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Illegale Kühlmittelproduktionsstätten in China aufgespürt und zerstört

Ein weltweites Netzwerk von Messstationen, das Advanced Global Atmospheric Gases Experiment (Agage)(öffnet im neuen Fenster) , untersucht die Atmosphäre auf das Vorhandensein von Gasen in geringen Konzentrationen. Die Agage-Forscher messen die Konzentration von Treibhausgasen wie SF6, aber auch Gase, die neben ihrer Klimawirkung die Ozonschicht schädigen.

Fluorchlorkohlenwasserstoffe, kurz FCKW, sind eine Gruppe von Gasen, deren Produktion und Nutzung inzwischen weltweit fast vollständig verboten ist. Doch vor einiger Zeit wiesen wissenschaftliche Publikationen darauf hin(öffnet im neuen Fenster) , dass es offenbar weiterhin Quellen für FCKWs in China gegeben habe.

CFC-11, ein zur damaligen Zeit bereits verbotenes Kühlmittel, wurde in illegalen Fabriken produziert und emittiert. Die chinesischen Behörden reagierten rigoros auf diese Funde. In einem Bericht an die UN ist zu lesen(öffnet im neuen Fenster) , dass das chinesische Umweltministerium die Zerstörung mehrerer illegaler CFC-11-Produktionsstätten veranlasst habe.

Diese Funde illegaler Kühlmittelproduktionsstätten motivierten das Umweltbundesamt in Deutschland, die wissenschaftliche Forschungsarbeit der Goethe-Universität in Frankfurt am Main zu unterstützen.

Die Hochschule betreibt nahe Frankfurt auf dem Kleinen Feldberg das Taunus-Observatorium, das Teil des Agage-Netzwerks ist. Dort fielen den Wissenschaftlern Katharina Meixner und Andreas Engel ungewöhnlich hohe Werte von SF6 auf, und zwar vor allem dann, wenn der Wind aus dem Süden kam.

Mittels Messwerten von anderen Stationen konnte die Quelle der Emissionen auf ein Gebiet in Baden-Württemberg eingegrenzt werden. Dort befindet sich die europaweit einzige Produktionsanlage für SF6, betrieben von der Firma Solvay in Bad Wimpfen. Es dauerte einige Zeit, bis man sich sicher genug war, doch 2023 informierten die Frankfurter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Behörden.

Im November dieses Jahres veröffentlichte ein internationales Team die Ergebnisse in einer Fachpublikation(öffnet im neuen Fenster) . Dort wird Solvay nicht direkt genannt, allerdings wird klar, dass keine andere Fabrik gemeint sein kann.

500-mal so viel wie angegeben

Anfang Dezember berichteten der Spiegel(öffnet im neuen Fenster) und das ZDF(öffnet im neuen Fenster) über die enormen SF6-Emissionen von Solvay. Demnach wurden geschätzt etwa 30 Tonnen SF6 pro Jahr ausgestoßen. Das ist etwa 500-mal so viel, wie Solvay offiziell angab.

Inzwischen bestätigten auch das baden-württembergische Umweltministerium und das Regierungspräsidium Stuttgart, man gehe davon aus, dass bei Solvay in Bad Wimpfen die SF6-Emissionen viel zu hoch seien.


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