Shenzhen Metro: China testet U-Bahn-Ticket-Bezahlung mit Gesichtserkennung
In der Tech-Metropole Shenzhen wird das Bezahlen von U-Bahn-Fahrten mit dem Gesicht getestet, wie die South China Morning Post berichtet(öffnet im neuen Fenster). Die Shenzhen Metro testet ein neues System an der Futian Station im Zentrum der Stadt. Hier kreuzen sich die Linien 2 und 3, zudem beginnt die neue Flughafen-Linie 11 hier und der Hochgeschwindigkeitsbahnhof der neuen Linie Hong Kong ist ebenfalls im Tunnelsystem leicht erreichbar.
Die Shenzhen Metro gehört zu den U-Bahn-Systemen, bei denen normalerweise mit einem E-Ticket bezahlt wird, ähnlich der Londoner Oyster Card. Dazu kann sich jeder Nutzer eine sogenannte Shenzhen-Tong-Smartcard kaufen, die mit Nahbereichsfunk ausgestattet ist und auf die Guthaben geladen werden kann. Die gibt es auch als Smartphone-Variante. Zusätzlich sind aber auch Einzeltickets verfügbar(öffnet im neuen Fenster). Das Bezahlen mit der Gesichtserkennung ist also eine weitere Möglichkeit. Dafür muss das eigene Gesicht jedoch mit einem Zahlungsaccount verknüpft werden.

Aus dem Bericht der Post geht aber nicht hervor, wie das im Detail funktionieren soll. Die Kosten der Fahrt werden normalerweise distanzbasiert berechnet, was die Shenzhen Tong sehr praktisch macht. Da die Gesichtserkennung aber nur in Futian funktioniert, fehlt der Check- oder Tap-out aus dem U-Bahn-System. Es bleibt also unklar, ob für die Testphase pauschal abgerechnet wird oder parallel beispielsweise eine Shenzhen Tong beim Verlassen der U-Bahn genutzt werden muss.
Dem Bericht zufolge soll das System später ausgebaut werden. Details fehlen aber noch.
Der Einsatz von Gesichtserkennung in der Shenzhen Metro ist insofern interessant, als es sich um eines der modernsten Systeme in China handelt. Gleichzeitig baut der Staat das U-Bahn-System in rekordverdächtigem Tempo aus und viele chinesische Tech-Konzerne haben hier ihre Heimat. Was in Shenzhen getestet wird, könnte später auf andere Städte oder Gegenden angewandt werden.