Shallow Trenching: Google Fiber schaltet FTTH wegen freihängenden Kabeln ab

Google Fiber ist mit seinem Neustart mit einer besonders billigen Trenchingmethode gescheitert. Statt das Netz neu zu verlegen, schaltet der milliardenschwere Konzern die Glasfaser nun ab.

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Ausbau in Louisville
Ausbau in Louisville (Bild: Google Fiber)

Google Fiber schaltet nach einem gescheiterten Ausbau sein FTTH-Netz in Louisville ab. Das gab das Unternehmen am 7. Februar 2019 in seinem Blog bekannt. "Wie wir unseren Kunden heute mitteilten, werden wir das Netzwerk am 15. April abschalten, und die nächsten zwei Monate des Dienstes gehen auf uns."

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In Louisville versuchte das Unternehmen, Glasfaser mit flacherem Trenching zu verlegen als in anderen Märkten. Ein Google-Fiber-Sprecher sagte dem Branchenmagazin Cnet, dass Gräben an Straßenrändern von nur fünf Zentimetern Tiefe gegraben wurden, die mit einer gummiartigen Flüssigkeit gefüllt wurde, die sich verfestigen sollte. Diese Methode sollte eine billigere und schnellere Alternative zu den Standardmethoden sein. Doch nach nur wenigen Monaten traten die Glasfaserkabel wieder aus dem Trenchingschlitz aus.

Laut den Informationen von Cnet war das Shallow Trenching eine Schlüsseltechnologie für Google Fiber, um die hohen Tiefbaukosten zu senken. Damit sollte ein stiller Neustart des FTTH-Ausbaus des Betreibers beginnen.

Google Fiber hätte nach eigener Aussage das gesamte Glasfasernetzwerk in Louisville neu verlegen müssen, um die gewohnte Servicequalität zu bieten, und "das wäre einfach geschäftlich nicht die Entscheidung für uns" erklärte der Betreiber. Das Trenching in anderen Städten erfolge nun wieder mit mehr Tiefe und der üblichen Verfüllung.

Google Fiber: Der Anfang vom Ende

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Google Fiber hatte nie Angaben zur Anzahl seiner Kunden gemacht. Weil der Anbieter im August 2016 von den ursprünglich geplanten fünf Millionen Kunden fünf Jahre nach seinem Start noch sehr weit entfernt war, setzte die Konzernführung den Ausbau aus. Google Fiber kündigte im Oktober 2016 an, den Ausbau in zehn Städten zu stoppen oder zu pausieren und Beschäftigte zu entlassen. Der Ausbau in Huntsville (Alabama), San Antonio (Texas) und Louisville (Kentucky) sollte jedoch noch ausgeführt werden. Neun Prozent der rund 1.500 Beschäftigten wurden entlassen. Mehrere Hundert Beschäftigte wurden in andere Konzernbereiche versetzt.

Ein Google-Fiber-Glasfaseranschluss mit 1 GBit/s sowohl im Up- als auch im Downstream und ohne Volumenlimit kostete 70 oder 80 US-Dollar pro Monat. Der Vertrag läuft mindestens ein Jahr, eine Anschlussgebühr fällt nicht an. Zudem sind Google Drive mit einem Speichervolumen von 1 TByte und eine Anschlussbox im Preis enthalten.

Für 120 US-Dollar pro Monat bei zwei Jahren Vertragslaufzeit gibt es zusätzlich ein Paket mit zahlreichen Fernsehsendern in HD samt einer Set-Top-Box, einem Tablet und einem NAS.

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