Sicherheit: Antivirensoftware blockiert Thunderbird-Updates

Statt für Sicherheit zu sorgen, blockieren Avast und AVG Thunderbird-Updates. Das soll bereits seit dreieinhalb Monaten der Fall sein.

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Avast hindert Thunderbird am Ausliefern von Sicherheitsupdates.
Avast hindert Thunderbird am Ausliefern von Sicherheitsupdates. (Bild: Pixabay/Montage Golem.de)

Die Updatefunktion des Mailprogrammes Thunderbird wird von den Antivirensoftware Avast sowie deren Tochter AVG blockiert. Das berichten Nutzer der Software, Thunderbird sowie Sören Hentzschel in seinem Blog. Erst kürzlich musste Mozilla ein Firefox-Update veröffentlichten, weil die gleichen Antivirensoftwares Abstürze des Browsers verursachten.

Im Falle von Thunderbird blockiert die Mail-Shield-Komponente von Avast und AVG die Update-Funktion des Mailprogrammes - und damit potentielle wichtige Sicherheitsupdates. Statt dem versprochenen Mehr an Sicherheit sorgen die Programme damit aktiv für weniger Sicherheit auf dem Windows-Rechner.

Zwar sollen Avast und AVG mittlerweile eine Beta veröffentlicht haben, die einen Patch für das Problem testen soll, ein finales Release gibt es demnach noch nicht. Laut einem Eintrag im Avast-Forum besteht das Problem jedoch bereits seit dreieinhalb Monaten.

Auch Thunderbird hat mittlerweile einen Warnhinweis auf Twitter veröffentlicht: "Wenn Sie Windows und AVG/Avast Anti-Virus verwenden, ist möglicherweise ein Problem bei der Aktualisierung von Thunderbird aufgetreten. Dies wird durch Verbindungsprobleme mit der Komponente "Mail Shield" verursacht."

"Deinstallieren Sie die Produkte von Avast oder AVG"

Antivirensoftware ist unter Sicherheitsfachleuten umstritten und wird häufig als wirkungsloses Schlangenöl kritisiert, das teils sogar selbst für Sicherheitsprobleme sorgt. Daneben führt Antivirensoftware auch immer wieder zu Problemen mit legitimen Anwendungen wie Browsern. Der Mozilla-Angestellte Gabriele Svelto schlägt daher vor, die Produkte von Avast und AVG zu deinstallieren.

Insbesondere Avast geriet in der Vergangenheit neben Sicherheitsproblemen auch mit dem Sammeln und Verkaufen persönlicher und intimer Daten ihrer Nutzer in die Schlagzeilen. So verkaufte Avast die über eine gleichnamige Browsererweiterung gesammelten Webnutzungsdaten von mehreren Hundert Millionen Nutzern. Die Daten wurden vom Plug-in der gleichnamigen Antivirensoftware gesammelt. Zu den Käufern sollen namhafte Firmen wie Google, Microsoft, McKinsey und viele andere gehört haben. Ein Millionengeschäft.

Erst kürzlich hatte Avast die beliebte Browsererweiterung I don't care about Cookies übernommen, was bei vielen Nutzern für Unmut sorgte. Die Erweiterung klickt die häufig als nervig empfundenen Cookie-Banner weg, die bei vielen Webseiten bei einem initialen Besuch aufpoppen. Mozilla arbeitet bereits seit längerem an einer ähnlichen Funktion, die direkt im Browser zur Verfügung stehen soll.

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