Sexting: Snapchat kommt für 20 Jahre unter Datenschutzaufsicht

Snapchat muss sich nach dem spektakulären Hack zum Jahresende 2013 nun mit der FTC auseinandersetzen. Die Versprechungen zur Privatsphäre der oft jugendlichen Nutzer sollen jetzt von einem Datenschutzexperten durchgesetzt werden.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Sexting: Snapchat kommt für 20 Jahre unter Datenschutzaufsicht
(Bild: Snapchat/Screenshot Golem.de)

Die besonders bei Jugendlichen beliebte Instant-Messaging-Anwendung Snapchat hat Auflagen einer US-Behörde bekommen und muss den Dienst überarbeiten. Die US-Bundeshandelskommission Federal Trade Commission (FTC) warf Snapchat vor, zu locker mit Datenschutz und Sicherheit umgegangen zu sein.

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Auf der Website SnapchatDB.info wurden im Dezember vorigen Jahres 4,6 Millionen Snapchat-Datensätze mit Nutzernamen und Telefonnummer veröffentlicht. Die Verantwortlichen für den Hack erklärten, sie hätten "den öffentlichen Druck auf Snapchat erhöht, damit die Schwachstelle geschlossen wird".

Über die Smartphone-App lassen sich Bilder verschicken, die für den Empfänger nur kurz sichtbar sein sollen. Das Versprechen verleitet vor allem Jugendliche oft zum Versand von erotischen Selfies, dem sogenannten Sexting. Doch die FTC kritisierte, Snapchat könne sein Versprechen nicht einhalten. Die Fotos könnten über Apps von Drittanbietern gespeichert werden, oder einfach per Screenshot. Die Nutzer seien trotz Zusicherungen der Firma auch nicht unterrichtet worden, wenn jemand einen Screenshot gemacht habe. Außerdem habe Snapchat in der Android-App Ortungsdaten gesammelt, obwohl dies in den Nutzungsbedingungen ausgeschlossen war.

Snapchat müsse seine Nutzer besser informieren, forderte die Behörde und setzte einen Vergleich mit dem Betreiber durch. Ein Datenschutzexperte wird den App-Entwickler nun 20 Jahre lang beaufsichtigen.

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"Einige Dinge haben nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die ihnen zugestanden hätte", erklärte Snapchat in seinem Firmen-Blog. Dazu gehöre eine exaktere Kommunikation mit den Nutzern. Formulierungen seien bereits zum größten Teil überarbeitet worden. "Und wir investieren weiterhin kräftig in Sicherheit und Gegenmaßnahmen, um Missbrauch vorzubeugen."

Snapchat war im vergangenen Jahr stark gewachsen und soll ein Kaufangebot von Facebook mit einem Umfang von drei Milliarden US-Dollar ausgeschlagen haben.

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