Abo
  • Services:

Shadowbrokers: NSA-Exploits für Windows als Ostergeschenk

Die Gruppe Shadowbrokers veröffentlicht zahlreiche NSA-Exploits und Informationen über einen Hack des Swift-Banksystems Eastnets durch den US-Geheimdienst. Anders als beim letzten Mal sind viele der Exploits recht aktuell und können Windows-Systeme angreifen.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Eternalromance, Eternalsynergy und Co.: kreative Namen der NSA-Exploits, mit denen sich Windows-Systeme übernehmen lassen
Eternalromance, Eternalsynergy und Co.: kreative Namen der NSA-Exploits, mit denen sich Windows-Systeme übernehmen lassen (Bild: Screenshot)

Diese Nachricht kurz vor Ostern dürfte einige Windows-Administratoren in Aufregung versetzen: Die Gruppe Shadowbrokers veröffentlicht ein weiteres Mal Daten und Exploits der NSA. Doch während die letzte Veröffentlichung der Shadowbrokers vor allem historischen Wert hatte - die meisten Exploits waren uralt und betrafen längst nicht mehr genutzte Software -, ist diesmal viel aktuelles Material dabei, das Windows-Systeme gefährdet.

Stellenmarkt
  1. Eurowings Aviation GmbH, Köln
  2. mobilcom-debitel GmbH, Büdelsdorf

Daneben belegen die veröffentlichten Dokumente wohl einen größeren Hack von Bankensystemen durch die NSA. Demnach hat der US-Geheimdienst großflächig die Systeme der Organisation Eastnets infiltriert. Eastnets betreibt Swift-Services in zahlreichen Ländern des Nahen Ostens. Eastnets bestreitet den Hack jedoch auf Twitter.

Mehrere der veröffentlichten Exploits sind geeignet, Windows-Systeme aus der Ferne zu übernehmen. Es handelt sich überwiegend um Sicherheitslücken im SMB-System, dem Netzwerkdateisystem von Windows. Neben mehreren Einzelexploits gibt es auch ein Exploit-Framework namens Fuzzbunch, das von einigen Sicherheitsexperten als vergleichbar mit dem Tool Metasploit beschrieben wird. Die Exploits sind inzwischen in zahlreichen Repositories auf Github abrufbar.

Microsoft: alle Lücken bereits gefixt

Laut einer Meldung von Microsofts Sicherheitsteam sind alle Sicherheitslücken bereits geschlossen. Allerdings erst seit kurzem: Drei der NSA-Exploits mit den Namen Eternalromance, Eternalblue und Eternalsynergy sind erst durch das jüngste Update vom März abgedeckt.

Für Windows-Nutzer heißt das, dass sie - falls nicht schon geschehen - umgehend das März-Sicherheitsupdate von Microsoft installieren sollten. Für Benutzer, die immer noch die nicht mehr unterstützten Systeme Windows XP und Vista einsetzen, dürfte damit endgültig das Surfen im Netz zum Sicherheitsrisiko werden. Für diese Systeme gibt es keine Updates.

Es ist wohl davon auszugehen, dass es in den nächsten Tagen Versuche geben wird, diese Sicherheitslücken großflächig auszunutzen, etwa um Malware zu installieren und Botnetze aufzubauen. Ob Nutzer direkt betroffen sind, hängt jedoch von einigen Dingen ab. So sind viele Windows-Rechner in Heimnetzwerken an Router angeschlossen und nicht direkt über das Internet erreichbar. Auch sind die SMB-Ports nicht immer automatisch offen. Das war nur bei sehr alten Windows-Versionen der Fall.

Woher wusste Microsoft von den Lücken?

Microsoft erklärt in der Meldung nicht, woher der Konzern die Informationen über die Sicherheitslücken hatte. Dass man dort rein zufällig so kurz vor der Veröffentlichung alle betroffenen Sicherheitslücken bereits gefunden hatte, erscheint eher unwahrscheinlich. Denkbar wäre, dass die Shadowbrokers vorab Microsoft über den bevorstehenden Leak informiert haben. Möglich auch, dass die NSA, die bereits von den gestohlenen Daten wusste, Microsoft über die Sicherheitslücken in Kenntnis setze. Auch andere Varianten wären denkbar: Die Shadowbrokers hatten die Sicherheitslücken ursprünglich zum Verkauf angeboten - Microsoft hätte sie natürlich selbst kaufen können.

