Shadow Broker: Die NSA-Hacker haben echte Ware im Angebot
Cisco und Fortinet haben bestätigt, dass die von der Hackergruppe Shadow Brokers veröffentlichten Exploits echt sind. Zuvor hatten Sicherheitsforscher einige der Exploits für verschiedene Router und Firewalls getestet und für echt befunden. Nach wie vor gibt es verschiedene Theorien zur Urheberschaft der Angriffe.
Cisco hat die Existenz(öffnet im neuen Fenster) zweier Schwachstellen aus der Veröffentlichung bestätigt. Eine mit dem Codenamen Epicbanana soll bereits im Jahr 2011 geschlossen worden sein, die mit dem Codewort Extrabacon muss noch behoben werden. Der Fehler betrifft die Implementation des Simple Network Management Protocol (SNMP) durch Cisco. Angreifer sollen durch einen Buffer Overflow in der Lage sein, Code auf den Adaptive Security Appliances (ASA) von Cisco auszuführen. Bislang gibt es keinen vollständigen Fix, nur Workarounds über Snort-Regeln.
Auch Fortinet gibt Security-Advisory heraus
Auch Fortinet(öffnet im neuen Fenster) hat einen Exploit in seiner Firmware mittlerweile bestätigt. Mittels einer manipulierten HTTPS-Anfrage soll es Angreifern möglich sein, Code auf dem Gerät auszuführen. Betroffen sollen nur Geräte mit einer Firmware-Version sein, die vor dem August 2012 veröffentlicht wurde. Dies sind die Versionen 4,38, 4.2.12 sowie 4.1.10 und jeweils frühere Versionen. Aktuelle Versionen ab 5.x sind nach Angaben des Unternehmens nicht betroffen.
Auch die Sicherheitsfirma Kaspersky, die die Existenz der Equation Group erstmals beschrieben hatte, hält die Exploits für echt. Denn in dem aktuell veröffentlichen Code fänden sich Hinweise auf eine ganz bestimmte Implementation des Verschlüsselungsalgorithmus RC6, die zuvor so nur bei der Equation Group gefunden worden sei.
Unklarheit gibt es nach wie vor über die Täter. Edward Snowden unterstützt über seinen Twitter-Account(öffnet im neuen Fenster) die Theorie, dass Russland für den Leak verantwortlich sei. Wahrscheinlich sei, so Snowden, dass Russland mit dem Leak ein Signal an die US-Regierung senden wolle, weitere öffentliche Spekulationen über den Urheber der Leaks zu der demokratischen Partei zu unterbinden.
Möglicherweise ein Innentäter
Andere hingegen halten die Innentätertheorie für wahrscheinlicher. Der Hacker Matt Suiche gibt an(öffnet im neuen Fenster), dass er von einem NSA-Veteranen kontaktiert worden sei, der "zu 99,9 Prozent" sicher sei, dass Russland nicht hinter dem Angriff stehe, sondern ein NSA-Mitarbeiter. Dafür könnte sprechen, dass die Exploits der NSA in der Regel nicht auf mit dem Internet verbundenen Systeme gehostet werden. Größere Leaks von NSA-Daten sind bislang, soweit bekannt, nur von ehemaligen Mitarbeitern wie Snowden gekommen.
Grundsätzlich könnte ein NSA-Mitarbeiter aber auch einen Command-and-Control-Server für einen Angriff vorbereitet haben, dabei aber nachlässig gehandelt haben – was die Informationen für Angreifer verfügbar gemacht haben könnte.
Die – vermutlich nicht ganz ernst gemeinte – Versteigerung läuft nicht besonders gut. Bislang sind nur knapp 1.000 Euro in Bitcoin zusammengekommen. Der größte Teil kommt von einem einzigen Bieter, der 1,5 Bitcoin an die entsprechende Wallet(öffnet im neuen Fenster) überwiesen hat.
US-Präsident Obama hatte im Jahr 2014 angekündigt, künftig keine Exploits mehr zu horten, es sei denn, diese seien nach Angaben der NSA "vital" für die nationale Sicherheit. Auf der Sicherheitskonferenz Defcon hatte der Sicherheitsforscher Jason Healy behauptet(öffnet im neuen Fenster), dass derzeit nur rund 50 aktive Exploits im Besitz der US-Regierung seien. Jetzt sind es ein paar weniger.
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