Sexualisierte Kinderfotos: Facebook zeigt BBC wegen eigener anstößiger Inhalte an
Facebook kommt offenbar den sich selbst gestellten Anforderungen nicht nach: Die britische Sendeanstalt BBC hat in einer Untersuchung(öffnet im neuen Fenster) 100 Beiträge mit in Bezug auf Kinder sexualisierten Inhalten gefunden und über das Facebook-eigene System gemeldet. Gelöscht wurden von diesen Beiträgen nur 18.
Verschiedene Inhalte mit eindeutigen Inhalten wurden gemeldet
Unter den gemeldeten Inhalten sind unter anderem Seiten, die sich explizit an Männer mit sexuellem Interesse für Kinder richten, Bilder von unter-16-jährigen in sexualisierten Posen, Gruppen mit gestohlenen Bildern von Kindern sowie ein Screenshot eines Videos, das offenbar Kindesmissbrauch zeigt. Die 82 nicht entfernten Beiträge stellen Facebook zufolge keinen Bruch der Nutzungsbedingungen dar. Unter diesen Inhalten befindet sich auch der Screenshot des Kindesmissbrauchs.
Des Weiteren hat die BBC fünf Nutzerkonten gefunden, die vorbestraften Pädophilen zuzuordnen sind – ein Umstand, der ebenfalls gegen die Nutzungsbedingungen Facebooks verstößt. Vor einem Jahr hatte die BBC bereits eine erste Untersuchung gestartet und ist zu dem Fazit gekommen, dass das Reporting-System von Facebook nicht ausreicht.
Facebook bat um die Ergebnisse – und meldete die BBC bei der Polizei
Für Unverständnis sorgt bei den BBC-Reportern(öffnet im neuen Fenster) zudem der Umstand, wie Facebook mit den Resultaten der Untersuchung umgeht. Der Director of Policy des sozialen Netzwerks, Simon Milner, stimmte demnach einem Interview zu, aber nur unter der Prämisse, dass die BBC das nicht entfernte Material übergebe. Nachdem der Sender dies getan hatte, hat Facebook die Sendeanstalt bei den Behörden wegen Weitergabe sexuell anstößigen Materials mit Kindern gemeldet.
Facebook begründet diesen Schritt damit, dass es in Großbritannien verboten sei, derartiges Material weiterzugeben. Entsprechend habe man auch die nicht entfernten Inhalte auf der eigenen Seite an die National Crime Agency und das Child Exploitation & Online Protection Centre gemeldet. Die BBC-Offiziellen wundern sich dennoch über diesen Schritt, wollte der Sender doch gerade darauf hinweisen, dass es bei Facebook Inhalte gibt, die dort nicht sein sollten, und zu deren Beseitigung beitragen.
Interview fand anschließend nicht mehr statt
Das Interview wurde anschließend nicht mehr durchgeführt. "Man kann nur annehmen, dass die Verantwortlichen von Facebook nicht willens oder zumindest abgeneigt waren, in einem Interview darüber zu debattieren, warum diese Bilder auf der Facebook-Seite sind" , sagt David Jordan, der Director of Editorial Policy der BBC.
Ein Sprecher der National Crime Agency konnte der BBC zufolge nicht bestätigen oder bestreiten, ob es eine Untersuchung geben wird.
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