Shopping-App Phia: Vorwürfe gegen Start-up von Bill Gates' Tochter
Die Shopping-App Phia soll mehrere Wochen lang Online-Einkäufe für sich beansprucht haben, die das Unternehmen nicht erzeugt hat. Das berichtet Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) und belegt es durch eigene Untersuchungen und Tests anderer Unternehmen.
Phia(öffnet im neuen Fenster) wurde von Bill Gates' Tochter Phoebe Gates vergangenes Jahr zusammen mit Sophia Kianni gegründet. Das Unternehmen bietet eine Shopping-App respektive Browser-Erweiterung an, die helfen soll, Kleidung und Modeprodukte im Internet besonders preisgünstig zu finden.
Dabei sollen etliche Onlineshops verglichen und bei Bedarf auch aktive Rabattcoupons berücksichtigt werden. Wenn ein Kauf über Phia erfolgt, erhält das Unternehmen einen Anteil am Umsatz. Die Umsatzbeteiligung soll aber auch dann verlangt worden sein, wenn kein Kauf über Phia getätigt wurde. Phia gibt es als App und als Browser-Erweiterung.
Phia hat den Fehler korrigiert
Ende Juni 2026 wurden mehrere unabhängige Tests mit der Browser-Erweiterung durchgeführt, wobei das Ergebnis immer identisch war: In der Endphase eines Kaufvorgangs soll diese im Hintergrund ungefragt einen Browser-Tab geöffnet haben, der den Affiliate-Link von Phia zur Website des Händlers geladen und nach wenigen Sekunden wieder geschlossen haben soll.
Dieser Vorgang fand statt, wenn Kunden einen Kauf direkt über die Website eines Händlers tätigten, oder auch dann, wenn diese über eine andere Anzeige oder einen Affiliate-Link weitergeleitet wurden.
Phia bestätigte den Fehler und gab an, diesen bereits behoben zu haben. Tests von Bloomberg bestätigen dies. Laut Phia soll der Fehler erst in den vergangenen 24 Stunden von anderen gemeldet worden sein. Das Unternehmen habe darauf umgehend reagiert. Nach Recherchen von Bloomberg soll sich der betreffende Code seit Dezember 2025 in der Phia-Erweiterung befinden.
Phia fiel bereits negativ auf
Bereits im November 2025 fiel Phia mit fragwürdigem Verhalten auf. Fortune(öffnet im neuen Fenster) deckte auf, dass Phia den Browserverlauf seiner Kunden protokollierte und dabei auch den Inhalt der besuchten Seiten anzeigte. Dazu gehörten vertrauliche Daten wie Kontoauszüge von Banken oder E-Mail-Inhalte, die Phia sammelte.
Das begründete das Unternehmen damit, dass die Erweiterung dadurch prüfen wollte, "ob es sich bei der Website um eine Einkaufsplattform handelte". Dem Bericht zufolge soll Phia damit aufgehört haben.