Abo
  • IT-Karriere:

SFConservancy: VMware bezweifelt Urheberrecht in GPL-Klage

Laut einem Zwischenstand zu der GPL-Klage gegen VMware bezweifelt das Unternehmen die Rechtmäßigkeit der Anschuldigungen durch Kernel-Hacker Christoph Hellwig, da sein Urheberrecht nicht betroffen sei. Hellwig gehört zu den produktivsten Linux-Entwicklern überhaupt.

Artikel veröffentlicht am ,
Schematische Darstellung der betroffenen Teile des Linux-Kernel
Schematische Darstellung der betroffenen Teile des Linux-Kernel (Bild: Software Freedom Conservancy/CC-BY-SA 4.0)

Anfang März wurde bekannt, dass der Linux-Entwickler Christoph Hellwig das Unternehmen VMware vor dem Hamburger Landgericht auf die Einhaltung der GPL verklagt. Das Unternehmen kombiniere im Widerspruch zu der Lizenz freie und proprietäre Bestandteile und verstoße so gegen das Urheberrecht. Die Software Freedom Conservancy (SFC), die Hellwig unter anderem finanziell unterstützt, hat nun eine Statusmeldung zu den laufenden Verhandlungen veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass VMware grundsätzlich das Urheberrecht von Hellwig an den betroffenen Bestandteilen des Kernels anzweifelt.

Stellenmarkt
  1. Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG, Neckarsulm
  2. DI Deutsche Immobilien Gruppe (DI-Gruppe), Düren

Dieser Argumentation folgend habe Hellwig keine rechtliche Grundlage, das Unternehmen auf die Einhaltung der Lizenz zu verklagen. Der SFC zufolge legt Hellwig vor Gericht dagegen seine umfassenden Beiträge zu dem Linux-Kernel dar. In einer von der SFC bereitgestellten Übersicht sind zudem diejenigen Code-Teile hervorgehoben, an denen Hellwig Rechte halte und welche von VMware in einer abgewandelten Version genutzt würden.

  • Schematische Darstellung des Aufbaus von Esxi aus Sicht von Hellwig (Bild: Software Freedom Conservancy - CC-BY-SA 4.0)
Schematische Darstellung des Aufbaus von Esxi aus Sicht von Hellwig (Bild: Software Freedom Conservancy - CC-BY-SA 4.0)

Laut den regelmäßig von LWN.net aufbereiteten Statistiken zur Entwicklung des Linux-Kernels ist Hellwig regelmäßig eine der 20 produktivsten beitragenden Einzelpersonen, beispielsweise für die Versionen 4.0 und 4.2, die in diesem Jahr erschienen sind. Hellwig arbeitet seit mehr als 15 Jahren an Linux.

Technische Argumentation bleibt schwierig

In dem Rechtsstreit muss letztlich entschieden werden, ob es sich bei den proprietären Teilen um ein abgeleitetes Werk im Sinne der GPL handelt. Falls dem so ist, muss der Code ebenfalls unter der GPL stehen. VMware stelle jedoch ein Interoperabilitätsmodul bereit, das freie Software ist und über eine stabile Schnittstelle verfüge, heißt es in der Zusammenfassung der SFC. Und eben jene Schnittstelle werde von den proprietären Teile genutzt.

Für Hellwig sei diese Vorgehensweise jedoch eine willkürliche Trennung eines aus Linux abgeleiteten Moduls. Darüber hinaus sei der proprietäre Teil des Codes eng an eine bestimmte Version des Systems geknüpft. Schließlich kommunizierten die freien und proprietären Teile auch nicht über eine Schnittstelle, vielmehr liefen diese in demselben Prozess und formten so ein einziges Programm.

Sofern das Gericht diese Trennung erlaube, könnten die strikten Bedingungen der GPL leicht umgangen werden, befürchtet Hellwig. Ein Verhandlungstermin ist für das erste Quartal 2016 angesetzt. Um ausführlichere Details zu dem Fall zu erhalten, wie etwa die eigentlichen Dokumente des Rechtsstreits, müssten beide Parteien der Veröffentlichung zustimmen. Diese lehne VMware jedoch explizit ab.

