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Shadow Gambit im Test: Die genialsten Geisterpiraten seit LeChuck!

Beim Klabautermann! Ist das gut geworden: Das Strategiespiel Shadow Gambit schickt uns mit untoten Freibeutern in eine hübsch-düstere Südsee.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von Shadow Gambit (Bild: Mimimi Games)
Artwork von Shadow Gambit Bild: Mimimi Games

Verflucht, wir sind sowas von tot! Das ist zum Glück in Shadow Gambit die wichtigste Voraussetzung für eine Karriere als Geisterpirat. Das Echtzeit-Taktikspiel des Münchner Entwicklerstudios Mimimi Games (Desperados 3) schickt uns mit einer Truppe aus Freibeutern in eine karibische Südsee, die uns an Monkey Island erinnert – aber ohne Guybrush Threepwood und LeChuck.

Stattdessen ist eine verstorbene Seeräuberin namens Afia Manicato die Hauptfigur. Sie kämpft gegen eine die sektenähnliche Inquisition, eine Organisation unter einem ebenso mysteriösen wie fast allmächtigen Anführer.

Als Afia führen wir die ersten Morde an Mitgliedern der Inquisition im Tutorial alleine durch. Dann erhalten wir Unterstützung durch immer mehr Crewmitglieder, die wir aber erst mit Seelensteinen aktiveren müssen.

Shadow Gambit ist in Missionen unterteilt, die uns auf Inseln schicken. Meist sollen wir konkrete Missionen erledigen, etwa Artefakte finden oder bestimmte Anführer eliminieren. Wir haben größtenteils alle – oder die meisten – Mitglieder der Inquisition aus dem Weg geräumt und dabei die Hauptaufgabe mit absolviert.

Per Mausklick scheuchen wir Afia und ihre Kollegen aus der isometrischen Perspektive über die Inseln. Normalerweise agieren wir im Verborgenen, springen also von Busch zu Busch oder Mauervorsprung zu Mauervorsprung und schalten einen Feind nach dem anderen aus.

Afia kann mit einem Blitzsprung auf Feinde zuspringen und sie mit ihrem Säbel durchbohren. Andere Crewmitglieder töten anders: Der Ex-Samurai Toya etwa kann Wache mit einer Vogelpfeife in eine Falle locken.

Die Scharfschützin Teresa meuchelt auch auf sehr große Distanz mit ihrer Fernkampfwaffe. Nur: Sie hat lediglich einen Bolzen – den muss sie für den nächsten Schuss erst bei ihrem Opfer einsammeln. Und wenn dort andere Feinde stehen, wird das schwierig.

Die Hauptkampagne hat einen Umfang von ungefähr 30 Stunden. Wer wirklich alle Aufgaben erledigen möchte, kann weitere Stunden für zusätzliche Quests rund um das Schicksal der Crew dazurechnen. Der Wiederspielwert ist wegen der meist frei kombinierbaren Charaktere ziemlich hoch.

Zwischen den Missionen verbringen wir Zeit mit Plaudereien, Level-ups und Ähnlichem auf unserem sprechenden Segelschiff, der Red Marley – eigentlich die zweite Hauptfigur neben Afia. Die Handlung wird vor allem mit einfach gemachten Texteinblendungen erzählt, aufwendigere Zwischensequenzen gibt es fast gar nicht.

Shadow Gambit: Verfügbarkeit und Fazit

Die Grafik erinnert mit ihren meist bunten Farben teils sehr an Monkey Island – uns gefällt das. Die Inseln sind sehr unterschiedlich, es gibt Eilande mit Palmen und Sandstränden, aber auch düstere Archipel mit schroffen Felsen und große Festungen. Das Programm basiert auf Unity und wirkt sehr ausgreift, Bugs oder Ruckler sind uns nicht aufgefallen.

Shadow Gambit erscheint am 17. August 2023 für Windows-PC (Steam, Epic Games Store und ohne DRM auf Gog.com – rund 40 Euro). Zeitgleich erscheinen Versionen für Playstation 5 und Xbox Series X/S, den Preis kennen wir noch nicht.

Wir haben Shadow Gambit am PC meist mit Maus und Tastatur gespielt, alternativ können wir per Gamepad antreten. Das klappt gut, fühlt sich aber sehr anders an.

Den aktiven Charakter lenken wir mit dem linken Analogstick – und zwar direkt. Figuren und Befehle wählen wir über die Schultertasten aus, Wachen und andere Objekte visieren wir mit dem rechten Analogstick an.

Es gibt weder Mikrotransaktionen noch Multiplayer, das Spiel funktioniert auch offline. Die deutsche Sprachausgabe klingt professionell, viele der Stimmen kennen wir als Synchronsprecher. Die USK hat eine Freigabe ab 12 Jahre erteilt.

Fazit

Jede Wette: Guybrush Threepwood würde Shadow Gambit toll finden! Uns machen die Abenteuer der untoten Piraten im Karibikszenario à la Monkey Island jedenfalls sehr viel Spaß. Die Einsätze sind hervorragend gestaltet, es gibt Moment-to-Moment-Gameplay vom Feinsten – selten zuvor hat uns ein Echtzeit-Taktikspiel so an den Bildschirm gefesselt.

Die speziellen Fähigkeiten der Freibeuter erlauben viele unterschiedliche Vorgehensweisen und sind prima aufeinander abgestimmt, auch wenn uns einige Crewmitglieder langfristig wertvoller vorkommen als andere.

Bei uns hat Scharfschützin Teresa einen Stammplatz. Das Herumspielen mit den Charakteren ist spannend und lädt zum Experimentieren ein.

Klasse finden wir auch die wertige Aufmachung. Das Szenario ist stimmig umgesetzt, alles wirkt bis ins Letzte durchdacht. Uns erinnert es teilweise an die frühen Blizzards, so detailverliebt und gruselig-knuffig geht es hier zu.

Selbst wer sonst nicht so viel mit dem Genre anfangen kann: Auch aufgeschlossene Nachwuchsfreibeuter sollten durchaus die Segel in Richtung Shadow Gambit setzen.


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