Sexuelle Übergriffe: Ubisoft stellt Maßnahmenplan für Mitarbeiterschutz vor

Führungspersonal bei Ubisoft soll künftig für ein "positives und inklusives" Betriebsklima finanziell belohnt werden.

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Ubisoft auf der Spielemesse E3 in Los Angeles
Ubisoft auf der Spielemesse E3 in Los Angeles (Bild: Kevork Djansezian/Getty Images)

Seit einigen Wochen gibt es Berichte über teils massive sexuelle Übergriffe in mehreren Niederlassungen von Ubisoft. Einige Manager verloren ihren Job, darunter der oberste Kreativchef Serge Hascoët. Nun stellte die Firma bei der Bekanntgabe von Geschäftsergebnissen fünf Maßnahmen vor, um Fehlverhalten künftig zu unterbinden und das Betriebsklima zu verbessern.

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Unter anderem ist vorgesehen, dass leitende Mitarbeiter für ein "positives und inklusives" Betriebsklima einen finanziellen Bonus erhalten. Das gibt es schon in einigen Firmen, gemeint sind etwa Prämien, wenn Angestellte in anonymen Umfragen die Arbeitsatmosphäre und das Verhalten ihrer Vorgesetzten positiv beurteilen.

Ubisoft kündigte auch an, in allen Niederlassungen die Mitarbeiter anonym zu befragen und konzernweit Meetings einzurichten, bei denen es um den Austausch und das Zuhören gehe. Die Firma hat ihren Hauptsitz in Paris sowie Niederlassungen in aller Welt, darunter auch die für Anno und Die Siedler zuständige deutsche Niederlassung Ubisoft Blue Byte.

Weitere Maßnahmen sind ein vollständiger Umbau des wichtigen Editorial Services - das ist die zentrale Stelle, die unter anderem Designentscheidungen trifft sowie Funktionen und Inhalte der Games abstimmt. Vorübergehend leitet Firmenchef Yves Guillemot diese Abteilung.

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Außerdem sollen die Abläufe in der Personalabteilung neu organisiert werden, um sicherzustellen, dass Beschwerden von Mitarbeitern ernst genommen werden - das war bislang offensichtlich nicht immer ausreichend der Fall. Zusätzlich soll es einen neuen Managementposten geben, bei dem es nur um Inklusion und Diversität geht. Weitere Maßnahmen sollen durch externe Berater erarbeitet werden.

Finanziell leisten kann sich Ubisoft diese Maßnahmen: Das Unternehmen gab bekannt, der Umsatz habe in den Monaten April bis Juni 2020 deutlich über den Erwartungen gelegen. Statt der prognostizierten 335 Millionen Euro seien rund 410 Millionen Euro eingenommen worden - ein Plus von 30,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Besonders gut lief es bei dem Tanz- und Musikspiel Just Dance, dessen Umsätze um 500 Prozent zulegten. Das Geschäft mit allen älteren Assassin's Creed lag um 60 Prozent über dem Vorjahreswert, bei Rainbow Six Siege stand am Ende ein Plus von rund 30 Prozent in der Bilanz. Informationen über den Gewinn veröffentlicht Ubisoft traditionell nicht zusammen mit den Quartalsergebnissen.

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Im Gespräch mit Analysten sagte Guillemot, dass die Preise für Spiele für Playstation 5 und Xbox Series X von Ubisoft zumindest in diesem Jahr nicht höher sein würden als bei den Vorgängerkonsolen. Die Standardausgaben von Assassin's Creed Valhalla und Watch Dogs Legion kosten also um die 70 Euro.

In den vergangenen Wochen gab es Spekulationen, dass einige Publisher versuchten, höhere Preise durchzusetzen. Bekanntestes Beispiel ist 2K Games, die in den USA für das Sportspiel NBA 2K21 rund zehn US-Dollar mehr als beim Vorgänger verlangen.

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