Zumindest die Position von Hellwig ist jedoch in einem FAQ der SFC ausführlich dokumentiert. Die Organisation pflegt außerdem ein Git-Repository mit dem öffentlich zugänglichen Code von VMware.

Nachtrag vom 29. Oktober 2015, 18:40 Uhr

VMware hält die Klage weiterhin für unbegründet, wie das Unternehmen mitteilte. "Wir sind zuversichtlich, dass unser Betriebssystem kein aus Linux-Code abgeleitetes Werk darstellt und dass wir unsere Verpflichtungen der GPL einhalten".



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 43,99€
  2. (-12%) 52,99€
  3. 34,99€
  4. 4,99€

dustball 05. Nov 2015

... im Sinne von David gegen Goliath. Allerdings hat SCO angefangen, Linuxe zu verklagen...

Bitschnipser 31. Okt 2015

Vom Aufruf einer Betriebssystemschnittstelle werden Anwendungsprogramm und...

Bitschnipser 31. Okt 2015

Gemessen wird die Aktivität üblicherweise in Anzahl geänderter Codezeilen. Wobei die...

Bitschnipser 31. Okt 2015

"If you can't beat them, join them and subvert them from the inside." "Use your enemy's...

DebugErr 30. Okt 2015

Alleine für eure genialen Antworten lohnt es sich, kleine Fehler zu melden =)


Folgen Sie uns
       


Asus Zephyrus G GA502 - Test

Sparsamer Sprinter mit dunklem Display: das Zephyrus G GA502 im Test.

Asus Zephyrus G GA502 - Test Video aufrufen
Apple TV+: Apples Videostreamingdienst ist nicht konkurrenzfähig
Apple TV+
Apples Videostreamingdienst ist nicht konkurrenzfähig

Bei so einem mickrigen Angebot hilft auch ein mickriger Preis nicht: Apples Streamingdienst hat der Konkurrenz von Netflix, Amazon und bald Disney nichts entgegenzusetzen - und das wird sich auf Jahre nicht ändern.
Eine Analyse von Ingo Pakalski

  1. Apple TV+ Disney-Chef tritt aus Apple-Verwaltungsrat zurück
  2. Apple TV+ Apples Streamingangebot kostet 4,99 Euro im Monat
  3. Videostreaming Apple TV+ startet mit fünf Serien für 10 US-Dollar monatlich

5G-Antenne in Berlin ausprobiert: Zu schnell, um nützlich zu sein
5G-Antenne in Berlin ausprobiert
Zu schnell, um nützlich zu sein

Neben einem unwirtlichen Parkplatz in Berlin-Adlershof befindet sich ein Knotenpunkt für den frühen 5G-Ausbau von Vodafone und Telekom. Wir sind hingefahren, um 5G selbst auszuprobieren, und kamen dabei ins Schwitzen.
Von Achim Sawall und Martin Wolf

  1. Tausende neue Nutzer Vodafone schafft Zuschlag für 5G ab
  2. Vodafone Callya Digital Prepaid-Tarif mit 10 GByte Datenvolumen kostet 20 Euro
  3. Kabelnetz Vodafone bekommt Netzüberlastung nicht in den Griff

Serielle Hybride: Unterschätzte Zwischenlösung oder längst überholt?
Serielle Hybride
Unterschätzte Zwischenlösung oder längst überholt?

Die reine E-Mobilität kommt nicht so schnell voran, wie es Klimaziele und Luftreinhaltepläne erfordern. Doch viele Fahrzeughersteller stellen derweil eine vergleichsweise simple Technologie auf die Räder, die für eine Zukunft ohne fossile Kraftstoffe Erkenntnisse liefern kann.
Von Mattias Schlenker

  1. ADAC Keyless-Go bietet Autofahrern keine Sicherheit
  2. Gesetzentwurf beschlossen Regierung verlängert Steuervorteile für Elektroautos
  3. Cabrio Renault R4 Plein Air als Elektro-Retroauto

    •  /