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Sicherheit: BMW teilt Verkehrsdaten unter CC-Lizenz

Die von BMW-Fahrzeugen generierten Verkehrsdaten sollen künftig anderen Anbietern kostenlos zur Verfügung stehen. Zudem soll ein "neutraler Server" sicherheitsrelevante Autodaten sammeln.

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Beim BMW i3 werden zahlreiche Verkehrsdaten anonym erhoben.
Beim BMW i3 werden zahlreiche Verkehrsdaten anonym erhoben. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Der Autokonzern BMW will sicherheitsrelevante Verkehrsdaten künftig unter einer offenen Lizenz kostenlos zur Verfügung stellen. Vom 1. Juli 2019 an sollen die entsprechenden Daten über eine Schnittstelle des Kartendienstes Here angeboten werden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Die Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 erlaubt dabei jedoch nur eine nicht-kommerzielle Nutzung der Daten, die von den BMW- und Mini-Modellen generiert werden.

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Die Daten werden beispielsweise von den Sensoren oder Sicherheitssystemen der Autos erzeugt. So gibt es Warnungen vor Starkregen, wenn die Scheibenwischer auf der höchsten Stufe aktiv sind. Eine glatte Straße wird durch einen Eingriff des Elektronischen Stabilitätsprogramms (ESP) erkannt. Das Auslösen eines Airbags wird als Unfall gewertet und ebenfalls gemeldet. Solche Daten werden bereits über das Mobilfunknetz an das Backend der Hersteller gesandt und mit anderen Autos der Fahrzeugflotte geteilt.

Künftig sollen solche Daten flottenübergreifend ausgetauscht und genutzt werden können. Damit möchte BMW "ein offenes Ökosystem zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in Europa fördern".

Wer Daten gibt, erhält auch welche zurück

Diesem Ziel dient auch ein sogenannter neutraler Server, über den mehrere Unternehmen und Institutionen sicherheitsrelevante Daten austauschen und bereitstellen wollen. Anlässlich des Verkehrssicherheitskongresses ITS in Einhoven hätten die Autohersteller BMW, Daimler, Ford und Volvo, die Kartendienste Here und TomTom sowie die Landesregierungen den ersten Piloten eines solchen Servers gestartet. "Das Neutrale Server-Projekt ist das erste seiner Art und wir sind stolz gemeinsam mit unseren Partnern als Vorreiter ein Zeichen zu setzen. Bei Verkehrssicherheit gibt es keine Wettbewerber, nur Partner", sagte BMW-Manager Christoph Grote.

Bei der Initiative gehe es darum, die Fahrzeugdaten über eine standardisierte Schnittstelle bereitzustellen. Das Prinzip dahinter sei Reziprozität: "Wer sicherheitsrelevante Daten teilt, erhält im Gegenzug die Services zur Verbesserung der Verkehrssicherheit", teilte BMW mit.

Keine einheitliche Regelung

BMW wertet bei seinen Fahrzeugen bereits eine ganze Reihe von Informationen aus. Dazu gehören beim Elektroauto i3 "Gefahrensituationen, Verkehrszeichen, Spurinformationen, Gefährdung durch den Gegenverkehr, Verkehrsdichte und Dynamik anderer Verkehrsteilnehmer", zudem "Gefahrensituationen inkl. Fahrzeugverhalten" sowie "allgemeine Fahrzeugnutzung inkl. Nutzung von Infotainment- und Fahrassistenz-Funktionen". Wer dieser Datenübertragung nicht widerspricht, lässt sein Auto praktisch komplett von BMW überwachen. Der ADAC hatte vor einigen Jahren die umfangreiche Datenerfassung durch BMW moniert.

Bislang gibt es keine einheitliche Standards für die Nutzung und Weitergabe von Autodaten. Je nach Umfrage sind die Autofahrer zwar auf der einen Seite mehrheitlich bereit, ihre Fahrzeugdaten zu teilen, wenn dies beispielsweise die Verkehrssicherheit erhöht. Einer anderen Umfrage zufolge will dennoch die große Mehrheit von ihnen den Datenstrom selbst abstellen können. Dies wäre bei einer gesetzlichen Verpflichtung, die die Autoindustrie für wünschenswert hält, nicht mehr möglich.

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