Shooter: Studie warnt vor Hörverlust und Tinnitus durch Gaming

Aus zehn Metern Entfernung hat ein Presslufthammer einen Schallpegel von 80 bis 90 Dezibel (dB). Das ist so laut, dass man das Geräusch als Passant nur wenige Augenblicke aushält. Computerspieler ertragen Lärm über sehr viel längere Zeit, wie eine Metastudie feststellte.
In einem Shooter liegt der Geräuschpegel typischerweise zwischen 88,5 und 91,2 dB. Unter Umständen könne bei besonders lauten Schusswechseln oder bei Explosionen auch mal die Spitze von 119 dB erreicht werden.
Das Problem: Wer an einem Presslufthammer vorbeigeht, hat den Lärm nach ein paar Augenblicken hinter sich. In Actionspiele tauchen viele Gamer aber teils über sehr lange Zeiträume ein.
Die neue Metaanalyse wertete laut einem Bericht von BBC(öffnet im neuen Fenster) mehrere Untersuchungen aus. Die Zusammenfassung wurde auf BMJ Public Health veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) . Grundlage sind unter anderem 14 Peer-Reviewed-Studien, die im Durchschnitt auf eine typische Spielzeit von ungefähr drei Stunden kommen.
Die Lautstärke runterregeln
Die Autoren warnen: "Computerspiele können eine häufige Quelle für unsicheres Hören sein, wodurch viele Menschen weltweit dem Risiko eines dauerhaften Hörverlusts und/oder von Tinnitus ausgesetzt sein könnten."
Sie fordern weitere Untersuchungen und Maßnahmen, mit denen Gamer für das Problem sensibilisiert und zu einem weniger riskanten Umgang mit lauten Geräuschen gebracht werden können.
Insbesondere Multiplayergames fördern die Verwendung von Headsets etwa durch Sprachchats – dabei sind Kopfhörer im Hinblick auf Hörschäden besonders problematisch. Soweit wir wissen, gibt es praktisch keine Spiele, die auf die Risiken hinweisen und die Spieler vor zu hohen Lautstärken warnen.