Shotspotter: Polizei soll Erkennungs-KI für Schüsse manipulieren

Mit Mikrofonen und KI will der Anbieter Shotspotter die Abgabe von Schüssen erkennen. Für Ermittlungen werden die Daten wohl aber verändert.

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Mit Shotspotter soll die Abgabe von Schüssen erkannt und lokalisiert werden können.
Mit Shotspotter soll die Abgabe von Schüssen erkannt und lokalisiert werden können. (Bild: Shannon Stapleton/Reuters)

Wohl vor allem in den USA setzen viele Städte und auch Strafverfolgungsbehörden wie die Polizei auf den Dienst Shotspotter. Durch eine Analyse von Aufnahmen über Mikrofone, die in der Stadt verteilt sind, soll mit Hilfe von KI-Systemen die Abgabe von Schüssen aus Schusswaffen von anderen Geräuschen isoliert werden können und zusätzlich die Position des Ursprungs der Geräusche bestimmt werden können. Doch offenbar werden die Ergebnisse des Dienstes auf Druck der Polizei verändert, wie das Magazin Motherboard berichtet.

Demnach habe Motherboard Akten aus mehreren verschiedenen Gerichtsprozessen untersucht, die zeigen, dass Beweise, die auf den Angaben des Dienstes Shotspotter basieren, zuvor verändert wurden. So sieht das System vor, dass die Analyse nicht ausschließlich auf Grundlage der KI stattfindet. Vielmehr könnten sogenannte Analysten des Unternehmens die von der KI nicht als Schuss klassifizierten Geräusche überschreiben, damit diese eben doch als Schuss klassifiziert werden. Auch der Ort, von dem das Geräusch ausgegangen sein soll, sei in einigen Fällen verändert worden.

Diese Veränderungen der ursprünglichen Analyse der KI sei laut Motherboard mehrfach vor allem von der Polizei veranlasst worden. Dabei scheint diese nach "Beweisen zu suchen, die ihre Erzählung von Ereignissen unterstützen", heißt es bei Motherboard. In einem Fall sei dabei ein zuvor als Feuerwerk eingeordnetes Geräusch als Schuss neu bewertet worden. In einem weiteren Fall sei durch einen Analysten auch ein vermeintlicher weiterer Schuss erkannt worden, den die KI zuvor nicht erkannt hatte. Auch eine unabhängige Analyse der ursprünglichen Tonaufnahmen sei in einem Fall vor Gericht nicht mehr möglich gewesen, da die Aufnahmen verschwunden seien.

Diese Recherche von Motherboard reiht sich damit ein in eine lange Liste von Kritik an dem Shotspotter-Dienst. So haben einige Städte die Nutzung des Dienstes wieder eingestellt und begründen dies mit der Unzuverlässigkeit der Daten oder damit, dass der Dienst die daran geknüpften Erwartungen nicht erfüllt, wie es in dem Bericht heißt. Auch die vorgegebene Güte der KI von Shotspotter zum Erkennen von Schüssen wird in einigen wissenschaftlichen Untersuchungen inzwischen angezweifelt. Zuletzt berichtete Motherboard auch von zahlreichen Fehlalarmen der Technik und davon, dass die Technik fast ausschließlich in Stadtbezirken mit mehrheitlich nicht weißer Bevölkerung eingesetzt wird.

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