Sexismus: Ex-Blizzard-Chef Mike Morhaime bittet um Entschuldigung

Nach der Klage einer Behörde melden sich der aktuelle und frühere Chef von Blizzard. Auffällig: der Unterschied zur Erklärung von Activision.

Artikel veröffentlicht am ,
Mike Morhaime (l.) und J. Allen Brack auf der Blizzcon 2018
Mike Morhaime (l.) und J. Allen Brack auf der Blizzcon 2018 (Bild: Blizzard)

"Ich glaube euch und es tut mir so leid, euch im Stich gelassen zu haben". Das schreibt Mike Morhaime, der frühere Chef von Blizzard, in einem offenen Brief. "Ich schäme mich. Es fühlt sich an, als wäre alles, wofür ich glaubte zu stehen, weggewaschen worden. Noch schlimmer und noch wichtiger ist aber, dass echte Menschen zu Schaden gekommen sind und einige Frauen schreckliche Erfahrungen gemacht haben."

Stellenmarkt
  1. Sachbearbeiterin / Sachbearbeiter IT-Koordination (m/w/d)
    Bundeskriminalamt, Berlin
  2. Wissenschaftliche Mitarbeiter / innen (w/m/d)
    Statistisches Bundesamt, Wiesbaden
Detailsuche

Morhaime verspricht, dass er als Führungsperson in der Spielebranche seinen Einfluss nutzen werde, "um positive Veränderungen voranzutreiben und Frauenfeindlichkeit, Diskriminierung und Belästigung zu bekämpfen, wo immer ich kann."

Mit diesem Versprechen reagiert Morhaime auf eine Klage, die Mitte Juli 2021 von der kalifornischen Behörde Department of Fair Employment and Housing gegen Activision Blizzard wegen Verstößen unter anderem gegen Arbeitsschutzgesetze und Gleichstellungsvorschriften eingereicht wurde.

Morhaime ist einer der Gründer von Blizzard, vor allem aber war er bis Oktober 2018 der Chef des Entwicklerstudios. Man kann also davon ausgehen, dass viele der Fehlentwicklungen unter seiner Ägide stattgefunden haben oder zumindest angelaufen sind.

Golem Akademie
  1. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  2. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
  3. Online-Sprachkurse mit Golem & Gymglish
    Kurze Lektionen, die funktionieren
Weitere IT-Trainings

Unter anderem eine ehemalige Entwicklerin hat sich auf Twitter entsprechend geäußert und eine E-Mail von 2018 veröffentlicht, in der sie Morhaime vorwirft, dass ein männlicher Kollege mit toxischem Verhalten befördert wurde und dass das Betriebsklima generell schwierig für Frauen ist.

Der aktuelle Blizzard-Chef sucht Gespräche

J. Allen Brack - der Nachfolger von Morhaime - hat sich ebenfalls zu dem Thema geäußert. In einer internen E-Mail an die Belegschaft, die vom Journalisten Jason Schreier veröffentlicht wurde, schreibt er, dass "in keiner Weise irgendjemand im Unternehmen Diskriminierung oder Belästigung" erdulden müsse.

Brack kündigt Gespräche mit der Belegschaft an. Betroffene finden in seiner E-Mail mehrere Anlaufadressen, bei denen sie sich melden können. Mit Verweis auf das laufende Verfahren äußert sich Brack nicht zu Details.

In der Klageschrift des Department of Fair Employment and Housing finden sich auch Vorwürfe gegen Brack. Unter anderem soll er einen Mitarbeiter, über den es immer wieder Beschwerden wegen sexueller Übergriffe gegeben habe, nur halbherzig verwarnt haben.

Nach Bekanntwerden der Klage haben sich viele Mitarbeiter von Blizzard auf Twitter zu Wort gemeldet und bestätigt, dass es in der Firma Probleme gibt. Unter anderem ist es zu Arbeitsniederlegungen gekommen, mit denen Solidarität für die Betroffenen ausgedrückt werden sollte.

The Witcher 3: Wild Hunt - Game of the Year Edition - [PlayStation 4]

Activision hatte in einer offiziellen Stellungnahme unmittelbar nach der Klageeinreichung alle Vorwürfe zurückgewiesen. In einer Erklärung an Kotaku hatte ein Sprecher erklärt, dass die Darstellung der Behörde falsch ist.

Die Untersuchungen seien oberflächlich gewesen und die Probleme schon vor Jahren behoben worden. Angestellte von Blizzard haben dieser Erklärung widersprochen. Auch die Statements von Morhaime und Brack stehen dazu im Widerspruch.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Plugin-Hybride
Autoindustrie wehrt sich gegen höhere Förderauflagen

Die Regierung will die Förderung von Plugin-Hybriden nur noch von der Reichweite abhängig machen. Zudem werden künftig Kleinstautos gefördert.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

Plugin-Hybride: Autoindustrie wehrt sich gegen höhere Förderauflagen
Artikel
  1. Windows und Office: Microsoft-Accounts funktionieren jetzt auch ohne Passwörter
    Windows und Office
    Microsoft-Accounts funktionieren jetzt auch ohne Passwörter

    Das passwortlose Anmelden wird bereits von einigen Microsoft-Kunden genutzt. Die Funktion wird nun auf alle Konten ausgeweitet.

  2. Fake-News und Hassrede: Facebook löscht 150 Konten der Querdenker
    Fake-News und Hassrede
    Facebook löscht 150 Konten der Querdenker

    Nach Ansicht von Facebook hat die Querdenker-Bewegung "bedrohliche Netzwerke" gebildet und gegen Gemeinschaftsregeln verstoßen.

  3. Gopro Hero 10 Black ausprobiert: Gopros neue Kamera ist die Schnellste
    Gopro Hero 10 Black ausprobiert
    Gopros neue Kamera ist die Schnellste

    Endlich ein neuer Chip und mehr Zeitlupe! Wo Gopros Action-Kamera das Vorgängermodell schlägt, konnten wir vor dem Produktstart ausprobieren.
    Von Martin Wolf

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MM Club-Tage: Bis zu 15% auf TVs, PCs, Monitore uvm.) • Alternate (u. a. Razer Kraken X für Konsole 34,99€) • Xiaomi 11T 5G vorbestellbar 549€ • Saturn-Deals (u. a. Samsung 55" QLED (2021) 849,15€) • Logitech-Aktion: 20%-Rabattgutschein für ASOS • XMG-Notebooks mit 250€ Rabatt [Werbung]
    •  /