Sichere Programmiersprachen: Bjarne Stroustrup reagiert auf NSA-Empfehlung

In einem Informationsblatt zur Cybersicherheit(öffnet im neuen Fenster) fordert die National Security Agency (NSA) auf, in Zukunft auf Programmiersprachen zu setzen, die Speichersicherheit konzeptionell beinhalten. C und C++ werden dabei zusammengefasst als negatives Beispiel genannt. Bjarne Stroustrup reagiert darauf mit einem Call to Action(öffnet im neuen Fenster) mit dem Titel "Denk ernsthaft über 'Sicherheit' nach, dann mach was Vernünftiges darüber" : Das NSA-Papier verkürze das Thema Sicherheit, werfe C und C++ in einen Topf und ignoriere "über 30 Jahre Fortschritt" .
Von Stroustrup gab es in den letzten Jahren einige Veröffentlichungen, die sich damit beschäftigen, wie sich Typsicherheit und Resourcensicherheit in C++ realisieren lassen - entsprechend den C++-Gepflogenheiten, diese bei Bedarf zu verwenden, ohne die Entwickler dazu zu zwingen. Denn nicht bei jeder Entwicklung sei Sicherheit über alles andere zu priorisieren. So erlaube der P2687R0-Ansatz(öffnet im neuen Fenster) "die Sicherheitsgarantien nur dort anzuwenden, wo es erforderlich ist" und trotzdem die "bevorzugten Tuning-Techniken dort anzuwenden zu können, wo sie benötigt werden" .
Die sicheren Sprachen sind eben nicht überlegen
Stroustrup schreibt weiter, "wenn ich eine dieser 'sicheren' Sprachen für den Anwendungsbereich, der mir wichtig ist, als C++ überlegen erachten würde, würde ich das Ersetzen von C/C++ nicht als schlimm empfinden, aber das ist nicht der Fall" . Für Stroustrup gibt es den überlegenen Ersatz für C++ einfach noch nicht. Die im NSA-Papier aufgeführten Sprachen sind (in dieser Reihenfolge) C#, Go, Java, Ruby, Rust und Swift.
Eine Aussage stört Stroustrup am Ende seines Call to Action aber noch einmal besonders. Das NSA-Papier behauptet, dass "die übergreifende Software-Community aus dem Privatsektor, der Wissenschaft und der US-Regierung Initiativen gestartet hat, um die Kultur der Softwareentwicklung hin zur Verwendung von speichersicheren Sprachen zu bewegen." Wer diese übergreifende Software-Community sei, wisse er nicht: "Meines besten Wissens nach wurde kein Experte des ISO-C++-Standard-Komitees gefragt."