die Hälfte der vorgesetzten Schadsoftware - einige Browser lassen über 90 Prozent der Schadsoftware durch. In der Studie traten im Wesentlichen die beiden Sicherheitsfunktionen Smartscreen-Filter und Safe-Browsing gegeneinander an. Microsofts Smartscreen-Filter erreicht dabei durchweg wesentlich bessere Ergebnisse als Googles Safe-Browsing.

Inhalt:
  1. Sicherheit: Browser versagen bei der Abwehr von Schadsoftware
  2. Chrome 17 kam zu spät für den Test

Der Smartscreen-Filter kommt im Internet Explorer 8 und im Internet Explorer 9 zum Einsatz. Der Internet Explorer 8 erreicht eine Erkennungsrate von 34,1 Prozent, während der Internet Explorer 9 mit zusätzlicher inhaltsbasierter Erkennung auf 39,1 Prozent kommt. Der Internet Explorer 9 war dabei der einzige Browser, der eine inhaltsbasierte Erkennung bietet. Ohne diese sinkt die Erkennungsleistung des Internet Explorer 9 auf 34,9 Prozent.

Browser mussten 261 Schadsoftware-URLs erkennen

Die übrigen getesteten Browser nutzen Googles Safe-Browsing-Funktion. Dabei schneidet Googles Chrome-Browser immer besser ab als Apples Safari und Mozillas Firefox. Chrome kam auf eine Erkennungsrate von 11,1 Prozent, Safari erreichte 9,2 Prozent und Firefox kam auf 8,1 Prozent. Die Studie fand zwischen Anfang November und Anfang Dezember 2011 statt. Die Forscher verwendeten die zu diesem Zeitpunkt aktuellen Browserversionen in der 32-Bit-Version auf einem Windows-7-System: Das waren Chrome 14, Safari 5 und Firefox 6.

Allen Browsern wurden 261 URLs vorgesetzt, über die Schadsoftware verbreitet wird. Wurde eine infizierte Seite nicht gleich erkannt, wurde sie dem Browser nach wenigen Stunden erneut vorgelegt. So konnte auch die Lernfähigkeit der genutzten Schadsoftwarefilter beurteilt werden. Bis zu sieben Tage wurde eine URL mit Schadsoftware vorgelegt, um zu prüfen, wie lange es dauert, bis der Browser die Schadsoftware-URL erkennt.

Stellenmarkt
  1. Applikationsbetreuer*in CRM-System Vertrieb
    Kölner Verkehrs-Betriebe AG, Köln
  2. Entwicklungsingenieur Kontaktlose Kommunikation (m/w/d)
    Comprion GmbH, Paderborn
Detailsuche

Alle getesteten Browser verwenden eine adressbasierte Reputation, es werden also Blacklists mit Schadsoftware-URLs gepflegt. Wenn der Browser auf eine URL aus dieser Blacklist stößt, warnt der Browser den Nutzer davor und lädt die Seite erst einmal nicht. Damit soll verhindert werden, dass die Schadsoftware auf den Rechner gelangt. Dieser Schutz kann natürlich nur funktionieren, wenn die Blacklist immer aktuell ist und neue Schadsoftware-URLs zügig in die Blacklist aufgenommen werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Chrome 17 kam zu spät für den Test 
  1. 1
  2. 2
  3.  


guenther62 04. Jul 2014

Wenn Sie sich mal ein Stündchen Zeit nehmen und in die Publikationen von www.BSI.de...

guenther62 04. Jul 2014

Neben Firefox, Chrome und Midori nutze ich auch Opera gerne. Im Linux Repository (=App...

guenther62 04. Jul 2014

Hier sollte auch berücksichtigt werden, dass die genannten Schädlinge ausschließlich für...

chriskoli 19. Mär 2012

Ich denke, dass die Browserhersteller die Sicherheit nicht genug im Focus haben. Es gibt...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
25 Jahre Mars Attacks!
"Aus irgendeinem merkwürdigen Grund fehl am Platz"

Viele Amerikaner fanden Tim Burtons Mars Attacks! nicht so witzig, aber der Rest der Welt lacht umso mehr - bis heute, der Film ist grandios gealtert.
Von Peter Osteried

25 Jahre Mars Attacks!: Aus irgendeinem merkwürdigen Grund fehl am Platz
Artikel
  1. Auch ZTE betroffen: USA verbieten Verkauf und Import von Huawei-Geräten
    Auch ZTE betroffen
    USA verbieten Verkauf und Import von Huawei-Geräten

    Neben Geräten von Huawei darf auch ZTE künftig nicht mehr auf dem US-Markt agieren, wie die FCC nun beschlossen hat.

  2. Artemis I: Orion-Kapsel ist in Mondorbit eingeschwenkt
    Artemis I
    Orion-Kapsel ist in Mondorbit eingeschwenkt

    Die Testmission für Mondlandungen der Nasa Artemis I hat den Mond erreicht. In den kommenden Tagen macht sich die Orion-Kapsel auf den Rückweg.

  3. NIS 2 und Compliance vs. Security: Kann Sicherheit einfach beschlossen werden?
    NIS 2 und Compliance vs. Security
    Kann Sicherheit einfach beschlossen werden?

    Mit der NIS-2-Richtlinie will der Gesetzgeber für IT-Sicherheit sorgen. Doch gut gemeinte Regeln kommen in der Praxis nicht immer unbedingt auch gut an.
    Von Nils Brinker

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Black Friday bei Mindfactory, MediaMarkt & Saturn • Prime-Filme leihen für je 0,99€ • WD_BLACK SN770 500GB 49,99€ • GIGABYTE Z690 AORUS ELITE 179€ • Seagate FireCuda 530 1TB 119,90€ • Crucial P3 Plus 1TB 81,99 & P2 1TB 67,99€ • Alpenföhn Wing Boost 3 ARGB 120 3er-Pack 42,89€ [Werbung]
    •  /