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Shell Ocean Discovery X Prize: X-Prize für unbemannte Systeme zur Meereskartierung vergeben

Wer erstellt die besten Karten vom Meeresboden? Die X-Prize Foundation hat zwei Teams ausgezeichnet, die unbemannte Schiffe zur Erfassung der Meeresböden entwickelt haben. Ein deutsches Team schaffte es unter die besten fünf.

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Unbemannte Tauchboote der Arggonauts
Unbemannte Tauchboote der Arggonauts (Bild: Eduard Maydanek/Fraunhofer IOSB)

Gut 70 Prozent der Erde sind mit Wasser bedeckt, mehr als ein Drittel der Meere ist tiefer als 4.000 Meter. Doch wir wissen wenig darüber, was sich unter der Oberfläche befindet. Da der Betrieb von Schiffen für die Tiefseeforschung sehr teuer ist, sollen unbemannte Systeme die Kartierung der Meere übernehmen. In einem Wettbewerb wurden mehrere solcher Systeme ausgezeichnet.

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Die X-Prize Foundation hatte 2015 zusammen mit dem Ölkonzern Shell und der US-Wetter- und Ozeanografie­behörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) den Shell Ocean Discovery X Prize ausgeschrieben. Ziel war es, ein autonomes System zu entwickeln, das von einem unbemannten Schiff ausgesetzt wird, um eine hochaufgelöste Karte des Meeresbodens zu erstellen.

Für das Finale mussten die Teams vor der griechischen Küste in 24 Stunden mindestens 250 Quadratkilometer Seeboden in einer Tiefe von 4.000 Metern vermessen und aus den Daten eine dreidimensionale Karte erstellen. Die Auflösung betrug fünf Meter. Zudem sollte das unbemannte U-Boot Fotos von archäologisch, biologisch oder geologisch interessanten Objekten aufnehmen. Das Preisgeld für den Gewinner betrug vier Millionen US-Dollar. Insgesamt waren sieben Millionen US-Dollar ausgelobt.

Am besten löste die Aufgabe das Team Gebco-NF Alumni, an dem Mitarbeiter aus 14 Ländern unter der Leitung von Rochelle Wigley und Julia Zarayskaya beteiligt waren. Sie setzten auf bereits erhältliche Komponenten wie etwa das unbemannte U-Boot Hugin AUV des norwegischen Unternehmens Kongsberg Maritime und entwickelten dafür das unbemannte Mutterschiff Sea Kit.

Sea Kit setzt Hugin aus, schleppt es an einer Leine und holt es am Ende der Mission wieder ein. Ein Cloud-basiertes System, das das Team selbst entwickelt hat, wertet die unter Wasser gesammelten Daten aus und erzeugt daraus eine 3D-Karte. Gebco-NF Alumni gewann den Wettbewerb und erhielt dafür den mit vier Millionen US-Dollar dotierten Hauptpreis.

Auf Platz zwei landete das japanische Team Kuroshio. Es hat ein Mutterschiff auf der Basis eines motorisierten Schlauchboots entwickelt, das zwei verschiedene unbemannte U-Boote aussetzt. Das Team, dessen Mitglieder zum Teil aus Universitäten und der Industrie kommen, erhielt für den zweiten Platz eine Million US-Dollar.

Fraunhofer-Team schafft es unter die letzten fünf

Weitere Platzierungen wurden nicht vergeben. Unter den besten fünf von insgesamt 32 Teilnehmern landete das Team Arggonauts des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB). Einen Sonderpreis erhielt das Konzept von Team Tao aus Großbritannien. Dessen Mutterschiff setzt eine Reihe von senkrecht schwimmenden Unterwasserfahrzeugen aus. Unterstützt werden diese von Drohnen.

Daneben hatte die NOAA einen weiteren Wettbewerb ausgelobt: Die Teilnehmer sollten ein System entwickeln, das ein chemisches oder biologisches Signal unter Wasser erfasst und zu seinem Ausgangspunkt zurückverfolgen kann. Den mit 800.000 US-Dollar dotierten Hauptpreis erhielt das kalifornische Schülerteam Ocean Quest. Den zweiten Preis und 200.00 US-Dollar bekamen die Tampa Deep Sea Xplorers aus Florida.

Das Finale dieses Wettbewerbs fand vor Puerto Rico statt. Dort hätte auch das Finale der Grand Challenge stattfinden sollen. Nach den schweren Wirbelstürmen Irma und Maria, die die Insel 2017 getroffen hatten, wurde die Veranstaltung jedoch ins Mittelmeer verlegt.



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