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Shadow Gambit Vorschau: Wenn Monkey Island auf Desperados trifft

Kein Guybrush, aber Geisterpiraten in der Karibik bietet Shadow Gambit . Golem.de hat eine Vorabversion gespielt - und sehr viel Spaß gehabt!
/ Peter Steinlechner
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Artwork von Shadow Gambit (Bild: Mimimi Games)
Artwork von Shadow Gambit Bild: Mimimi Games

Seit ein paar Tagen summen und pfeifen wir in den Gängen von Golem.de die Titelmelodie aus Monkey Island, obwohl wir uns nicht mit den Abenteuern von Nachwuchspirat Guybrush Threepwood beschäftigt haben.

Stattdessen haben wir eine Vorabversion des Taktik-Echtzeitspiels Shadow Gambit ausprobiert. Und dabei sind uns immer wieder berühmte Soundtracks in den Sinn gekommen.

Das hat damit zu tun, dass uns ein Teil des Szenarios von Shadow Gambit an Monkey Island erinnert. Es gibt Skelettpiraten, unser Schiff heißt Red Marley, wir sind in der Karibik unterwegs, und alles sieht aus wie ein Cartoon.

Allerdings ist Shadow Gambit kein Adventure, sondern bietet Echtzeittaktik - wie die bisherigen Werke des Münchner Entwicklerstudios Mimimi Games(öffnet im neuen Fenster) , etwa Desperados 3 ( Test auf Golem.de ).

Diesmal sind wir aber nicht im Wilden Westen unterwegs, sondern kommandieren eine Crew von Geisterpiraten im Kampf mit einer ruchlosen Inquisition.

Beim Anspielen steuern wir anfangs in einem ausgedehnten Tutorial die Anführerin der Freibeuter, eine gewisse Afia Manicato. Per Mausklick bewegen wir sie aus der isometrischen Perspektive über einen Inselstrand und stechen auch gleich den ersten Akolythen (so heißen die Standardfeinde) hinterrücks mit dem Säbel nieder.

Viele Elemente in Shadow Gambit kennen wir schon aus Desperados 3, etwa die einblendbaren Sichtfelder von feindlichen Wachen. Gemeinsam mit Afia haben wir aber auch neue Möglichkeiten, die Gegner auszuschalten. Besonders effektiv ist das sogenannte Blinzeln, das wir mit Druck auf die S-Taste auslösen.

Dann springt die Piratin zum anvisierten Akolythen und tötet ihn. Auf diese Art gelangen wir auch auf sonst nicht erreichbare Anhöhen. Im Tutorial lernen wir neben dem Blinzeln weitere Extras, etwa Schleichen und das Zeit-Festfrieren von Feinden.

Nach dem Tutorial landen wir auf der Red Marley, unserem Schiff. Dieses ist wie ein lebendiges Wesen, das mit uns spricht und wesentlicher Teil der Handlung ist. Nach ein paar Verwicklungen können wir unser erstes Crewmitglied von den ganz Toten zu den Halbtoten zurückholen.

Konkret handelt es sich um den ehemaligen Freibeuter Toya, der eigene Spezialfähigkeiten beherrscht. Er kann mit einer Flöte Gegner anlocken, sich mit einem etwas kompliziert zu bedienenden mobilen Transportgerät durch die Umgebungen beamen und quasi aus dem Nichts Feinde angreifen.

Es ist eine der Herausforderungen in Shadow Gambit, die Spezialfähigkeiten im Griff zu haben und sie sinnvoll einzusetzen. Beim Anspielen machte uns das sehr viel Spaß: Den Großteil der Akolythen eliminierten wir mit dem Sprungangriff von Afia, bei den etwas härteren und von mehreren Sichtfeldern geschützten Feinden setzten wir mehrere Fähigkeiten gleichzeitig ein.

Klasse Flow aus Beobachten, Überlegen, Umsetzen

Das ist wörtlich gemeint. In Shadow Gambit können wir per Umschalttaste die Zeit anhalten und dann jedem Crewmitglied einen ganz konkreten Befehl erteilen.

Wenn wir dann Enter drücken, werden alle Kommandos auf einmal ausgeführt - und wir können auf einen Streich auch größere Feindesgruppen loswerden.

So ergibt sich ein klasse Flow mit einer spannenden Mischung aus Beobachten und Überlegen sowie der anschließenden Umsetzung unseres Plans. Wenn dann alles wie am Schnürchen klappt, fühlt sich das besser an als eine ganze Buddel mit Rum!

Es gibt noch viele Funktionen und Mechaniken in dem Spiel, auf die wir hier nicht weiter eingehen. So können wir vor jedem Einsatz unsere Crew im Kartenraum der Red Marley nach unseren Vorstellungen zusammenstellen und müssen dabei die Stärken und Schwächen bedenken.

Um nur ein Beispiel zu nennen: Nicht alle können schwimmen, Toya aber schon - so lässt sich unter Umständen ein Hinterhalt aufbauen.

Unsere Einsätze führen uns auf Inseln, teils besuchen wir diese mehrfach - aber von unterschiedlichen Stellen. Wir vermuten mal, dass sich dadurch eine gelungene Mischung aus "kenne mich schon aus" und "neu zu entdecken" ergibt.

Die Grafik macht einen stimmungsvollen Eindruck, das Karibikflair mit Sandstränden sowie Palmen und eben Piraten macht gute Laune. Auch die Vertonung und den Soundtrack finden wir gelungen - obwohl ja nicht der Soundtrack von Monkey Island zu hören ist.

Unsere Vorabversion lief sehr stabil, es gab nur kurze Ladezeiten (Schnellspeichern ist jederzeit möglich) und keinerlei Ruckler oder gar Abstürze. Ein paar Elemente fehlten noch, etwa ein Logbuch, das uns einen Überblick über alles Mögliche geben soll. Ein Aufgabenjournal mit den gerade aktuellen Zielen war schon eingebaut.

Shadow Gambit: Plattformen, Demo und Erscheinungstermin

Auch ein paar Crewmitglieder fehlten in der Vorschau noch, etwa eine auf Kanonenschläge spezialisierte untote Piratin namens Gaëlle le Bris. Wenn wir es richtig verstehen, gehört es zur Kampagne, die Besatzung nach und nach in unser Team zu holen. Später dürfen wir dann auch Nebenaufgaben rund um ihre individuellen Schicksale und Spezialfähigkeiten absolvieren.

Shadow Gambit soll am 17. August 2023 für Windows-PC (Steam, Epic Games Store) sowie für Playstation 5 und Xbox Series X/S erscheinen. Unsere PC-Vorabversion konnte noch nicht mit Gamepad gesteuert werden. Wir sind gespannt, wie das umgesetzt wird! Vom 19. bis 26. Juni 2023 soll es über Steam eine kostenlose, rund zwei bis vier Stunden lange Demo geben.


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