Shinyhunters hackt Clop: Ransomwaregang wird selbst mit Lösegeld erpresst
Ein Streit zwischen den berüchtigten Ransomwaregruppen Shinyhunters und Clop ist eskaliert. Wie unter anderem Bleeping Computer berichtet(öffnet im neuen Fenster), hat Shinyhunters zuletzt die Datenleckseite von Clop infiltriert und will dabei allerhand Daten erbeutet haben. Ebenso wie zuvor seine eigenen Angriffsopfer sieht sich Clop nun mit einer Lösegeldforderung konfrontiert. Gefordert wird mindestens eine "achtstellige Summe".
Die jüngste Auseinandersetzung lässt sich(öffnet im neuen Fenster) in mehreren(öffnet im neuen Fenster) Beiträgen von Dark Web Informer(öffnet im neuen Fenster) auf Mastodon nachvollziehen(öffnet im neuen Fenster). Shinyhunters fordert demnach eine Kontaktaufnahme per E-Mail sowie die Übergabe sämtlicher Einnahmen, die Clop bei einer früheren Angriffskampagne über die Oracle E-Business Suite (EBS) erzielte.
Hintergrund des Vorfalls ist wohl ein Streit um einen EBS-Exploit, den Clop bei seinen Angriffen im vergangenen Jahr nutzte. Shinyhunters beanspruchte den Exploit damals für sich und behauptete, Clop habe ihn sich unrechtmäßig angeeignet. Daher soll die Gruppe Clops Angriffskampagne gestört haben. Später soll Clop einem Mitglied von Shinyhunters mit dem Tod gedroht haben und dass es an die Polizei verraten werde.
Clop-Opfer geraten erneut unter Druck
Shinyhunters fordert nun nach dem Hack der Datenleckseite von Clop die bereits erwähnte Lösegeldzahlung, die sich, sofern Clop sich nicht auf die Verhandlungen einlässt, alle 24 Stunden erhöhen soll. Die Gruppe droht unter anderem damit, "Informationen darüber zu veröffentlichen, welche Unternehmen euch bezahlt haben". Auch die gezahlten Summen sowie die Bitcoin-Adressen, auf denen die Zahlungen eingingen, will Shinyhunters im Falle einer ausbleibenden Einigung leaken.
Damit zeigt sich, wie riskant es sein kann, wenn Organisationen nach Cyberangriffen mit den Angreifern verhandeln und Lösegelder zahlen. Selbst wenn sich die Angreifer an ihr Wort halten, erbeutete Daten nicht zu leaken und über die Verhandlungen zu schweigen, können Streitigkeiten wie jene zwischen Shinyhunters und Clop diese Versprechen schnell unwirksam machen – zumal Cyberkriminelle wenig Anreiz haben, die Daten ihrer Opfer vor Fremdzugriffen zu schützen.
Gegenüber Bleeping Computer behauptete Shinyhunters, Vollzugriff auf den Server von Clop erlangt und unter anderem Quellcodes, CMS-Plug-ins, Systemprotokolle und andere Daten ausgeleitet zu haben. Ob der Streit tatsächlich in für Clops Angriffsopfer potenziell unangenehmen Datenleaks mündet oder ob sich die beiden Gruppen doch noch einigen können, bleibt abzuwarten.
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