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SES übernimmt Intelsat: Europäischer Satellitenbetreiber kauft US-Konkurrenten

Zusammen wollen SES und Intelsat die US-Konkurrenten wie Starlink und Amazons Kuiper einholen.
/ Achim Sawall
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Niederlassung von SES in Luxemburg (Bild: SES)
Niederlassung von SES in Luxemburg Bild: SES

Das Satellitenunternehmen SES wird alle Anteile des US-Konzerns Intelsat für rund 3,1 Milliarden US-Dollar kaufen. Das gab der in Luxemburg ansässige Konzern am 30. April 2024 bekannt(öffnet im neuen Fenster) .

"Durch den Zusammenschluss entsteht ein stärkerer Multi-Orbit-Betreiber mit größerer Abdeckung, verbesserter Ausfallsicherheit, einem erweiterten Lösungsangebot und erweiterten Ressourcen" , erklärte SES.

Das neue fusionierte Unternehmen werde seinen Hauptsitz in Luxemburg haben und eine bedeutende Präsenz in den Vereinigten Staaten behalten, hieß es in der Erklärung der Unternehmen.

Die Verhandlungen laufen bereits seit rund einem Jahr . Man wolle angesichts von Herausforderern wie Elon Musk und seinem LEO-Satellitennetzwerk Starlink "nicht der Letzte sein, der alleine dasteht" , sagte eine verhandlungsnahe Person der Financial Times vor einem Jahr. Ein weiterer Konkurrent ist Amazons Project Kuiper.

"Die Transaktion wurde von den Vorständen beider Unternehmen einstimmig genehmigt und die Intelsat-Aktionäre, die etwa 73 Prozent der Stammaktien halten, haben die übliche Unterstützungsvereinbarungen abgeschlossen und sich verpflichtet, für die Transaktion zu stimmen" , erklärten die Partner. Die Übernahme werde finanziert durch Barmittel und die Ausgabe neuer Schuldtitel, einschließlich Hybridanleihen.

Konsolidierung in der Satellitenbranche

Im November 2022 kündigte der US-Satellitenbetreiber Viasat eine Übernahme der britischen Gruppe Inmarsat im Wert von 7,3 Milliarden US-Dollar an. Die beiden Unternehmen sind die weltweit größten Betreiber geostationärer Satelliten.

SES hatte zu der Zeit eine Marktkapitalisierung von 3,5 Milliarden Euro und eine Nettoverschuldung von 3,6 Milliarden Euro. Das Luxemburger Unternehmen sollte jedoch 4,7 Milliarden US-Dollar von den US-Regulierungsbehörden für die Freigabe von Frequenzen für 5G-Dienste erhalten.

Intelsat beantragte Anfang 2020 in den USA Insolvenzschutz. Das Insolvenzverfahren wurde Anfang 2023 mit Schulden in Höhe von 7 Milliarden US-Dollar beendet.

SES will mit NGSO-MEO-Satelliten in 8.000 km Höhe eine Datenübertragungsrate von mehreren GBit/s pro Terminal und eine niedrige Latenz von 150 ms anbieten. Das sagte Volker Leyendecker, Regional Sales Director DACH bei SES Networks, am 10. Mai 2022 auf der Branchenmesse Anga Com in Köln . Mit Non Geostationary Satellite Orbit (NGSO) werden nicht-geostationäre Satelliten bezeichnet.


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