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Shopping und Bezahlen: Bank verbessert Amazons Visa-Karte

Amazons Visa-Karte verliert lästige Beschränkungen. Eine davon gilt sogar für alle mit einer solchen Kreditkarte.
/ Ingo Pakalski
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Die Amazon-Visa-Karte verliert lästige Beschränkungen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Die Amazon-Visa-Karte verliert lästige Beschränkungen. Bild: Martin Wolf/Golem.de

Openbank ist gerade dabei, ausgewählten Kunden der Amazon-Visa-Karte automatisiert ein höheres Kreditkartenlimit anzubieten. Als weitere Neuerung wurde die Einzahlungsobergrenze angehoben. Golem.de liegen Belege eines Inhabers einer Amazon-Visa-Karte vor, wonach er ein Kreditkartenlimit von 4.500 Euro erhalten könne, ohne jemals einen solchen Antrag gestellt zu haben.

Die Bank bestätigte uns auf Nachfrage, dass etliche Kunden auf diesem Weg einfacher als bisher das Kreditkartenlimit erhöhen können. Amazons Visa-Karte hatte in der Praxis den Nachteil, dass in der Vergangenheit reihenweise Anträge zur Erhöhung des Kreditkartenlimits abgelehnt wurden.

Standardmäßig liegt das Limit bei der Amazon-Visa-Karte bei 2.000 Euro pro Monat . Aufgrund von Verzögerungen bei der monatlichen Abrechnung steht diese Summe bei intensiver Nutzung der Kreditkarte allerdings nie zur Verfügung.

Anträge auf höheres Kartenlimit wurden vielfach abgelehnt

Wenn der Antrag auf eine Erhöhung des Kartenlimits abgelehnt wurde, konnten sich Betroffene das vielfach nicht erklären, weil sie davon ausgingen, die eigene Bonität sei mehr als ausreichend. Zum Teil gaben Kunden an, monatlich 19.000 Euro zu verdienen und trotzdem kein höheres Kreditkartenlimit erhalten zu haben.

Einige davon hatten früher die alte Amazon-Visa-Karte einer anderen Bank und konnten bei dieser das Limit problemlos etwa auf 6.000 Euro erhöhen, bekommen bei der aktuellen Amazon-Visa-Karte aber nicht mehr als 2.000 Euro. Zum Teil habe sich die finanzielle Situation der Kunden seitdem nach eigenen Angaben sogar verbessert oder sei zumindest gleich geblieben.

Nach einer Ablehnung der Anträge nennt die Bank nie einen Grund dafür, selbst wenn Kunden explizit danach fragen. Das kann Golem.de aus eigener Erfahrung bestätigen.

Openbank verlangt bei normalen Anträgen zur Erhöhung des Kartenlimits die Einsicht in die letzten drei Gehaltsabrechnungen sowie die Kontoauszüge der vergangenen drei Monate. Nach Angaben der Bank wurde das Verfahren zur Beantragung eines höheren Kreditlimits "benutzerfreundlicher gestaltet" . Die bisherigen technischen Probleme bestehen jedoch noch immer , wie eine Stichprobe ergeben hat.

Höheres Kreditkartenlimit ohne Gehaltsnachweis

Wird Kunden automatisiert ein höheres Kreditkartenlimit angeboten, ist es nach Angaben der Bank nicht erforderlich, noch zusätzliche Dokumente einzureichen. Nach den uns vorliegenden Informationen gab es das Angebot auf das höhere Kreditkartenlimit, als sich der Kunde auf der Webseite des Amazon-Visa-Kartenkontos angemeldet hatte.

Bisher hatte er nach eigenen Angaben noch kein höheres Kreditkartenlimit beantragt und dementsprechend auch keine Gehaltsnachweise oder Kontoauszüge an die Bank geschickt.

"Die Berechtigung für das Angebot hängt unter anderem von Faktoren wie der Kartennutzung oder der Vertragslaufzeit ab und kann im Laufe der Zeit freigeschaltet werden" , heißt es von der Bank auf Nachfrage dazu, für welche Kunden das angeboten wird.

Kunden dürfen mehr Geld einzahlen

Die Bank gibt an, dass "frühere Ablehnungen" Kunden nicht davon ausschließen, diese vereinfachte Erhöhung des Kreditkartenlimits zu erhalten. "Um auf dem Laufenden zu bleiben, empfehlen wir, die Marketing-Mitteilungen zu aktivieren." Diese finden sich in den Kontoeinstellungen.

Im Zuge unserer Recherche wies uns die Bank darauf hin, dass die jährliche Einzahlungsobergrenze erhöht wurde. Bisher informierte Openbank Kunden der Amazon-Visa-Karte noch nicht direkt über diese Änderung.

Bisher erlaubte die Bank bei einem Kreditkartenlimit von 2.000 Euro Einzahlungen auf das Kreditkartenkonto in einer Höhe von maximal 5.000 Euro pro Jahr. Wer mit der Kreditkarte beim normalen Kartenlimit etwa alle täglichen Einkäufe erledigt und dann darüber noch einige Reisen bezahlen möchte, konnte das gar nicht machen – die Karte war dementsprechend nur eingeschränkt nutzbar.

Wer die Amazon-Visa-Karte mit dem Standardlimit von 2.000 Euro im Monat verwendet, darf neuerdings pro Jahr bis zu 24.000 Euro einzahlen, ergaben unsere Recherchen. Die Einzahlungsobergrenzen erhöhen sich weiter, wenn ein höheres Kreditkartenlimit gewährt wurde. Wer ein Limit von 3.000 Euro im Monat hat, darf maximal 36.000 Euro einzahlen und bei 4.000 Euro sind es 48.000 Euro pro Jahr.

Verbuchung von Einzahlungen dauert lange

Unverändert lässt sich Openbank viel Zeit dabei, Einzahlungen auf das Kreditkartenkonto zu verbuchen. Auf Trust Pilot(öffnet im neuen Fenster) ärgert sich ein Kunde darüber, dass die Einzahlung zehn Tage gedauert habe.

Aus eigener Erfahrung können wir bestätigen, dass die Verbuchung einer Einzahlung ungewöhnlich viel Zeit in Anspruch nimmt. Obwohl das Geld einen Tag nach der Überweisung auf dem Kartenkonto als Eingang vermerkt war, dauerte es sieben Tage, bis die Bank die Einzahlung mit dem Saldo des Kartenkontos abgeglichen hatte.

Nach der Überweisung verstrichen also acht Tage, bis der Prozess abgeschlossen war. Die Bank selbst gibt an, dass Einzahlungen vier Tage dauern können. Selbst vier Tage Wartezeit erscheinen in Zeiten von Echtzeit-Überweisungen nicht mehr zeitgemäß.

Mit den erhöhten Einzahlungsobergrenzen und der vereinfachten Erhöhung des Kreditkartenlimits will Openbank die Amazon-Visa-Karte für Kunden "flexibler und zugänglicher" machen. Dazu wurden Rückmeldungen der Kunden berücksichtigt, heißt es.

Neukunden erhalten die Amazon-Visa-Karte(öffnet im neuen Fenster) bis zum 28. Mai 2025 mit einem höheren Startguthaben als regulär. Es gelten die gleichen Bedingungen wie bei der vorherigen Aktion im März 2025 .


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