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Shopify: Softwarekonzern cancelt Meetings wegen Zeitverschwendung

76.500 Stunden Arbeitszeit aus der Meetinghölle befreit: Shopify sagt zwei Wochen lang viele Treffen ab und lässt seine Belegschaft in Ruhe arbeiten.
/ Achim Sawall
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Bild: Redbubble

Shopify hat zu Jahresbeginn die meisten Meetings untersagt. Das geht aus einem internen Memo des Managements bei dem Anbieter für E-Commerce-Software hervor, das CBC Toronto vorliegt(öffnet im neuen Fenster) . Durch die Streichung werden demnach 76.500 Stunden Arbeitszeit frei, die zuvor für Besprechungen vorgesehen waren.

Wiederkehrende Meetings ab drei Personen, alle Meetings an einem Mittwoch und Konferenzen ab 50 Personen werden für zwei Wochen gestrichen. Große Konferenzen mit mehr als 50 Personen sind auf einen sechsstündigen Zeitraum am Donnerstag beschränkt. So werden fast 10.000 Termine aus den Kalendern der Beschäftigten gelöscht.

Kaz Nejatian, Vice President für Product und Chief Operating Officer von Shopify, erklärte: "Niemand hat bei Shopify angefangen, um an Meetings teilzunehmen" . Das Memo forderte die Mitarbeiter auf, "wirklich, wirklich kritisch" zu überlegen, welche Meetings nach dem zweiwöchigen Zeitraum wieder neu angesetzt werden.

Shopify entlässt zehn Prozent der Belegschaft

Mitte 2020 war Shopify zeitweise das wertvollste kanadische Unternehmen und lag mit einer Bewertung von fast 300 Milliarden Dollar vor der Royal Bank of Canada. Der Börsenkurs von Shopify ist in den vergangenen Monaten stark eingebrochen, nachdem das explosionsartige Wachstum im Onlinehandel während der COVID-19-Pandemie sich deutlich verlangsamt hatte. Der Plan für die Anmietung neuer Bürofläche von über 2.100 qm in der Innenstadt von Toronto wurde verworfen und stattdessen auf Homeoffice gesetzt. Im Juli 2022 entließ Shopify mit rund 1.000 Beschäftigten etwa zehn Prozent der Belegschaft. Shopify ist derzeit noch 35 Milliarden US-Dollar wert.


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