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Shutdown: Websites der US-Regierung sind schwarz

Washington D.C. ist derzeit eine leere Stadt und auch im amerikanischen Teil des Internets breitet sich Stille aus. Websites der US-Regierung wurden abgeschaltet.
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Website des US-Justizministeriums (Bild: Screenshot Zeit Online)
Website des US-Justizministeriums Bild: Screenshot Zeit Online

Aufgrund der Haushaltssperre(öffnet im neuen Fenster) sind in den USA diverse Websites und Twitterfeeds von Behörden und Organisationen stillgelegt worden. Allen voran die Website des Weißen Hauses(öffnet im neuen Fenster) : Demonstrativ wurde am Dienstagabend der Livestream zu Barack Obamas Rede abgeschaltet. Die letzten Nachrichten auf der Seite datieren vom 30. September. Ein vorgeschaltetes Banner warnt, dass die Seite nicht mehr aktuell gepflegt wird.

Die Website der US-Raumfahrtbehörde Nasa wurde komplett vom Netz genommen. Derzeit ist unter www.nasa.gov(öffnet im neuen Fenster) lediglich zu lesen, dass die Seite nicht mehr aufrufbar ist. Für eventuelle Unannehmlichkeiten bittet man um Entschuldigung.

Etwas Aufregung gab es um den Twitterfeed der Asteroidenwarnstelle. Der Nasa-Account Asteroid Watch twitterte am Montag(öffnet im neuen Fenster) , man werde bis auf weiteres nichts mehr veröffentlichen, hoffe aber, das bald wieder zu können.

Viele Nutzer des Accounts posteten daraufhin besorgte bis zynische Kommentare, dass nun Asteroiden unerkannt auf die Erde zustürzen. Die Nasa beruhigte mit der Bemerkung, an vielen Orten der Welt würden Astronomen erdnahe Objekte beobachten.

Weiterarbeiten von zu Hause verboten

Die amerikanische Regierung musste in der Nacht zum Dienstag insgesamt 800.000 Angestellte dazu auffordern(öffnet im neuen Fenster) , erst einmal zu Hause zu bleiben, da sie nicht mehr bezahlt werden können. Republikanische Abgeordnete weigern sich, den Haushalt des Landes zu verabschieden. So wollen sie erpressen, dass Obamas Gesundheitsreform die Finanzierung entzogen wird.

Die Websites mögen bei der digitalen Abschaltung noch das geringere Problem sein. Schwerer wiegt, dass Behörden nicht mehr erreichbar sind und nicht mehr kommunizieren können wie bisher: Alle Beamten, die aufgrund der Sperre in den unbezahlten Urlaub geschickt wurden, haben keinen Zugriff mehr auf ihre E-Mails. Ein Gesetz, der sogenannte Antideficiency Act(öffnet im neuen Fenster) , verbietet es Heimgeschickten, von zu Hause aus oder über ihre Mobiltelefone weiterzuarbeiten.

Ganze Behörden – beispielsweise das Heimatschutzministerium – reagieren nicht mehr über diesen Kommunikationskanal. Auch Anfragen über Websites und Twitterfeeds sind nicht mehr möglich. Das Justizministerium warnt online(öffnet im neuen Fenster) , dass derzeit keine Anfragen bearbeitet werden, die über die Website kommen.

Komplett abgeschaltet wurde auch die Seite der Library of Congress(öffnet im neuen Fenster) , einer der größten Bibliotheken der Welt. Auch das statistische Bundesamt www.census.gov(öffnet im neuen Fenster) ist stillgelegt, samt diverser Unterseiten.

Schmerzlich vermisst werden von Nutzern auch beliebte Dienste von Behörden im Netz, beispielsweise die Panda-Kamera im Zoo des Smithsonian(öffnet im neuen Fenster) . "Keine unserer Live-Tierkameras sendet derzeit" , heißt es auf der Seite des Smithsonian National Zoo(öffnet im neuen Fenster) .

Informationen über den Stand des Shutdown und darüber, welche Seiten abgeschaltet sind, veröffentlicht die US-Regierung auf der Seite www.usa.gov. Außerdem hat das Technikblog Ars Technica eine Liste zusammengestellt(öffnet im neuen Fenster) , welche Regierungswebsites noch laufen – die Mehrzahl – und welche nicht mehr.


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