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Serviceunternehmen: Telekom soll gezielt Wartung von Kupfernetz vernachlässigen

Externe Serviceunternehmen, die das Kupfernetz der Telekom instand halten, bekommen weniger Aufträge. Laut einer Wirtschaftskanzlei wird die Wartung reduziert.
/ Achim Sawall
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Aus einer Kabelmuffe läuft Wasser. (Bild: Deutsche Telekom / Screenshot: Golem.de)
Aus einer Kabelmuffe läuft Wasser. Bild: Deutsche Telekom / Screenshot: Golem.de

Seit dem Jahr 2025 soll die Deutsche Telekom den Betrieb und die Instandhaltung ihres Kupfer-Anschlussnetzes "systematisch und bewusst vernachlässigen" . Das geht aus Angaben der Wirtschaftskanzlei Raue aus Berlin(öffnet im neuen Fenster) hervor, die Golem vorliegen.

"Wir vertreten ein spezialisiertes Dienstleistungsunternehmen, das von der Telekom seit Jahren in erheblichem Umfang mit der Zustandsüberwachung und Entstörung von Kupferanschlussleitungen beauftragt ist" , erklärte Rechtsanwalt Daniel Schubert.

Laut dem Dienstleister habe die Telekom die Kriterien (Sollwertvorgaben), nach denen ihre Servicetechniker und automatische Systeme einzelne Kupferleitungen als gestört einstuften, massiv abgesenkt, so dass geschädigte Leitungen als intakt gälten und Reparaturen – entgegen jahrzehntelanger Praxis – nicht mehr vorgenommen würden.

Die Telekom habe die Sollwertänderung gegenüber der Kanzlei eingeräumt. Die Mehrheit der Entstörungsdienstleister beobachtet laut der Kanzlei ebenfalls einen massiven Rückgang der Kabelreparatur-Aufträge der Telekom.

Interne Dokumente der Telekom

Das Serviceunternehmen beruft sich auf interne Dokumente der Telekom, konkrete Mess- und Einsatzdaten sowie Berichte von Servicetechnikern der Telekom. Danach sei "spätestens zum 1. Juli 2025 die schleichende Außerbetriebnahme wesentlicher Teile ihres bestehenden Kupferanschlussnetzes eingeleitet" worden, erklärte die Kanzlei.

Die Telekom unterlasse "bewusst notwendige Entstörungen und erteilt keine Reparaturaufträge mehr an ihre Dienstleistungspartner, die mit der Instandhaltung des Kupfernetzes betraut sind. Selbst bei konkret gemessenen, technisch eindeutig lokalisierbaren und grundsätzlich behebbaren Störungen erfolgt häufig keine Entstörung mehr" , hieß es weiter.

Die Telekom hat eine vor kurzfristig gestellte Anfrage von Golem bisher nicht beantwortet. Die Wirtschaftskanzlei Raue hat sich mit den Informationen an die Bundesnetzagentur gewandt.

Für die Wartung vergibt die Telekom neben ihren eigenen Technikern Aufträge an spezialisierte Tiefbau- und Fernmeldeunternehmen. Zu den Partnern gehören Circet Deutschland, Solutions 30, SPIE und Vivavis. Raue gab den Namen seines Mandanten nicht bekannt.


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