Der genaue Hergang wirft auch politische Fragen für die NSA auf. Wenn die NSA wusste, dass ihre Exploits gestohlen wurden, wäre es hochgradig unverantwortlich, Microsoft nicht über die entsprechenden Sicherheitslücken zu informieren.

Die Shadowbrokers sind eine anonym agierende Hackergruppe, die bereits mehrfach Daten der NSA veröffentlichte. Die bisherigen Veröffentlichungen waren aber weit weniger spektakulär. Politisch hat die Gruppe mehrfach Unterstützung für US-Präsident Donald Trump signalisiert, zuletzt zeigte sie sich jedoch enttäuscht über den Syrien-Angriff der USA. Es wird vermutet, dass russische Akteure hinter den Shadowbrokers stehen.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 119,90€

Farix 17. Apr 2017

Das kostenlose Upgrade ist immer noch verwendbar, einfach einen Win10 stick erstellen und...

Sharra 16. Apr 2017

Die haben den Datensatz sowieso nicht verkauft. Was willst du denen jetzt noch schaden...

nixidee 16. Apr 2017

Legt doch mal die Aluhüte weg. Wo soll denn die Rechtslage es ermöglicht haben, dass MS...

Bouncy 16. Apr 2017

Ja ganz toll machen die das, seit Januar nur noch Nightlies im Angebot. Die kommen mit...

Bouncy 16. Apr 2017

Ist so wenig undenkbar wie dass die NSA den russischen Staatshackern einfach absichtlich...


Folgen Sie uns
       


Samsung Micro-LED-TV angesehen (CES 2019)

Micro-LEDs könnten dank Samsungs neuem 75-Zoll-Fernseher bald auch ihren Weg in heimische Wohnzimmer finden. Der neue TV hat ein sehr scharfes und helles Bild - einen Preis hat Samsung aber noch nicht bekanntgegeben.

Samsung Micro-LED-TV angesehen (CES 2019) Video aufrufen
IT-Jobs: Ein Jahr als Freelancer
IT-Jobs
Ein Jahr als Freelancer

Sicher träumen nicht wenige festangestellte Entwickler, Programmierer und andere ITler davon, sich selbstständig zu machen. Unser Autor hat vor einem Jahr den Schritt ins Vollzeit-Freelancertum gewagt und bilanziert: Vieles an der Selbstständigkeit ist gut, aber nicht alles. Und: Die Freiheit des Freelancers ist relativ.
Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel

  1. Job-Porträt Die Cobol Cowboys auf wichtiger Mission
  2. IT Frauen, die programmieren und Bier trinken
  3. Software-Entwickler CDU will Online-Weiterbildung à la Netflix

Schwerlastverkehr: Oberleitung - aber richtig!
Schwerlastverkehr
Oberleitung - aber richtig!

Der Schwerlast- und Lieferverkehr soll stärker elektrifiziert werden. Dafür sollen kilometerweise Oberleitungen entstehen. Dass Geld auf diese Weise in LKW statt in die Bahn zu stecken, ist aber völlig irrsinnig!
Ein IMHO von Sebastian Grüner

  1. Softwarefehler Lime-Tretroller werfen Fahrer ab
  2. Hyundai Das Elektroauto soll automatisiert parken und laden
  3. Kalifornien Ab 2029 müssen Stadtbusse elektrisch fahren

WLAN-Tracking und Datenschutz: Ist das Tracken von Nutzern übers Smartphone legal?
WLAN-Tracking und Datenschutz
Ist das Tracken von Nutzern übers Smartphone legal?

Unternehmen tracken das Verhalten von Nutzern nicht nur beim Surfen im Internet, sondern per WLAN auch im echten Leben: im Supermarkt, im Hotel - und selbst auf der Straße. Ob sie das dürfen, ist juristisch mehr als fraglich.
Eine Analyse von Harald Büring

  1. Gefahr für Werbenetzwerke Wie legal ist das Tracking von Online-Nutzern?
  2. Landtagswahlen in Bayern und Hessen Tracker im Wahl-O-Mat der bpb-Medienpartner
  3. Tracking Facebook wechselt zu First-Party-Cookie

    •  /