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Shift6m-Smartphone im Hands on: Nachhaltigkeit geht auch bezahlbar und ansehnlich

Das deutsche Unternehmen Shift baut Smartphones, die mit dem Hintergedanken der Nachhaltigkeit entstehen. Das bedeutet für die Entwickler: faire Bezahlung der Werksarbeiter, wiederverwertbare Materialien und leicht zu öffnende Hardware. Außerdem gibt es auf jedes Gerät ein Rückgabepfand - interessant.

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Das Shift6m nutzt ein angepasstes Android-8-Betriebssystem.
Das Shift6m nutzt ein angepasstes Android-8-Betriebssystem. (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)

Bereits seit ein paar Jahren baut das Team der Shift GmbH Smartphones, deren Produktion auf Nachhaltigkeit und Recycling basieren soll. Die Business-to-Business-Messe Cebit war für das Unternehmen eine Gelegenheit, um das seit einigen Wochen erhältliche 5,7-Zoll-Gerät Shift6m und die kommende kleinere 5-Zoll-Version vorzustellen. Golem.de konnte sich das Gerät genauer anschauen und einen Einblick in die Firmenphilosophie bekommen, die an Fairphone erinnert.

Inhalt:
  1. Shift6m-Smartphone im Hands on: Nachhaltigkeit geht auch bezahlbar und ansehnlich
  2. Modulare Bauweise für leichtes Auseinanderbauen

Die Shift GmbH kooperiert mit einem chinesischen Fertigungspartner und der ebenfalls chinesischen Organisation für faires Arbeitsrecht Taos. Die zehn Werksarbeiter in der Fabrik werden mit wesentlich höheren Löhnen als üblich bezahlt - in einem mittlerweile etwas älteren Bericht von 2016 spricht Shift von Löhnen von umgerechnet 430 Euro monatlich, der nach Angaben der Firma mittlerweile auf über 1000 Euro aufgestockt wurde.. Das ist etwas mehr als der doppelte Durchschnittslohn in der Region.

Auch die Anzahl der Urlaubstage soll hoch und eine 40-Stunden-Woche üblich sein, sagen uns die Entwickler persönlich und im erwähnten Bericht. Finanziert wird das alles über Crowdfunding und Vorbesteller. Shift will von großen Geldgebern unabhängig bleiben. Interessant ist, dass sie dabei niemals überheblich wirken. Im Gegenteil: Sie wollen sich nicht einmal mit der Konkurrenz vergleichen, sondern sehen sich zusammen mit dem niederländischen Unternehmen Fairphone nach eigenen Aussagen als "gemeinsame Kämpfer für dieselbe Sache".

Dabei versucht Shift genau wie die Entwickler des Fairphones, eine möglichst transparente und nachhaltige Herstellungskette aufzubauen. Das fängt bei der Auswahl der Rohmaterialien an: Statt auf den umstrittenen Werkstoff Coltan zu setzen, verbaut Shift Kondensatoren aus Keramik. Der Grund: Coltan wird unter menschenunwürdigen Bedingungen in Minen im Kongo gefördert. Die Nutzung solcher Konfliktmaterialien will der Hersteller nicht unterstützen. Auch das verwendete Lötzinn soll aus fairer Produktion stammen.

  • Shift6m (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Shift6m (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Shift6m (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Shift6m (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)
Shift6m (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)
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Dabei eine transparente Produktionskette aufzubauen, ist für die Hersteller eine schwierige Aufgabe. Als Problemfaktor sehen die Gründer Samuel und Carsten Waldeck die Politik in China. Dort würden Informationen oft nicht weitergegeben, da sie als Betriebsgeheimnis angesehen werden. Geduld und diplomatisches Verständnis seien deshalb Pflicht, heißt es.

Zweckmäßiges Gerät inklusive Gerätepfand

Auf den ersten Blick fühlt sich das Shift6m wie ein etwas älteres Nexus-Smartphone an. Es hat einen gummierten Rücken, wodurch es fest und sicher in der Hand liegt. Auf der Vorderseite befindet sich das 5,7 Zoll große Full-HD-OLED-Panel des Gerätes. Es kann hier kein Full-Screen-Design erwartet werden, was das Gehäuse etwas größer macht als aktuelle Topmodelle von Herstellern wie Samsung, Huawei oder Apple. Das ist aber auch nicht der Anspruch des Produktes. Es soll einfach unter gerechten Umständen gebaut werden.

Das Shift6m wirkt auch nicht wie eine Kopie eines anderen Herstellers. Das wird auch an der ungewöhnlichen Anordnung der Knöpfe deutlich: Der Power-Schalter befindet sich nahe der oberen rechten Ecke, darunter sind die Lautstärkeregler positioniert. Geladen wird das Smartphone über einen USB-Typ-C-Anschluss. Ein USB-Kabel wird mitgeliefert. Ein passendes Netzteil wurde aus Kostengründen weggelassen. Dafür erhalten Käufer eine schwarze Schutzhülle aus recyclebarem Gummi. Auf der Rückseite des Telefons befinden sich ein Fingerabdrucksensor und eine 21-Megapixel-Kamera, die von einer 13-Megapixel-Linse an der Front ergänzt wird.

Das schwarze Gehäuse des Telefons ist aus Polycarbonat gefertigt, das ebenfalls zu 90 Prozent wiederverwertbar sein soll. Das Recyclingkonzept präsentiert Shift als recht durchdachtes System mit einem interessanten Plus: Sollten Nutzer ihr Gerät nicht mehr brauchen oder sollte es zerstört sein, dann können sie den Rest für eine Erstattung von 22 Euro beim Hersteller eintauschen. Noch brauchbare Teile kann das Unternehmen nämlich wiederverwenden. Gebrauchte Geräte werden zudem aufbereitet und erneut verkauft oder für Hilfsprojekte eingesetzt.

Modulare Bauweise für leichtes Auseinanderbauen 
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[Benutzernamen... 21. Jun 2018

Fairphone hat einen Betriebsrat im produzierenden Unternehmen durchgesetzt. Die Löhne...

aPollO2k 20. Jun 2018

Ich wollte es gerade schon schreiben....aber danke für die Ergänzung. Übrigens ist das...

aPollO2k 20. Jun 2018

Ich wünschte manche würden mal einfach so in eine chinesische Fabrik gesteckt werden...

David64Bit 18. Jun 2018

Toll, dass ihr den Kontakt direkt sucht. Meine direkte Gegenfrage wären: Warum muss es...

TrollNo1 18. Jun 2018

Dafür dann das Gerät um 180° drehen, schon ist die Lautstärkewippe links ;)


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