Seti-Ellipsoid: Auf der Suche nach intelligenten Alien-Zivilisationen

Nutzen außerirdische Zivilisationen Ereignisse wie eine Supernova, um Kontakt mit anderen intelligenten Lebewesen im Weltall aufzunehmen? Mit der Methode des Seti-Ellipsoids könnte ein solches Signal erkannt werden.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Grafische Darstellung vom Seti-Ellipsoid.
Grafische Darstellung vom Seti-Ellipsoid. (Bild: Zayna Sheikh)

Ein Forschungsteam vom Seti-Institut, dem Berkeley Seti Research Center und der University of Washington hat eine aufregende Entwicklung im Bereich der Astrophysik und der Suche nach außerirdischer Intelligenz (Seti) zu vermelden.

Es nutzte für seine Beobachtungen das Weltraumteleskop Tess (Transiting Exoplanet Survey Satellite; Satellit zur Beobachtung von Transit-Exoplaneten) der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa. Mit ihm überwachte es das Seti-Ellipsoid, eine Methode zur Identifizierung potenzieller Signale von fortgeschrittenen Zivilisationen im Kosmos.

Zudem verglich es die Daten mit der hochpräzisen Entfernungsschätzungen vom Gaia-Weltraumteleskop (Globales Astrometrisches Interferometer für die Astrophysik) der europäischen Raumfahrtbehörde Esa.

Das Seti-Ellipsoid und Technomarker

Beim Seti-Ellipsoid handelt es sich um einen strategischen Ansatz zur Auswahl potenzieller Technosignatur-Kandidaten. Eine Technosignatur (auch Technomarker genannt) ist jede messbare Eigenschaft oder Wirkung, die einen wissenschaftlichen Beweis für vergangene oder gegenwärtige Technologie liefert.

Das Seti-Ellipsoid basiert auf der hypothetischen Annahme, dass außerirdische Zivilisationen bei der Beobachtung bedeutender galaktischer Ereignisse, wie einer Supernova, diese als Brennpunkt nutzen könnten. Mit ihnen würden sie dann synchronisierte Signale aussenden, um ihre Anwesenheit anzukündigen.

Die Seti-Ellipsoid-Methode als Himmelsdurchmusterung

Die Forschungsgruppe zeigt in ihrer Studie, dass die Seti-Ellipsoid-Methode als kontinuierliche, weiträumige Himmelsdurchmusterung genutzt werden kann. Mit ihr kann unsere Fähigkeit, diese potenziellen Signale zu entdecken, erheblich verbessert werden.

"Die typischen zeitlichen Unsicherheiten liegen bei ein paar Monaten, daher wollen wir uns absichern, indem wir Ziele finden, die über einen Zeitraum von etwa einem Jahr gut dokumentiert sind", erklärt die Mitautorin Bárbara Cabrales in einer Pressemitteilung. "Außerdem ist es wichtig, so viele Beobachtungen wie möglich für jedes interessante Ziel zu haben." Dadurch können normale Verhalten von einer potenziellen Technosignatur besser unterschieden werden.

Mit den Entfernungsdaten von Gaia konnte das Forschungsteam genau berechnen, wann die Supernova SN 1987A bei welchem Stern zu sehen war oder sein wird. Mit dieser Analyse identifizierte es 32 erstklassige Ziele innerhalb des Seti-Ellipsoids in der südlichen kontinuierlichen Sichtzone von Tess. Die anfängliche Untersuchung der Tess-Lichtkurven während der Durchquerung des Ellipsoids ergab keine Anomalien. Das ebnete den Weg für die Ausweitung der Suche auf andere Durchmusterungen von großen archivierten Datenbanken.

Die Seti-Ellipsoid-Methode bietet in Verbindung mit den Entfernungsmessungen von Gaia einen robusten und anpassungsfähigen Rahmen für zukünftige Seti-Suchen. Zudem können Forschungsgruppen dieses Verfahren auf bereits archivierte Daten anwenden, Kandidaten auswählen und für zukünftige Überwachungskampagnen vorschlagen.

Zur Studie

Die Studie erschien am 12. Februar 2024 in der Fachzeitschrift The Astronomical Journal: Searching the SN 1987A Seti Ellipsoid with Tess (Durchsuchen des SN 1987A Seti Ellipsoids mit Tess).

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