Twitter & Reddit: Viele Berichte über sexuelle Übergriffe in der Spielebranche

Ubisoft, Insomniac Games und andere Entwicklerstudios untersuchen Hinweise auf sexuelle Übergriffe, auch durch leitende Angestellte.

Artikel veröffentlicht am ,
Weibliche Hauptfigur im Ubisoft-Spiel Assassin's Creed Odyssey
Weibliche Hauptfigur im Ubisoft-Spiel Assassin's Creed Odyssey (Bild: Ubisoft)

In sozialen Netzwerken wie Twitter und Reddit finden sich seit einigen Tagen auffällig viele Berichte über sexuelle Belästigungen und Übergriffe, vereinzelt auch über Vergewaltigungen in der Spielebranche.

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Anders als in früheren Fällen (Gamergate) und im Metoo-Skandal rund um den Filmmogul Harvey Weinstein gibt es allerdings keinen schlagzeilenträchtigen Einzelfall mit mehr oder weniger klarer Faktenlage.

Stattdessen sind Schilderungen von Vorgängen zu lesen, die teils schon viele Jahre zurückliegen. Etwa über den bekannten Rollenspielautor, der versucht haben soll, eine junge Frau mit viel Alkohol gegen ihren Willen gefügig zu machen.

Oder über den Influencer, der Fans mit anzüglichen Bemerkungen bedrängt haben soll. Ein Marketingmanager von Ubisoft soll eine Kollegin vergewaltigt haben. Wirklich prominente oder in sehr herausgehobenen Positionen arbeitende Personen gibt es nicht, weswegen wir keine Namen nennen.

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Auffällig ist: Die meisten Vorfälle liegen schon viele Jahre zurück - entsprechend schwierig bis unmöglich ist es nun herauszufinden, was wirklich passiert ist und ob möglicherweise strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt. Zumindest in einigen der nun diskutierten Fälle dürfte es auch viel mehr um das Herstellen von Öffentlichkeit und darum gehen, endlich über Machtstrukturen in der männlich dominierten Spieleindustrie zu sprechen.

Laut einer Auswertung von Statista waren 2019 rund 71 Prozent der Beschäftigten männlich, 24 Prozent weiblich und 5 Prozent divers. Auf der obersten Managementebene dürfte der Anteil der Männer noch sehr viel höher sein.

Ubisoft hat am 25. Juni 2020 in einem offenen Brief auf die Vorwürfe reagiert und interne Untersuchungen angekündigt - ohne sich zu Details zu äußern. Die Firma will zusammen mit externen Beratern dafür sorgen, dass "unangemessenes Verhalten besser verhindert, erkannt und bestraft" wird.

Das zu Amazon gehörende, auf Gaming und E-Sport spezialisierte Videoportal Twitch äußert sich ähnlich. Übergriffige Streamer müssen mit dauerhaften Sperren rechnen - das würde letztlich das berufliche Aus bedeuten.

Auch das zu Sony gehörende Entwicklerstudio Insomniac Games (Marvel's Spider-Man) hat auf Twitter Untersuchungen angekündigt. Das 2018 von Microsoft übernommene Entwicklerstudio Obsidian Entertainment (The Outer Worlds) wollte sich auf Nachfrage von US-Medien nicht zu den Vorwürfen gegen einen Mitarbeiter äußern.

Auffällig ist neben der schieren Vielzahl an Vorwürfen auch, dass die Spieler zumindest bislang vergleichsweise differenziert mit dem Thema umgehen. Anders als bei der Gamergate-Kontroverse im Jahr 2014 gibt es allerdings auch eher persönlich gehaltene statt polarisierende Anschuldigungen - und keinen auffälligen feministischen Überbau, der männliche Gamer unmittelbar in Abwehrhaltung bringen könnte.

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mannzi 30. Jun 2020

Und sind es gar nicht mal so selten. (leicht anderer Bereich aber genauso ideologiert...

Peter V. 30. Jun 2020

Bezog sich zwar auf die Entwickler aber auch da lese ich ziemlich deutlich, dass mehr...

Hotohori 30. Jun 2020

Blöder Titel, falls du denkst nur Hetero Leute würden so etwas tun... nope... das hat mit...

mnementh 30. Jun 2020

George Orwell hat einen *Roman* geschrieben, in dem die herrschende Klasse diese These...



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